Gebete und Impulse
aus dem Pastoralen Raum Soest

 

 

In vielen Kirchen ist es Brauch, dass Menschen in einem Gebetsanliegen eine Kerze anzünden.

Diese Möglichkeit geben wir Ihnen auch auf der Homepage der Abtei Königsmünster. Die Mönche nehmen Ihr Anliegen dann mit in ihr Gebet!

Hier klicken und eine virtuelle Kerze entzünden!

 

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  #Tragseil

    Glaube verbindet / Kirche trägt / Gott hält -
   
Gedanken zum Durchhalten, Aufatmen, Hoffnung behalten

       Bild: pixabay

 

Liebe Menschen im Pastoralen Raum Soest,
wir führen die Reihe der #Tragseil-Impulse weiter und stellen hier jeweils zur Wochenmitte einen neuen Impuls online. Diese Impulse sollen Ihnen während der Coronakrise, Hilfestellung und Ermutigung sein. Einige Seelsorger/innen aus dem Pastoralen Team werden ihre individuellen Gedanken in dieser so herausfordernden Zeit mit Ihnen teilen. Sollten Sie zu den Texten Gesprächsbedarf haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, die jeweiligen Daten dazu finden Sie unter jedem einzelnen Denkanstoß.

Wir sind für Sie da!
Ihre Impulsgeber / Impulsgeberinnen

 

04.11.2020: # Auf diese Steine können Sie bauen 

Ich hoffe, liebe Leserin, lieber Leser, Sie erwarten jetzt keinen Bausparvertrag von mir, wenn Sie nach dieser Überschrift neugierig geworden sind… 😊 Richtig, es war ein Werbeslogan, der durch Wortwahl und Melodie im Kopf hängen geblieben ist. Ich fand es vor einigen Jahren recht pfiffig, als ich diese Überschrift in der Lokalzeitung las. Auch hier ging es nicht um Firmenwerbung, sondern der Redakteur hatte mit dieser Parole unsere damalige Erstkommunionfeier überschrieben.

Wir sind lebendige Bausteine der Gemeinde! – Das war im Vorfeld als Motto der Kommunionvorbereitung ausgewählt worden. Mir als Gemeindereferentin war es ein Anliegen, dass dieses Bild auch mit „Fleisch gefüllt“ wird. So galt es, im Laufe des Vorbereitungsweges immer mal wieder Ansätze zu finden, um das Thema ins Bewusstsein der Mädchen und Jungen zu rücken.

Und dann kam der November… Schule – Kirche – Friedhof, alles im Dorf fußläufig nebeneinander gelegen. Und so wollte ich auch mit den Kindern einmal das (natürlich nicht ganz einfache) Thema „Tod“ ansprechen. Mit Blick auf den Stein-Gedanken kam mir dann eine Idee: Ist es nicht im Judentum ein Brauch, auf die Gräber der Verwandten, Angehörigen und Gönner einen Stein zu legen? Ich erinnerte mich daran, wie mir meine Eltern früher erzählt haben, dass in meiner Heimatstadt Warstein mal eifrige Firmlinge als Sozialprojekt unseren jüdischen Friedhof säubern wollten und sie dabei – natürlich unwissentlich – die Steine wegwarfen… Diese Überlegungen gingen mir also durch den Kopf und ich dachte, bevor ich etwas falsch mache, frage ich einfach beim Zentralrat der Juden nach. Interessanterweise konnte man mir hier keine eindeutige Antwort nach der Bewandtnis der Steine geben. Verschiedene Deutungen stehen im Raum: In der Wüstenzeit sollten sie verhindern, dass Tiere sich an den Toten zu schaffen machen; sie können jedoch auch als Sinnbild für die Ewigkeit der Seele interpretiert werden. Eine Erklärung hat mich persönlich besonders berührt: Wenn ich als Nachkomme an dem Grab meiner Vorfahren einen Stein ablege, zeige ich damit, dass ich, das, was er oder sie Gutes im Leben getan – oder direkt gesagt: aufgebaut – hat, fortsetzen möchte. Ich baue weiter an den fruchtbaren Ideen und guten Taten meiner Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunde. Was für ein tolles Bild!

Mit dieser Erkenntnis ging ich dann zu meiner Kommuniongruppe. Wir tauschten uns zunächst im Pfarrheim über Tod und Auferstehung aus. Danach führte uns der Weg zum nahegelegenen Friedhof, jedes Kind hatte einen Stein in der Hand. Weil es ein kleineres Dorf war, durften die Kokis, deren Familiengrab sich hier befand, uns allen die Gruft zeigen. Bei manchen entdeckte ich einen richtigen kleinen Stolz in den Gesichtszügen, dass sie uns führen durften. Sie legten dann ihren Stein bei der Oma, dem Opa oder einem anderen Verwandten ab.

