Ökumenischer Frühstückstreff

Vortrag über das Börniger Pestkreuz von Gerd E. Schug am 5. September 2019

Hobby-Historiker und Mitglied im Historischen Verein Herne/Wanne-Eickel Gerd E. Schug war erneut Gast beim ökumenischen Frühstückstreff in St. Barbara. Nun schon zum dritten Mal war er einer Einladung gefolgt und hielt einen interessanten, spannenden Vortrag.

Zuvor gab es wie immer donnerstagsmorgens eine heilige Messe und danach ein gutes Frühstück, bevor die Besucher in unerwartet großer Zahl dem Vortrag lauschten.

Dieses Mal ging es um das Börniger Pestkreuz. Selbst aus Börnig stammend, hatte Gerd E. Schug sich vor Jahren mit viel Herzblut für die Erhaltung des Denkmals und seine Bekanntmachung in der Bevölkerung eingesetzt - mit gutem Erfolg, wie man heute sagen kann! Auf seine Initiative hin wurde 2015 eine Hinweistafel aufgestellt und öffentlich, auch in der Presse, vorgestellt. Seitdem gibt es doch so manche Spaziergänger/innen und Radfahrer/innen, die dieses Ziel ansteuern.

 

Sein Vortrag heute begann mit einer Beschreibung der schrecklichen Krankheit Pest mit ihren verschiedenen Arten, die auch heute noch nicht ausgestorben ist, z. B. in Madagaskar. Die Infektion erfolgte durch Flöhe über kleine Nagetiere wie Ratten. Durch den schecklichen Krieg waren die Menschen in sehr schlechter, anfälliger Verfassung. "1636 während des 30-jährigen Krieges wütete die Pest im Kirchspiel Castrop-Rauxel, wozu auch Börnig gehörte", steht auf der Hinweistafel.

Seine Erzählungen, wie mit den erkrankten Menschen umgegangen wurde, sofortige konsequente Trennung von der Familie, auch Kinder und Aussperrung, gingen sehr nahe. Die Verluste waren so groß, dass oft die Hälfte aller Menschen oder sogar noch mehr in den Orten gestorben sind.

"Als dann die Pest vorüber war", so steht es auf dem Hinweisschild, "haben die überlebenden Einwohner aus Dankbarkeit für ihre Errettung aus höchster Not und zur Abwendung künftiger Gefahren am 16. August 1637, dem Fest des heiligen Rochus, ein Gelübde abgelegt, ein Kreuz zu errichten. Neben dem Pestkreuz wurde die sogenannte Urbanuslinde am historischen Ort, dem Schnittpunkt zweier damaliger Wegeverbindungen nach Sodingen und Herne, gepflanzt.

Die Pestprozession wird in den Castroper Bauernschaften Frohlinde, Dorf Rauxel und Obercastrop noch immer jedes Jahr am Fest des heiligen Rochus durchgeführt. In Herne-Börnig ist das Pestkreuz Station bei der jährlichen Fronleichnamsprozession."

 

Die Gäste waren wieder einmal sehr angetan von seinem Vortrag. Ein herzliches Dankeschön kam in Worten von Rita Serafin und mit einem dicken Applaus aller Gäste. So bleibt nur zu hoffen, dass es demnächst wieder einmal einen Vortrag mit Gerd E. Schug und einem interessanten Heimat-Thema geben wird.

 

Bei dieser Gelegenheit:   Herzliche Einladung zur heiligen Messe jeden Donnerstag um 8:30 Uhr und zum anschließenden Frühstück!