Die Subprime Krise ist noch lange nicht ausgestanden
Die Öffentlichkeit beurteilt die Banken und die Maßnahmen der Regierung sehr kritisch, speziell ausländische Banken wie die HSBC werden durch oftmalige Zinserhöhungen, unerwartete Gebühren und Fälligstellungen für die Krise verantwortlich gemacht. Viele, besonders, junge Haushalte sind davon betroffen. Kredite wurden (teilweise) leichtfertig vergeben, der Wert der Immobilien oft nicht richtig dargestellt und auch nicht ordnungsgemäß überprüft. Die Bush Administration hat als Gegenmaßnahme die Leitzinsen angehoben und eine Steuererhöhung angedacht. Forbes ist der Ansicht, dass diese Maßnahmen zwar sinnvoll waren, dass sie aber zu spät erfolgt und zu kräftig ausgefallen sind. Eine „Nichteinmischung“ von öffentlicher Seite wäre besser gewesen. „Die ganze Welt reduziert Steuern, der Kongress denkt drüber nach, die Steuern weiter zu erhöhen“, so Forbes Jr. in seinem Vortrag.
Der Wert des Dollars
Seit den 80iger Jahren haben sich die Vereinigten Staaten vom weltweit größten Gläubiger zu einem der am stärksten verschuldeten Staaten mit einem bedeutenden Leistungsbilanzdefizit entwickelt. Die diversen militärischen Auseinandersetzungen und die Rüstungsausgaben fordern ihren Tribut, der Geldumlauf steigt, der Wert des Dollars fällt, die Energiepreise steigen. Resultat ist eine hohe Inflation (Nov. 2007 3,85%). Es wird offen spekuliert ob künftig der Dollar noch als Leitwährung gelten kann und ob die Ölrechnung und die Importe von Sachgütern künftig noch in Dollar bezahlt werden können.
Bankinnovationen
Mobile Banking. Das Handy entwickelt sich zu einer High-Tech- Kreditkarte für den Zahlungsverkehr und als Medium zur Beratungskommunikation. Das Mobiltelefon hat in wenigen Jahren weiteste Verbreitung gefunden, bietet beste Technologie und absolute Diskretion, da es ein sehr persönliches Kommunikationsmittel darstellt. Es ist wie kein anderes Medium dazu geeignet als Basis für Bankdienstleistungen zu fungieren. Die „Bank of Amerika“, die „Wells Fargo“ und die spanische „Bank Inter“ haben das erkannt und bieten ihren Kunden bereits heute umfangreiche und mediengerechte Lösungen für:
- das Bezahlen von Rechungen
- den Moneytransfer von Handy zu Handy
- die graphische Darstellung der Kontenentwicklung (mit Kostengruppen)
- eine Überziehungswarnung
- aktuellste Empfehlungen für Wertpapier An -und Verkauf
- den Abschluss von Versicherungen.
Mehr Flexibilität im stationären Vertrieb:
- unterschiedliche Filialtypen
- dem Umfeld entsprechende Öffnungszeiten
- Unterschiedliche Benutzerschnittstellen für SB, Internet und Mobiltelefon.
Vordringen der Prepaid Kreditkarte:
In den 90iger Jahren war die Prepaid in den USA noch unbekannt. 2006 wurden bereits 50% der Kreditkarten-Transaktionen damit abgewickelt.
Altersvorsorge
Die neueste BAI Studie widmet sich dem Thema Altersvorsorge. Im nächsten Jahrzehnt wird es für amerikanische Banken keine größere Geschäftsmöglichkeiten und gleichzeitig keine größere Herausforderung geben als die Altersvorsorge. Die für die Altersvorsorge bestimmten Rücklagen übersteigen unvorstellbare 16 Billionen Dollar, das ist nahezu die vierfache der Kundenguthaben, die bei Banken liegen. Die „Baby Boomer“ Generation bereitet sich auf den Ruhestand vor und wird ihre Ersparnisse, die bisher durch geförderte Ansparpläne gebunden waren, neu veranlagen. Jetzt geht es darum die Verwaltung dieser Gelder nicht alleine den Brokern, den Investmentfonds und den Finanzberatern zu überlassen, sondern durch entsprechende Angebote den Banken zu sichern.
Generationsbewusstsein
Für nur mehr 50% der Kunden ist die Bankgeschäftsstelle die wichtigste Anlaufstelle. Wertvorstellungen und Verhalten der Generationen sind deutlich unterschiedlich. Jetzt lernen die Banken, dass eine lebenszeitgerechte Kundenansprache Vorteile bringt.
Als Ausgangspunkt eine Kurzcharakteristik, die nicht nur für die USA Geltung hat:
Die Generation der Baby Boomers (Jahrgang 1946 – 1964).
Für sie ist die Bankfiliale weiterhin der wichtigste Vertriebsweg, der Scheck das gängigste Zahlungsmittel, Barbehebungen werden vorzugsweise am Geldautomaten in der Bank oder im Nahebereich der Bank erledigt. Die „Babyboomer“ Generation kommt in die Jahre und denkt an den Ruhestand, Banken beginnen sich damit auseinanderzusetzen. Die staatliche Vorsorge ist bei weitem nicht ausreichend, zusätzliche Modelle sind gefragt.
Die Generation X (Jahrgang 1965 – 1979). Für sie ist Internet der wichtigste Vertriebsweg, die Kreditkarte das gängigste Zahlungsmittel. Barabhebungen werden ausschließlich am Geldautomaten erledigt, auch dann, wenn er sich außerhalb der Bankumgebung befindet. Hier geht es darum, die Bank als beratenden Partner für alle Finanzbereiche zu etablieren.
Die Generation Y (Jahrgang 1980 – 1994). Sie fühlt sich in der Bankfiliale fremd und meidet die direkte Kommunikation, für sie steht Mobile Banking steht im Vordergrund. Besonders wichtig ist dabei die gute und übersichtliche grafische Benutzerschnittstelle. Für diese Generation steht die volle Ausnutzung technischer Möglichkeiten im Vordergrund.
Für alle Generationen ist die einheitliche Ansprache über alle Vertriebsformen von erheblicher Bedeutung. Die Integration der Vertriebswege: Filiale, Internet, Call Center und Mobile Sales ist daher dringend geboten.
Die gegenwärtigen Entwicklungen in den USA sind Thema eines Vortrages von DionR. Norbert Sasse im Rahmen des diesjährigen Management Symposiums „Retail Banking Forum 2008“, das am 05. und 06. Juni 2008 im Wiener Schloss Wilhelminenberg stattfinden wird.