Der Nachmittag ist mir persönlich ans Herz gegangen und ich habe die Kinder eingeladen, wenn sie zu Hause Zeit finden, mal für ihren Angehörigen ein persönliches Gebet aufzuschreiben – vielleicht auch gemeinsam mit den Eltern und Geschwistern. 

 

 

(Bild: pixabay)

Berührt Sie diese Vorstellung auch? Ich baue weiter an dem, das meine Ahnen mir hinterlassen haben. Was habe ich von ihnen in Erinnerung? Welche schönen Erlebnisse verbinde ich mit ihnen? Was haben sie mir selbst für mein Leben mitgegeben? Kann ich selbst davon etwas meinen Kindern oder anderen weitergeben? Mir geht es jetzt nicht um Menschen mit berühmten Vorfahren (Menschen, die einen großen Namen tragen), sondern eher um das Schlichte. Herzliche Gesten, die Sie übernommen haben, wertvolle Traditionen, die Sie weiterpflegen…                         

Auf welche Steine können Sie bauen?

Ihre Felicitas Hecker                               

Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

Gerne nutze ich auch nochmals die Gelegenheit allen, die sich für das Thema „Tod und Leben“ interessieren, unsere Broschüre „Novemberprojekt“ zu empfehlen. Sie liegt in den Kirchen zur Mitnahme aus.   

 

28.10.2020: # RISIKO - und doch: sie fliegen wieder!  

In dieser herbstlichen Zeit, da es zu wintern beginnt, wird die Welt stiller – alles um uns herum wird farblos und blass…Da ist es an der Zeit, die Melancholie dieser Zeit zu über-winden, sich selber leise und treu zu sagen, was der Glaube uns sagt -da ist eine

 

 

 

 

 

 

(Bildquelle: pixabay)

Zeit, das Wort des Glaubens gläubig zu sprechen: Ich glaube an die Ewigkeit Gottes, die in unsere Zeit – in meine Zeit hineingekommen ist. Unter dem ermüdenden Auf und Ab der Zeit wächst schon heimlich das Leben, das keinen Tod mehr kennt…“ (Karl Rahner).

Mit Gott leben, im Glauben leben – ja überhaupt zu leben, hat immer auch mit Risiko und Unwegbarkeit zu tun. Leben ist Risiko. Glauben ist Risiko.  Doch schon Hermann Hesse hat ermutigend geschrieben: „Riskiere Dich!“ Diese Aufforderung könnte auch von den Kranichen kommen. Diese Vögel, die in Asien ein Symbol für Frieden, Heilung, Neubeginn, Wandel und neues Leben bedeuten. Man faltet sie aus Papier und legt sie auf die Altäre – weil jedes Falten eines Kranichs, ähnlich wie in der orthodoxen Tradition der Ikonenmalerei, mit einem Gebet verbunden  –  und somit ein spiritueller Akt ist.

Und wer in Asien Menschen in Gefahr weiß, faltet noch heute einen Kranich für sie. Das besondere an einem Kranichzug ist dabei: KEINER FLIEGT ALLEIN! Immer wird abgestimmt einer zum Zugvogel, der für eine gewisse Zeit sich an die Spitze setzt, der die Kraft hat, und auch den Mut zu führen. Doch immer ist auch die Frage im Zug: Wer löst ihn ab? Die Vögel verlassen sich aufeinander – sie kennen ihr Ziel, weil es wie ein ewiges Gesetz in ihnen ist. Jeder fliegt dabei mit und in der Kraft des anderen und lässt sich tragen und führen. KEINERE FLIEGT ALLEIN!

Kranichzüge sind nicht nur schön anzusehen – oft hören wir sie ja schon lange, bevor wir sie mit den Augen überhaupt wahrnehmen können. Und dann sind sie da, in ihrer V-Formation, wie eine Pfeilspitze am Himmel – Kraniche auf ihrem Rückflug in die Brutgebiete.

Und wenn man die Möglichkeit hat, ihnen etwas länger beim Flug zuzusehen, dann erkennt man die Ablösung an der Spitze. Nicht einer allein – alle bilden eine Gemeinschaft und aus der Gemeinschaft heraus übernehmen immer wieder andere Vögel die Verantwortung der Führung. Die trompetenartigen Rufe als Warnung, als Kontaktsuche, als Freudenschreie – sie lassen die bewundernden Menschen auf die Straße laufen und den Himmel absuchen. Glücksvögel nennt man sie auch – schon 800 vor Christus sind erste Aufzeichnungen bekannt – Symbol für Frieden, Wachsamkeit und Klugheit. Sie haben einen Nachtkompass, dem sie auch in der Dunkelheit folgen und verfehlen ihre Route nicht. Den anstrengendsten Teil hat immer der Kranich, der die „Spitze“ bildet – auf bestimmte Rufe hin, die anzeigen, dass er müde wird, wird er aus der Gruppe von einem anderen abgelöst. Sollte ein Fluggefährte kraftlos zu Boden gehen müssen, weil er verletzt oder altersschwach ist, gehen immer zwei oder drei mit ihm hinunter – und sie bleiben so lange bei ihm, bis er wieder zu Kräften gekommen - oder verstorben ist. Erst dann fliegen sie mit einem anderen Schwarm weiter.

