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Wallfahrtskapelle „Heilige Mutter Anna“ erstrahlt nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten in neuem Glanz / Kleinod vor den Toren Brakels
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| Ein wundervolles Kleinod vor den Toren Brakels ist die Annenkapelle. Foto: Marion Büse
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Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten erstrahlt die Wallfahrtskapelle „Heilige Mutter Anna" vor den Toren Brakels wieder in beeindruckendem Glanz. Pfarrer Wilhelm Koch betonte: „Große Dankbarkeit und Freude erfülle ihn beim Anblick der kleinen Kapelle. In Brakel bestimmt Mutter Anna das Geschehen und das seit vielen Generationen." Die Annenkapelle wurde von 1700 bis 1719 von Graf Hermann Ludwig von Asseburg und seiner Gemahlin Odilia Elisabeth von Haxthausen errichtet.
Ganz besonders stolz sind Bürgermeister Hermann Temme und Pfarrer Wilhelm Koch über die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirche: „Wir haben Hand in Hand gearbeitet", schwärmten die Beiden. Bürgermeister Hermann Temme freute sich, dass die anfallenden Arbeiten zum großen Teil von heimischen Firmen erledigt wurden. Nötig war die Renovierung der Kapelle aufgrund des schlechten bauphysikalischen Zustandes bedingt auch durch einen Dispersionsanstrich. Die Gewölbe und Wandflächen waren in einem restaurierungsbedürftigen Zustand, der von zahlreichen Rissbildungen, sowie einer starken Oberflächenverschmutzung geprägt war. Die Kosten für die Restaurierung lagen bei 68.000 Euro, wovon das Land NRW 25.000 Euro übernahm. Den Rest teilten sich Kirche und Stadt. Und bewiesen auch dabei eine gelungene Zusammenarbeit. „Zur Auswahl standen bei der Renovierung eine Standardvariante oder die Mercedes-Variante. Dank der vielen kleinen und großen Spenden der Gläubigen, die voll hinter ihrer Mutter Anna stehen, konnten wir die aufwändige Variante nehmen", freute sich Pfarrer Willi Koch.
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| Bürgermeister Hermann Temme und Pfarrer Wilhelm Koch freuten sich über die gute Zusammenarbeit bei der Renovierung der Annenkapelle. Foto: Marion Büse |
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Die Standard-Variante hätte die vollständige Abnahme des bauphysikalisch bedenklichen Dispersionsanstrich mit anschließenden Putz und Risssanierungen beinhaltet, sowie einem einheitlichen Neuanstrich. Bei der aufwändigeren Variante wurde der alte Dispensionsanstrich von den Mitarbeitern der Firma „Böddeker & Schlichting" aus Paderborn, die mit den Restaurierungsarbeiten betraut wurden, chemisch-mechanisch mit speziellen Freilegemessern entfernt, Risse und sonstige Putzschäden wurden mit einem Kalkmörtel saniert. Hierbei zeigte sich, dass noch Reste des ursprünglichen Ausmalungssystems von 1895 vorhanden waren. Der untersuchte untere Wandflächenbereich zeigte eine recht gut erhaltene Teppichmalerei, die ebenfalls aus dem Jahr 1895 stammt, zusätzlich konnten noch ursprüngliche Weihekreuze aufgedeckt werden.
Diese erste Raumausmalung wurde vom Kunstmaler Hermann Volkhausen, Junior aus Paderborn ausgeführt. Andere überregional bedeutende Künstler der damaligen Zeit waren der Steinbildhauer Heinrich Fleige aus Münster und der Maler und Radierer Wilhelm Tischbein aus Eutin. Der Geschäftsführer der Firma Böddeker & Schlichting Udo Schlichting erklärte: „So wurden die unter dem Anstrich liegenden historischen Fragmente freigelegt und die gesicherten Gratbänder mit dekorativer Ornamentik, der umlaufende Wandteppich und die gemalten Weihekreuze konnten wieder rekonstruiert werden." Er betonte: „Es ist selten, dass wir ein Projekt so von Grund auf restaurieren, das liegt natürlich daran, dass sämtliche Arbeiten von Hand erledigt werden müssen und das ist sehr Zeit- und kostenintensiv, aber es lohnt sich." Das Ergebnis der Arbeit ist auf jeden Fall ein Blickfang. Die kleine Kapelle ist ein wunderschönes Kleinod geworden und durch die Restaurierung in ihren ursprünglichen barocken Zustand versetzt, der sich auch in der Farbgebung widerspiegelt.
