Pilgerreise führte nach Burgund
ein begeisterter Reisebericht














In der 2. Herbsteferienwoche erlebten 50 Pilger aus dem Pastoralverbund Lippe-Detmold eine Reise ins wunderschöne Burgung – weinseliges Land der Kirchen und Klöster, Mekka für Feinschmecker und Wiege der Zisterzienser. Hier ist ein Reisebericht einzusehen:


Goldenes Burgund
Bericht über die Pilgerreise des katholischen Pastoralverbundes Lippe-Detmold nach Burgund im Oktober 2018 

Zum sechsten Mal führte unsere Pilgerreise in das europäische Ausland. In diesem Jahr war Burgund das Ziel. Die Fahrt wurde fundiert vorbereitet und geleitet von Brigitta und Franz Streyl. Fünfzig Teilnehmende hatten sich angemeldet, der Bus war gut gefüllt. 

Burgund – eine Übergangsregion zwischen dem nördlichen und südlichen Europa weist ein kontinentales Klima mit mediterranen Einflüssen auf. Mittlere Höhen bestimmen die Region. Die agrarisch geprägte Gegend zeigt Forstwirtschaft, Getreide- und Gemüseanbau, Geflügelzucht und Rinderherden. Weinberge heben sich von grünen Hügeln ab. Die Landschaft vermittelt einen friedlichen Eindruck mit malerischen Orten.

Ab dem 4. Jahrhundert breitete sich das Christentum aus. Das Mönchstum bestimmte im Mittelalter mit burgundischen Herzögen Geschichte und Politik des Gebiets. Die Abteien Cluny und Citeaux, Wiegen der beiden bedeutendsten Klosterreformbewegungen des Mittelalters, wurden hier gegründet.

Mönche beschäftigten sich früh mit dem Weinbau und trugen zu seiner Kultivierung bei. Einige der berühmtesten Weinlagen des Landes verdanken ihre Entstehung Cluniazensern und Zisterziensern.

Folgerichtig lautete das Unterthema der Fahrt: Burgund, weinseliges Land der Kirchen und Klöster, Mekka für Feinschmecker … Wiege der Zisterzienser.

Das Thema weckte hohe Erwartungen und – um es vorab zu sagen - diese wurden in besonderem Maß erfüllt.

Einen Schwerpunkt der Pilgerreise bildete die Besichtigung historischer Kirchen und Klöster, viele von Ihnen UNESCO Welterbe Stätten. Staunend betrachteten wir die grandiose Ruine der Benediktinerabtei Cluny, der einst mächtigsten Kirche der katholischen Welt. Das große Querschiff verfügt noch heute über eine 31 Meter hohe Kuppel. Sie erweckt den Eindruck sich dem Himmel an zu nähern.

Die Zisterzienserabteien Citeaux, Pontigny (mit 119 Metern die längste Kirche in ganz Frankreich) sowie Fontenay (bereits seit 1981 Weltkulturerbe) erregten unsere Bewunderung gleichermaßen.

Wir besuchten den Wallfahrtsort Vezelay, der im Mittelalter bis zu 100.000 Pilgern Übernachtungen in Kellern und Gewölben ermöglichte. Vom Kaiser bis zum Bettelmönch pilgerte „ganz Europa“ auf den heiligen Hügel, auf dem die Abteikirche Ste-Madeleine steht. Dieser Ort gehört gleich zweimal zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Da unsere Reiseleiterin Frau Dr. Hannelore Pepke eine ausgewiesen profunde und begeisterte Mittelalterexpertin ist, unternahmen wir eine kleine Tour zu den berühmtesten Kirchen des Brionnais:  Besichtigung der romanischen Herz-Jesu-Basilika in Paray-le-Monial („Taschenausgabe“ der Abteikirche von Cluny), der spätromanischen Dorfkirche in Semur-en-Brionnais („spät cluniazensisches Meiserwerk“)  und des idyllisch gelegenen ehemaligen Priorats in Anzy-le-Duc (reicher Skulpturenschmuck). Fachbegriffe wie zB Kapitell (oberer Abschluss einer Säule) oder Tympanon (Schmuckfläche im Bogenfeld von Portalen) wurden inhaltlich erklärt und in unser Alltagswissen integriert.

L`Hotel-Dieu, aus der Hochgotik stammendes Kranken- und Armenhospiz im Zentrum von Beaune (ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe), prägte sich ein. Schon der Blick in den gepflasterten Innenhof des Gebäudeensembles begeisterte uns.

Zur christlichen Ausrichtung und Orientierung der Pilgerreise gehörte auch der mehrmalige Besuch der heiligen Messe. Diese in einem fremden Land, in fremder Sprache mitzufeiern und zentralen Sinn, Ablauf, Aussagen sowie Anliegen, zu verstehen, war eine sehr berührende intensive Erfahrung. Die täglichen Impulse über Bedeutung und Lebensnotwendigkeit von Wasser, sorgfältig vorbereitet von Brigitta Streyl, stimmten uns nachdenklich. Sie bewegten und führten in Tagesvorhaben ein.

Der geistige Mehrwert verband sich mit kulinarischen Köstlichkeiten: Besuch eines Weingutes, den die Mönche von Citeaux angelegt hatten, die Teilnahme an einer Weinprobe in einem Jahrhunderte alten Weinkeller, durchgeführt vom Besitzer persönlich sowie der Genuss der Drei-Gänge-Menüs mit typisch burgundisch-französischen Speisen und Getränken. Haben wir die regionale Spezialität Charolais-Rind gekostet? Gut möglich. Aßen wir Bresse-Huhn? Auch möglich. Auf jeden Fall mundete es bestens, so wie der burgundische Wein. Dank Frau Dr. Pepke wurde auch diesbezüglich unser Wissen vergrößert. Zudem verfügt sie über die Gabe, besondere landestypische Restaurants und Cafés für uns zu entdecken.

Aber auch der Verzehr der mitgebrachten Heißwürstchen (für diese geglückte Aktion gebührt unserem Busfahrer Sören ein weiterer herzlicher Dank), dazu Käse und frisches Baguette, erwiesen sich beim gemeinsamen Essen als delikat. Der ungewöhnliche Ort, Rand eines Parkplatzes, sowie der eher provisorische Aufbau bestärkten die gute Gemeinschaft der Teilnehmenden.

Geistige und körperliche Nahrung, Gemeinschaft, Landschaft und dazu herrliches Wetter ließen die Frage aufkommen: Hat das Bonmot „Leben wie Gott in Frankreich“ seinen Ursprung in Burgund?

Barbara Klaus























 


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