Welch ein wunderbares Bild auch für uns Christen – auch für uns, als Gemeinden. Wie schön wäre es, wir würden unser Christenleben vor Ort innerlich wie einen Kranichflug begreifen und in die Tat umsetzen.

Wir könnten darum beten – in der Einstellung des Dichters: Riskiere dich mit Deinen Talenten für das Reich Gottes!, bleib nicht in  deinen bequemen Gewohnheiten stecken – vor allem, gib auch  deine Schwächen in die Hand dessen, der dich verwandeln kann – ER, der ICH BIN DA! :

„Herr, lass uns hier und in unserem Alltag immer wieder Deine Nähe spüren. Schenke uns Deine Kraft – und wenn wir draußen zu den Menschen gehen, lass uns erkennen, was sie brauchen. Komme all unserem Tun zuvor und segne es – aber auch unserem Lassen und Ausruhen. Und führe Du zum guten Ende, was wir nicht beenden können. Begleite uns mit Deinem Segen – Du, der Gott, der sich bis auf das Äußerste für uns riskiert hat, riskiert bis zum Kreuz. Du, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen“

In herzlicher Verbundenheit und weiterhin mit dem Wunsch, bleiben Sie behütet (!) grüßt herzlich

Ihr Pfr. Uwe van Raay

 

 

21.10.2020: # Fang das Licht!    

Fang das Licht!

Vielleicht kennen Sie den Schlager? Karel Gott hat ihn gesungen. Ein Lied über das Einfangen von guten Momenten und Erfahrungen, ein Lied über das Vertrauen auf jemanden, der mit einem geht.

Hier geht es zum Text und Lied!

Man könnte meinen, Karel Gott kennt die Geschichte von der Feldmaus Frederick und seiner Mäusefamilie. Auch dort geht es im übertragenen Sinne darum, dass wir Menschen mehr brauchen als Essen und Trinken. Während alle Mäuse für den Winter Nüsse, Beeren und Stroh sammeln, sammelt Frederick Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Und als im Winter die Vorräte zuneige gehen, da fragen die Mäuse Frederick danach und als er ihnen von den Sonnenstrahlen, den Farben und schönen Wörtern erzählt, da wird ihnen ganz warm ums Herz und die Mäusefamilie rückt näher zusammen und verlebt einen schönen Winter.

Ja, es geht nicht nur um die primären Bedürfnisse im Leben: satt, warm und gekleidet zu sein. Es gibt auch diesen Hunger nach innerer Wärme, nach Liebe und Zuneigung, nach Gesellschaft und Gemeinschaft. Es ist eine zutiefst menschliche Sehnsucht, die gerade in Zeiten, in denen die Coronazahlen wieder steigen und die Maßnahmen wieder strikter werden, auf die Probe gestellt wird.

Auch wir als christliche Gemeinschaft merken diesen Mangel, wenn wir uns nur auf Abstand Gottesdienst feiern können, wenn wir uns Gedanken über andere Formen von christlichem Miteinander machen. Da geht es darum, Lösungen zu finden, kreativ zu sein, innovativ zu denken und Möglichkeiten zu eröffnen. Und wenn das nicht weiterbringt, dann haben wir diesen Vorrat an guten Erinnerungen, den wir nutzen können. Aber bitte nicht als Vertröstung nach dem Motto „Ach früher war doch alles viel besser!“ Das tröstet nicht, das vertröstet nur.

„Für das Vergangene Danke, für das kommende Ja“, diese Haltung ist da sicherlich konstruktiver. Die Mäusefamilie hat ja auch nicht der vergangenen Dinge nur nostalgisch gedacht, sondern diese Erinnerungen haben geholfen über den Winter zu kommen. Die Mäuse haben sicherlich auf den Frühling gewartet, wo das Leben wiedererwacht, wo sie wieder in der Natur alles machen konnten, was für ihr Leben wichtig war. So wird es uns auch hoffentlich nach der Corona-Pandemie gehen. Aber bis dahin dürfen wir uns, wenn es uns mal nicht so gut geht, auch an den Sonnenerfahrungen und schönen Erlebnissen in unserem Leben erfreuen, denn sie ernähren unsere Seele.