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| Der Geschäftsführer der Firma Böddeker und Schlichting, Udo Schlichting zeigte die Stelle an der die Weiheleuchter an den Weihekreuzen befestigt werden. Die Firma spendete einen Weiheleuchter. Von den ehemals insgesamt acht Leuchtern fehlen jetzt noch sechs. „Die Kirche würde sich über Spenden zur Produktion der fehlenden Leuchter sehr freuen“, so Pfarrer Wilhelm Koch. Foto: Marion Büse |
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Pfarrer Willi Koch erzählte schmunzelnd: „Als mich die Restauratoren anriefen und erklärten, die Decke hätte jetzt einen leichten blauen Farbton und die Wände einen lichten Rosafarbton, war ich schon etwas überrascht, doch das Ergebnis hat mich mehr als überzeugt." Im Innenraum fehlen jetzt noch sechs Weiheleuchter. Von den ehemals acht geschmiedeten Leuchtern aus dem späten 19. Jahrhundert ist nur noch einer im Original erhalten. Dieser diente als Musterstück für die Rekonstruktion. Ein Leuchter wurde zwischenzeitlich durch eine Spende der Firma Böddeker & Schlichting ersetzt.
Jetzt würde sich die Gemeinde noch über Spenden für die restlichen sechs Leuchter freuen. Die Kosten für einen Leuchter betragen 250 Euro. Die Umgestaltung des Umfeldes der Annenkapelle kostete 70.000 Euro. „Die wurden aus Mitteln des Konjunkturpaketes II finanziert, in dessen Wesen es liegt die heimische Wirtschaft zu unterstützen", erklärte Bürgermeister Hermann Temme. Bauamtsleiter Johannes Groppe betonte: „Der Außenbereich ist in enger Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege angelegt worden. Dabei wurde ein Wirtschaftsweg entsiegelt und die ehemalige Bundesstraße wird wieder genutzt, so sind auch die Gläubigen ungestörter." „Durch die Entsiegelungen der Flächen wurde einiges für die Umwelt getan", freute sich Bernd Ulrich bei der Stadt Brakel zuständig für Denkmal-Angelegenheiten.
Nach einem Gutachten war das Fällen der drei Linden vor der Kapelle unumgänglich. Diese wurden durch Neupflanzungen ersetzt. Pfarrer Wilhelm Koch dankte allen für die große Unterstützung, sei es durch Geldspenden oder ehrenamtlichen Einsatz, wie vom Rentnerteam, das unermüdlich im Einsatz war. Auch in diesem Jahr sind an jedem Dienstag vor Annentag, die Novene Gottesdienste, sie beginnen um 19.30 Uhr an der Annenkapelle. Jeder Gottesdienst hat eine besondere Intention. Am 22. Juni wird für unsere Kinder und Jugendlichen gebetet, am 29. Juni für den Frieden in der Welt, am 6. Juli um die Einheit der Christen, am 13. Juli für die Stadt Brakel und unser Vaterland, am 20. Juli für die Verstorbenen und am 27. Juli für die Priester und Ordensgemeinschaften und um neue Berufungen. Am Donnerstag, 29. Juli um 19.30 Uhr findet ein Ökumenischer Bittgang zur Annenkapelle statt. Treffpunkt ist der Bildstock Ecke Nieheimer Straße/ Rudolphistraße. MB |
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