„Katholische Hochschulgemeinden sind wichtige pastorale Orte“
Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt trafen sich zum Gespräch mit den Hochschulseelsorgern des Erzbistums Paderborn und mit den Mentoren für die Lehramtsstudierenden mit dem Fach Lehramt Katholische Theologie. Paderborn, 24. Januar 2012. Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt informierten sich über aktuelle Entwicklungen in der Hochschulpastoral des Erzbistums Paderborn. Im Gespräch mit den Studentenpfarrern, den hauptamtlichen Mitarbeitern der Katholischen Hochschulgemeinden (KHG) und den Mentoren für Lehramtsstudierende mit dem Fach Katholische Theologie betonte Erzbischof Becker die Bedeutung eines vielfältigen Angebots der Begleitung für die Studierenden durch die Hochschulseelsorge des Erzbistums in Bielefeld, Dortmund, Paderborn, Siegen und Meschede.
Die Präsenz der Kirche an den Hochschulen im Erzbistum Paderborn sei ihm ein wichtiges Anliegen, sagte Erzbischof Becker. Die Seelsorgeangebote an den Universitäten und Fachhochschulen seien pastorale Gelegenheiten und Orte, die weit in die Gesellschaft hineinreichen würden. „Es geht um eine Orientierung für Menschen. Hochschulseelsorge ist ein Dienst am Menschen und bietet Foren für Vergewisserung und Austausch.“ Ein gutes Angebot für die Studierenden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulen sei in der zunehmend säkularen Welt der Universitäten zentral. „Ich freue mich über Ihr Engagement und die Arbeit in Ihren Gemeinden, denn so bleibt das Gesicht der Kirche präsent“, sagte Erzbischof Becker zu den Hochschulseelsorgern und Mentoratsmitarbeitern des Erzbistums Paderborn.
Aktuell würden rund 2.200 Studenten das Fach Katholische Theologie an den drei im Erzbistum gelegenen Studienorten Dortmund, Paderborn und Siegen studieren, informierte Diplomtheologin Andrea Keinath, Mitarbeiterin der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat und in Paderborn für das Mentorat zuständig. Die Zahl der Theologie-Studierenden sei damit im Vergleich zum Vorjahr an den drei Universitäten erneut gestiegen: Im Wintersemester 2011/12 seien es in Paderborn 1.018 Studierende mit dem Fach Katholische Theologie, in Dortmund 850, in Siegen 310.
Das Mentorat für die Lehramtsstudierenden biete Beratung, Begleitung und Unterstützung in Fragen zum zukünftigen Beruf des Religionslehrers. Neben Praxiserfahrungen im Bereich Kirche und Gemeinde, der Teilnahme an einem Besinnungswochenende und einer Informationsveranstaltung zur Missio Canonica sei ein persönliches Orientierungsgespräch mit einem Mentor zu führen. Andrea Keinath, Benedikt Bohn und Dr. Annegret Meyer sind in Paderborn, Studentenpfarrer Dr. Peter Jochem in Dortmund und Raphaele Voß in Siegen Ansprechperson für das Mentorat.
Aus verschiedenen Gründen sei bei den Studierenden nicht immer ein lebendiger Bezug zu Kirche und Gemeinde gegeben, berichteten die Mentoren von ihren Eindrücken aus dem Orientierungsgesprächen mit den Studierenden im Fach Katholische Religion. Oft lägen persönliche Erfahrungen weit zurück oder beschränkten sich auf einen kleinen Ausschnitt kirchlicher Praxis. Das Mentoratsprogramm habe deshalb auch das Ziel, Glaubens- und Gotteserfahrungen zu ermöglichen in Liturgie, Diakonie und Verkündigung, beispielsweise durch Anregung und Hinführung zu einer persönlichen Gebetspraxis, Einführung in liturgische Vollzüge, Einüben persönlicher Zugänge zur Bibel und durch Projekte in pastoralen und caritativen Feldern. Das Mentorat wolle „Wege zur Beheimatung in pastoralen Orten aufzeigen“, so Dr. Annegret Meyer von der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat. Angestrebt werde eine größere Auswahlmöglichkeit für die Studierenden, mehr Individualität und Flexibilität: „Wir wollen den persönlichen und beruflichen Nutzen des Mentorats stärker betonen.“
Der Beauftragte für die Studierendenseelsorge in Bielefeld, Pfarrer Josef Holtkotte, berichtete von einer positiven und konstanten Entwicklung der Hochschulseelsorge. Er nehme eine bewusste Entscheidung zur Teilnahme an den Angeboten wahr und freue sich über die aktive Beteiligung der Studierenden am Leben der Kirchengemeinde und das gute ökumenische Miteinander. Auch Pfarrer Karl-Hans Köhle, Beauftragter für die Studierendenseelsorge in Siegen, benannte die gute Kooperation zwischen der Hochschulseelsorge und der Pfarrgemeinde. Zahlreiche junge Studierende würden die Angebote nutzen. Pater Guido Hügen OSB, Benediktiner der Abtei Königsmünster in Meschede und Studentenseelsorger der Fachhochschule Südwestfalen in Meschede berichtete von der guten ökumenischen Zusammenarbeit in der Hochschulpastoral. Zahlreiche Professoren und Dozenten würden die Angebote wahrnehmen.
Der Dortmunder Studentenpfarrer Peter Jochem berichtete von einem Glaubenskurs, der mit dem Empfang der Sakramente abgeschlossen wurde. Die von der KHG geleistete Sozialberatung werde von Studierenden gut angenommen. Als neue Angebote seien Möglichkeiten des biografischen Lernens, des Lernens an Vorbildern geplant: „Menschen mit Profil“ sollen für die Gemeindemitglieder ihre (christliche) Lebensgeschichte lebendig werden lassen, so KHG-Assistentin Anette Quatermann. Der neue Paderborner Studentenpfarrer Nils Petrat informierte über die gute Verbindung der KHG Paderborn zur Theologischen Fakultät Paderborn und zur Katholischen Hochschule NRW. Die Präsenz an der Universität Paderborn solle weiter ausgebaut werden: „Wir wollen noch stärker da sein für die Studierenden an der Universität, wollen unterstützen und begleiten.“
Die katholische Hochschulseelsorge im Erzbistum Paderborn ist an fünf Studienorten in unterschiedlicher Weise engagiert. In Dortmund und Paderborn als jeweils eigenständige Hochschulgemeinde, in Bielefeld und Siegen in Anbindung an eine Pfarrgemeinde und in Meschede zusammen mit der evangelischen Kirche als Ökumenische Hochschulgemeinde.