Also machen wir es wie einst Karel Gott:

Fangen wir das das Licht und halten wir es fest!
Für die Tage, an dem die Hoffnung uns verlässt
Und glauben wir, dass es für uns keine Wunder gibt
Dann vergessen wir nicht, dass da jemand ist, der uns liebt!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch sonnige Herbsttage, innen wie außen!

© 2020 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

 

13.10.2020: # Ich war von Gott überwältigt worden und ich bin es noch!   

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

Ich bin von Gott überwältigt worden und bin es noch! (Zitat Madeleine Delbrêl)


Liebe Leserinnen und Leser,

gestern, am 13.Oktober war der Todestag von Madeleine Delbrêl. 1964 ist sie im Alter von 60 Jahre in Ivry-sur-Seine gestorben.

Mit Blick auf Madeleine und meiner ersten intensiven „Begegnung“ mit ihr, wage ich mal fast ähnlich zu formulieren. Je mehr ich in den vergangenen Jahren zu ihr gelesen habe, ihr quasi näher und näher gekommen bin, umso mehr bin ich von Madeleine, ihrem Weg und ihrer Spiritualität überwältigt worden und bin es noch. Jedes Mal aufs Neue. Und auch jetzt, würde ich SIE, liebe Leserinnen und Leser am liebsten einladen, sich mit mir zu treffen und gemeinsam dieser Frau, ihrer Spiritualität, ihren Gotteserfahrungen, ihrem Leben und darin letztlich Gott zu begegnen.

Was für eine Frau, was für ein Lebensweg.

Von der bekennenden Atheistin zur Mystikerin. Der alles verwandelnden Moment, als sie sich entschließt zu beten und als Suchende von Gott gefunden wird. Sie studiert nicht Theologie, sondern Sozialarbeit. Täglich dem Evangelium ein Wort entreißend, ist sie zeitlebens unmittelbar mit und zu den Menschen auf dem Weg - in der Armut des ganz banalen Lebens/ Alltags. Mitten in einer völlig säkularisierten und kommunistischen Umgebung. In der Haltung absichtsloser Präsenz, mit der Liebe als einziger Aufgabe im Gepäck– Gott einen Ort sichern wollend.

Madeleines Kraftquelle – Gott selbst, das Gebet und das Evangelium. Und damit meint sie mehr als das Buch. Im Evangelium begegnen wir (nicht nur aus ihrer Sicht) letztlich Christus selbst. Täglich neu kann dieses geschehen.

Vielleicht mögen Sie es ihr in den kommenden Tagen ja mal nachmachen. Das Evangelium an einer beliebigen Stelle aufschlagen, lesen und sich von einem Wort, einem Satz finden lassen, der sie dann durch den Tag begleitet. Fais parait! Mach´s genauso! (Zitat Madeleine; Juni 64) kommt mir dazu in den Sinn.

Madeleine Delbrêl., ihr Leben, ihr Weg machen mir Mut, immer wieder. Auch und gerade in dieser Zeit, dieser Welt, dieser Kirche. Zum Abschluss habe ich einige meiner Lieblingsgedanken, Impulse von Ihr angefügt. Auch diese können Tagesimpulsgeber und Wegbegleiter sein.  Und wer weiß, wenn dieser und / oder ihr Evangeliums Wort sie dann durch den Tag begleitet – vielleicht treffen Sie ja Gott. Werden suchend von IHM gefunden.

  • Absichtslos präsent
  • In der Armut eines ganz banalen Lebens
  • Liebe ist unsere einzige Aufgabe
  • Lasst euch finden!
  • Insel der göttlichen Anwesenheit sein
  • Gott einen Ort sichern

In herzlicher Verbundenheit

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

07.10.2020: # Grenzüberschreitendes Beten...

 

 

 

 

 


(aus: pixabay.de)

 


