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Pilgerreise führte nach Siebenbürgen
ein begeisterter Reisebericht






















Pilgerreise nach Siebenbürgen—Land der kulturellen und konfessionellen Vielfalt

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Eine faszinierende Reise, veranstaltet durch den Pastoralverbund Lippe-Detmold, zu dem die katholischen Kirchen von Augustdorf, Detmold, Lemgo, Barntrup, Bösingfeld und Hohenhausen gehören, haben 46 Personen in der ersten Woche der Herbstferien 2017 erleben dürfen.

Durch akribische Vorbereitung  des jahrelang bei kirchlich organisierten Reisen  bewährten Reiseleiters und –Planers Franz Streyl, begleitet von seiner Ehefrau Brigitta, welche  unter anderem durch die Vermittlung von besinnlichen Texten und Liedern „Nahrung für Geist und Seele“ verteilte, konnten wir Reisenden diese Unternehmung in  vielerlei Hinsicht genießen.

Einen ganz erheblichen Beitrag zum Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit im fremden Land leistete mit vorzüglichen Informationen, hilfreichen Übersetzungen, Vermittlung von Verbindungen zu eigenen heimatlichen und religiösen Wurzeln Frau Dr. Maria Mühlbauer- Keul. Mit ihrem Ehemann hatte sie sich etwa 2 Jahre lang durch intensive Recherchen und Knüpfung bzw. Wiederbelebung von Verbindungen zu kirchlichen und karitativen Organisationen in ihrer siebenbürgischen Heimat befasst, wovon unsere Reise in hohem Maße profitierte. Wenn auch die Fülle der Programmpunkte, die u.a. flugzeitbedingte Irritation der Nachtruhe-oder auch ein ärgerlicher Virusinfekt einige zum „Innehalten“ des sehr lebendigen Reiseverlaufs zwang, so konnten alle von den berührenden Eindrücken in den besuchten Orten profitieren.

Das markanteste Merkmal Siebenbürgens sind die über hundert Kirchenburgen und Wehrkirchen, die zur Erschließung der menschenleeren Wälder und zum Schutz gegen die Mongolenstürme errichtet worden waren, hiervon war der Besuch in Prejmer/Tartlau sehr eindrucksvoll.

 






















Faszinierend waren für uns auch die intakten mittelalterlichen Stadtkerne, z.B. von Klausenburg (Cluj Napoca), Hermannstadt (Sibiu), dem Zentrum der Siebenbürger Sachsen mit Sitz der ev.-lutherischen Landeskirche sowie des rumänisch- orthodoxen Metropoliten von Siebenbürgen. Hier erlebten wir am Sonntag einen römisch-katholischen Gottesdienst. In  Karlsburg (Alba Iulia) mit dem ältesten katholischen Bischofssitz Siebenbürgens lauschten wir auf kühlen, harten Kirchenbänken einem ausführlichen kirchenhistorischen Vortrag durch den Erzbischof György Jakubinyi und in Blasendorf (Blaj), dem Zentrum der rumänischen und mit Rom unierten Kirche, die wegen des byzantinischen Ritus auch griechisch-katholische Kirche genannt wird, hatte sich der Großerzbischof Lucian Muresan zum Empfang unserer Gruppe bereit erklärt.

In Kronstadt (Brasov) war der Besuch der „Schwarzen Kirche“ mit der berühmtesten Orgel Rumäniens sowie zahlreichen orientalischen, hängenden Teppichen ein „highlight“, in Schäßburg (Sighisoara) die Altstadt als Welt-Kulturerbe mit fast vollständig erhaltener Ringmauer, einer überdachten „Schülertreppe“ zum Lyzeum auf dem zentralen Kirchberg, auf den uns die sympathische Stadtführerin hochscheuchte, zufälligem Klang eines originellen Glockenspiels im Wehrturm sowie erholsamem Abendessen im landestypischen Gasthaus.

Im Szeklerland schließlich angekommen, lernten wir durch Abstecher von Odorhellen (Odorheiu) ausgehend, die sprachliche und kulturelle Individualität der Siebenbürger Ungarn kennen-und zwar in die „katholische Insel“ Siebenbürgens mit der armenisch- katholischen Kirche in Niklasmarkt /Gheorgheni sowie in Szeklerburg, dem größten Wallfahrtsort der Ungarn in den Ostkarpaten.

In Sandominic erwarteten uns die  sehr engagierten, religiös und psychosozial ausgebildeten Helferinnen, welche bedürftige Menschen auf ihrem Leidens- bzw. Lebensweg als „Helferinnen des Fegefeuers“  begleiten, mit einem warmen Essen sowie äußerst informativen Gesprächen.

Überdies durften wir auch in den anderen, zuvor aufgesuchten kirchlich-sozialen bzw. diakonischen Einrichtungen erleben, wie sehr sich individuelles und kirchlich organisiertes Engagement hilfreich bei der „Errettung bzw. liebevollen Begleitung“ mit  ganzheitlicher, christlich geprägter Förderung schwer und schwerst gestörter Kinder und Menschen positiv auswirkt.

Sowohl der überzeugte „Einzelkämpfer“ Eginald Schlattner als Pfarrer in einer „Zigeuner-Gemeinde“, als auch der sehr engagierte Mitgründer und Ausbauer des Heims „Canaan“ in Fagaras von  der Organisation „Agape“ mit 52 Bewohnern, die in 5 Wohnhäusern leben, Herr Norbert Frodermann aus Lemgo, haben uns durch ihre profunden christlich-caritativen Lebenspläne und -wege berührt .

Durch ganz persönlich erlebte Beziehungen zum griechisch-katholischen , ehemaligen Untergrundbischof im kommunistischen Regime und später von Papst Paul dem II. zum Kardinal ernannten Alexandru Todea, von dem unsere vorzügliche Reiseleiterin  Dr. Maria Mühlbauer-Keul in früher Jugend sowohl in menschlich- religiöser, als auch in fremdsprachlicher Hinsicht vielfältig geprägt worden war, konnten wir seine letzte kleine Privatwohnung und das Sterbezimmer , in dem sie ihn bis zuletzt gepflegt hatte, aufsuchen in Sächsisch-Regen/Reghin.

Landestypische Souvenirs zum „Anfassen“ haben wir in Form traditionell gefertigter Töpfer-Objekte aus Corund/Korond mitnehmen dürfen, außerdem die Erinnerung an gut ausgestattete unterschiedliche Hotels sowie vielfältige, sowohl biologisch Gemüse-betonte, als auch deftig- fleischhaltige Gerichte mit angenehmen Nachspeisen und Getränken- die uns Leib und Seele stärkten.

Unser großer Dank gilt dem gesamten Organisations-Team - einschließlich dem zuverlässigen Fahrer Tibor aus dem Szekler-Land.

Christiane und Klaus Bartosch


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