Heute ist der 7. Oktober. Im kirchlichen Heiligenkalender steht für diesen Tag: Maria vom Rosenkranz / Gedenktag unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Sagt Ihnen dieses Fest etwas?
Ich selbst kann mich zumindest daran erinnern, dass ich im Alter der Erstkommunion noch den Rosenkranz gelernt habe, dass er zuweilen in der Familie (meist sonntags abends) gebetet wurde. Frühere Generationen haben ihn sicherlich viel öfter in ihren Händen gehalten, dabei der Gottesmutter ihre persönlichen Sorgen, ihren Dank und ihre Bitten anvertraut oder auch Nöte der Welt in das Gebet hineingelegt. In unseren Gemeinden ist es zudem üblich, dass sich Gläubige zum Rosenkranzgebet zu festen Zeiten versammeln. So gilt auch einmal an dieser Stelle ein herzlicher Dank all denjenigen, die diese Andachten vorbereiten, aber auch allen, die „einfach nur kommen“! Sie – lieber Leser, liebe Leserin – lade ich natürlich ein, diese Angebote wahrzunehmen und sich in die Gebetskette einzureihen oder auch einmal still für sich – Zuhause, unterwegs, bei einem Spaziergang – mit Maria ins Gespräch zu kommen.
Ich vermute, dass ein Gefühl Menschen über Jahrhunderte hinweg Trost und Hoffnung gespendet hat, das Gefühl, dass da eine Frau ist, die zuhört, die schlicht da ist. Und zwar für alle menschlichen Lebenslagen! Denn so interpretiere ich die Tatsache, dass es die schmerzhaften, aber auch die freudenreichen Geheimnisse gibt… Darin betrachten wir das Leben Jesu in Freud und Leid, stets aus der Perspektive Mariens, die mitfühlend diese Wege mitgegangen ist.
Gläubige öffn(et)en durch die Aneinanderreihung der Ave Maria`s der Gottesmutter ihr Herz. So habe ich mich übrigens für genau dieses Foto am Anfang des Textes entschieden, denn hier können wir gut diese Form erkennen: Wir können es als Herz des Beters / der Beterin deuten, das sich im Gebet suchend an sie wendet, aber natürlich auch als großes Herz Mariens, wenn wir sie als Mutter – als Schwester – als gute Freundin anreden. Und in dieser besonderen Gabe ist sie eine Person, die über die Jahrhunderte wirkt und nicht an Bedeutung verliert… An den Bewegungen unserer Zeit erkennen wir, dass auch moderne Frauen sie als Vorbild sehen, sie um Rat fragen und sich unter ihren Schutz stellen. Ganz unterschiedliche positionierte Menschen beten somit zu ihr und das führt mich zu der Lesung des heutigen Tages (Apg 1,13-14), die den Titel trägt: Die betende Urgemeinde!
13 Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Auch hier sitzen doch recht unterschiedliche Charaktere zusammen: der hitzköpfige Simon Petrus, der zweifelnde Thomas, der vermutlich eher sanftmütige Johannes und eben auch viele Frauen. Vielleicht können wir diese Gebetsgemeinschaft auch heute noch als Orientierungspunkt nutzen, gerade in einer Zeit, in der so Vieles in der Kirche im Umbruch ist. Das gemeinsame Gebet scheint grenzüberschreitend zu sein…

Schließen möchte ich mit einem kleinen Gruß an alle Mädchen und Frauen, die den Namen Rosalie tragen: Gottes Segen zum Namensfest! Denn heute ist auch Euer Tag… 😊

 


Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest
Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

 

30.09.2020: # Alles hat seine Zeit!

 

 

 

 

Impuls kann gerne zugesandt werden!

 

23.09.2020: # Die Sonnenblume und was wir von ihr lernen dürfen

 

Liebe Leser*innen,

in den letzten Wochen durften wir einen wunderschönen Spätsommer genießen. Die Sonne hat uns mit ihrer Wärme und ihren wohltuenden Lichtstrahlen verwöhnt. Die frühen Hochkulturen verehrten die Sonne als Gottheit. Durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welch positive Wirkung Wärme und Sonnenlicht auf unsere Psyche haben. Bei Sonnenschein sind wir vitaler und entspannter; unsere Laune steigt.

In den Blumengeschäften, auf den Wochenmarktständen, an Feldrändern und auf Wiesen begegnet uns derzeit eine Blume, die zu diesem Spätsommer gehört wie keine andere: Die Sonnenblume. Majestätisch überragt sie mit Ihrer Größe die anderen Pflanzen. „Gott wie zahlreich sind deine Werke, sie alle hast du mit Weisheit gemacht“ (Psalm 104), fällt mir spontan ein, wenn ich diese botanische Schönheit betrachte. Klug streckt sie ihren Blütenkopf der Sonne entgegen, denn nur so kann sie ihre kleinen grünen Knospen in ein leuchtendes Gelb verwandeln und zum Erblühen bringen.

Zurück zu uns Menschen: Was ist, wenn die Sonne in den kommenden trüben Herbsttagen verschwindet und unser getankter Lichtvorrat der letzten Tage sich zu  Ende neigt? Oder übertragen gesprochen: Was ist, wenn uns das Leben mal wieder mehr oder weniger aus der Bahn wirft?

Es gibt da jemanden, der Hilfe anbietet, indem er von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12). Große, beeindruckende Worte des Jesu von Nazareth sind das. Er möchte uns also in der Dunkelheit Hoffnung geben. Doch gelingt ihm das? Können wir diese von Liebe geprägte Zusage annehmen?

Wenn ich mit einem WhatsApp-Emoji antworten sollte, würde ich das wählen, welches nachdenklich die Augenbraue nach oben ziehend gen Himmel schaut. Denn es braucht erstmal eine Entscheidung, um dieses Geschenk annehmen zu können, ein Ja oder Nein. Und dann braucht es noch was, nämlich gemachte Erfahrungen auf unserem Weg durch das Leben, die uns das so theoretische Bibelwort auch tatsächlich spüren lassen. Diese passieren nicht von heute auf morgen. Es gibt keinen Schaltknopf, der das von Jesus beschriebene Licht des Lebens mal eben einfach so anknipst. Vielmehr sind Zeit und Geduld gefragt, damit die Freundschaft und Beziehung zu Gott wachsen können und wir seine Leuchtkraft erkennen. Ein Prozess, der uns oft einiges zumutet und abverlangt.

Die Sonnenblume hat sich intelligent entschieden. Sie streckt ihren Kopf der Sonne entgegen, damit sie ihre Pracht entfalten und wunderschön gelb leuchten kann. Doch wie ist es mit uns? Neigen wir unser Gesicht Gottes Wärme zu, um gut und getröstet durch die jahreszeit- oder lebensbedingten grauen Tage  zu kommen?

Ich möchte Sie dazu von Herzen ermutigen, denn es lohnt sich.

 

Ihre Ute Paschedag

Gemeindeassistentin im Pastoralen Raum Soest

 

Zu erreichen unter: Telefon 02921/6710672 oder eMail ute.paschedag@pr-soest.de

 

16.09.2020: # Selig sind die Humorvollen und Weisen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: pixabay)

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09.09.2020: # Die Kraft des Betens

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

 

 

Liebe Maria,

am 08.September denken wir jedes Jahr an Deinen Geburtstag. Ich mag Geburtstage, auch Deinen. Besonders als Kind mochte ich ihn. Als Schülerin des Mariengymnasiums in Arnsberg hatte ich dann immer schulfrei und welches Kind freut sich darüber nicht.

Geburtstage finde ich gut. Nein, schon lange nicht mehr `nur` wegen der Geschenke. Ich finde, sie laden immer ein, ein wenig inne zu halten, zurückzuschauen und auch nach vorn.

Mein Geburtstag ist erst in ein paar Monaten, ich habe somit noch etwas Zeit. Warum mir aber Deiner in diesem Jahr so bewusst geworden ist und ich ihn so achtsam wahrgenommen haben, tja?  Vielleicht liegt es daran, dass durch Corona, diese weltweite Pandemie und auch noch andere weltpolitische und ökologische Themen unser menschliches Leben schon sehr ins Wanken geraten ist.

Wie bei Dir, dachte ich am 08.09. morgens beim Blick in mein Tedeum. Als mir der Satz ins Auge sprang, dass Du und Dein JA!  eine wesentliche Bedeutung in der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen hast. (So ähnlich stand es da.) Und meine Gedanken gingen von ganz alleine zu Deiner Begegnung mit dem Engel. Der Verkündigung, dass Gott Großes mit Dir vorhat, und Deine berechtigte Frage: Wie soll das geschehen?

Und dann Dein Ja! Kein Masterplan, keine große Konzeptentwicklung. Kein - `da muss ich erstmal ein paar Coachingstunden machen, um die verschiedenen Aspekte meiner Entscheidung zu überdenken.` Du hast einfach JA! gesagt und von da an ist in Deinem Leben kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Auch der Realitätsschock folgte ja unmittelbar. `Danach verlies Dich der Engel. ` Solange wie ich denken kann, kommst Du mir an der Stelle immer besonders nah. Wenn ich zu etwas Ja gesagt habe, kenne ich im Anschluss manchmal durchaus den Gedanken, mich wie von allen guten Geistern, von allen Engeln verlassen zu fühlen. Oder zumindest ist der Blick dann so verstellt, dass ich sie nicht mehr `sehe`. Hast Du Dich auch so gefühlt? Und trotzdem hast Du den Ruf Gottes angenommen, bejaht. Bist Deiner Berufung gefolgt. Sind Geburtstage nicht auch eine Gelegenheit sich immer mal wieder der Frage nach der Zustimmung, der eigenen Berufung, dem persönliche Ja! zu stellen? Ich kann Dir sagen, auch in 2020 ist Frausein, Christin sein in der Kirche immer wieder eine echte Herausforderung und Entscheidung.

Und braucht es nicht immer wieder auch stärkende, mutmachende Begegnungen um auf dem Weg zu bleiben? Deine Begegnung mit Elisabeth kommt mir in den Sinn. Bestimmt erinnerst Du Dich. O.k., komische Frage. Wie könnte frau eine solche Begegnung je vergessen. Dieses geisterfüllte Aufeinandertreffen von euch beiden Frauen, das in Deinem Magnificat endete. Welch` einzigartige, bedeutsame lebensrelevante Begegnung. Wow. Vielleicht ist auch das eine Geburtstagsfrage: Welche Begegnungen haben mir im vergangenen Lebensjahr Perspektiven eröffnet? Mich dankbar erkennen lassen: da hatte wohl Gott `seine Finger im Spiel`.

Ach Maria, Corona hat unser Leben sehr verändert. Seit März 2020 sind wir herausgefordert unser Leben, unsere Begegnungen, unseren Alltag, unser menschliches Miteinander immer wieder neu und achtsam auszuloten. Neben Angst, Unsicherheit, ungewohnten Verhältnissen von Distanz und Nähe und vielen Fragen entsteht gleichzeitig mit Kreativität und Einfallsreichtum auch viel – Gutes! Neues!

Dazu kommt mir doch gerade noch ein Gedanke, ein Satz, ja eine Aufforderung von Dir:

Was ER euch sagt, das tut. (Joh2,5) Ja! Du hast erkannt, dass den Menschen etwas Wesentliches gefehlt hat, auf dieser Hochzeitsfeier in Kana. Dass Reserven aufgebraucht waren. Dafür bist Du sogar in die Auseinandersetzung mit Deinem Sohn gegangen. Ich will die Geschichte gar nicht wieder aufwärmen. Aber diesen Impuls, Deine Aufforderung damals an die Diener, heute für mich, für uns mitnehmen, in meinen (Corona) Alltag. Konkret bedeutet das ja, nach Innen lauschen, beten, mich anvertrauen – IHM und seinem Wort. Das berührt, aufhorchen lässt und lebensbejahende und lebensrelevante Perspektiven eröffnet, mitten im Leben, egal wie die äußeren Umstände auch sind. Danke dafür.

Liebe Maria, ich bin sehr froh und dankbar, dass Du, als der Engel vor Dir stand JA! gesagt hast. Das wollte ich Dir immer schon mal sagen und da scheint mir Dein Geburtstag doch genau der richtige Anlass zu sein.

Deine Martina

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

02.09.2020: # Die Kraft des Betens

2020 08 26 Beten

 

 

  

 

 

 

Vor längerer Zeit hatte ich einmal im (zu dem Zeitpunkt noch getrennten) Pfarrbrief in der Ausgabe für Bad Sassendorf ein Zitat als Einstieg in meine Gedanken genutzt: „Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten.“ Zugeschrieben wird es dem ehemaligen Vorsitzenden des DDR-Ministerrates, Horst Sindermann. Anlass dieses Satzes waren die Erfahrungen der Montagsdemonstationen, die schließlich im Fall der Mauer und der deutschen Einigung mündeten.

Warum kommt mir dieses Zitat gerade jetzt wieder in den Sinn?

Es rührt daher, weil es mir selbst kürzlich wieder begegnete in einem ganz anderen Zusammenhang. In der Ausgabe unserer Kirchenzeitung „Der Dom“ vom 23. August führte Claudia Auffenberg (Chefredaktion) ein Interview mit Priorin Irene Gassmann, die zu Beginn ihrer Aussagen direkt an diese Leipziger Montagsgebete anknüpft. Irene Gassmann, dieser Name wird den meisten von Ihnen nichts sagen, auch mir war sie bis dato unbekannt. Doch ihr „Projekt“ zieht weite Kreise: das sogenannte Donnerstagsgebet.
Die Priorin steht einem Benediktinerinnenkloster (Abtei Fahr/ Schweiz) vor. Wie viele in der katholischen Kirche machten sich die Ordensschwestern Gedanken über die Situation der Kirche. Die Missbrauchsfälle haben auch sie betroffen gemacht und vor allem nachdenklich – nachdenklich über die Machtstrukturen in der Kirche. Obwohl sie selbst als Priorin ja durchaus eine „gute Stellung“ in der katholischen Kirche einnimmt, fiel es ihr vor allem in dieser Coronazeit ins Auge: Ohne Mann (Priester) ist bei uns Vieles nicht machbar. Keine Sakramente, keine Beichte, keine Eucharistiefeiern… Und das, obwohl es gerade in der Krise die Zuwendung Gottes durch die Sakramente mehr denn je gebraucht hätte. Mitten in die Zeit des Lockdowns fiel ausgerechnet unser Hochfest: die Kar- und Ostertage 2020. Wie an vielen Orten hat sich auch das Kloster Gedanken über die Ausrichtung der Heiligen Woche machen müssen und so entstanden neue Formen der Liturgie – einfacher, aber nicht weniger berührend (so das Empfinden der Priorin).

Langfristig ist aus diesen Ideen – auch in Vernetzung mit anderen Theologinnen und kirchlichen Mitarbeiterinnen – das sogenannte Donnerstagsgebet entstanden. Von der Schweiz aus zog es (wie erwähnt) Kreise, die rasch die Landesgrenzen überschritten. Es erreichte das Erzbistum Paderborn und irgendwann auch uns direkt in Soest. Uns (Foto s. o.) hat diese Idee begeistert und wir laden ein, sich in diese Gebetskette einzureihen.

2020 08 24 kfd1Am 3. September starten wir um 18.30h in der Heilig Kreuz Kirche in Soest das Gebet, das die Kraft der Veränderung, Glaubwürdigkeit, Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit in den Blick nehmen will. Jeden ersten und dritten Donnerstag ist es offen für alle, die sich für dieses Thema interessieren. Gebet – Austausch – Begegnung: Diese drei Worte stehen über den abendlichen Treffen. Geben Sie diese Termine gerne untereinander weiter!!!

Die damaligen DDR-Bürgern haben sich friedlich, solidarisch und auf Gott vertrauend auf den Weg gemacht und… Was ist daraus geworden? Für mich ein Beispiel, das zur Nachahmung einlädt. Lasst es auch uns angehen, mit Gebeten zu verändern… Schritt für Schritt!!!

 

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

26.08.2020: # Für wen aber hälst Du mich?

2020 08 25 Jesus

 

 Für wen aber hälst Du mich?

 

 

(© Photo: Privat)

 

Morgens in einem Seminar. Wir steigen ein in den Tag mit einem spirituellen Impuls. Es geht um folgenden Bibeltext:

Das Christusbekenntnis des Petrus und die Zusage Jesu: 16,13–16

„13 Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? 14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. 15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Für wen aber hältst Du mich? Vielleicht ist es gut, sich diese Frage mal wieder zu stellen. Wir haben es jedenfalls getan. Sehr unterschiedlich waren die Wahrnehmungen, sehr unterschiedlich die Blickwinkel, sehr unterschiedlich die Christusbeziehungen. Ja, der Glaube lebt von Beziehung. Wir haben es in den vergangenen Monaten gesehen, was passiert, wenn Begegnung in Beziehung nicht mehr möglich ist. Aber es geht nicht nur um die Begegnungen in der Gemeinschaft mit anderen, die zu unserem „Stall“ dazu gehören, es geht auch und zu allererst um die Beziehung zu dem, auf den das alles gegründet ist, Jesus Christus. Wie sieht es da aus? Was antworte ich, wenn ich ganz persönlich gefragt werde: Du, Sonja, für wen hältst Du mich? Und da der Glaube eine Dynamik hat und Beziehungen auch immer in Bewegung und Veränderung sind, kann die Antwort immer wieder anders aussehen. Wir sind nicht irgendwann damit fertig, sondern wir machen uns immer wieder neu auf die Suche nach Antworten. Meine Antwort heute Morgen war folgende: Jesus, Du bist für mich ein „engelhaftes Vorbild“ für gelingendes Leben. Ein Engel ist ein Mensch mit Herz. So möchte ich auch unterwegs sein, als Mensch und als Christin. „Wohin du auch gehst, geh mit deinem Herzen.“ (Konfuzius). Vielleicht nehmen sie sich auch mal eine kleine Auszeit und denken mal darüber nach, was sie antworten würden auf die Frage Jesu: „Du, …, für wen hältst Du mich?“

Ich wünsche Ihnen dabei gute Gedanken und wertvolle Erkenntnisse. 😉                                                                                                                                                                
© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

19.08.2020: #

(entnommen aus: www.pfarrbriefservice.de)

 „Ich gehe in jedem August gerne mit und erfahre immer wieder etwas Neues!“ sagte ich. „Ja. Mir geht es ähnlich. Nur… eigentlich – weil ich es stets danach vergesse – lerne ich jedes Jahr genau das Gleiche!“ war ihre Antwort mit einem Lächeln im Gesicht. Dieses kurze Gespräch habe ich vor längerer Zeit in meiner ersten Gemeinde mit einer Frau aus dem Pfarrgemeinderat geführt. Wir gehörten zu der Gruppe, die mit offenen Augen und Ohren einer Frau durch die Briloner Feldflur folgte. Die Dame führte uns hinaus aus dem Ort, legte dann und wann immer wieder einen Stopp ein, schnitt eine Pflanze ab und zeigte sie erklärend ihrer Zuhörerschar…

 Sie haben es sicherlich schon vermutet: Es geht um das Fest Mariä Himmelfahrt, das wir am vergangenen Wochenende in unserem Pastoralen Raum, in allen katholischen Kirchen, feiern konnten.

 Da mich der Festgedanke persönlich anspricht, bemühe ich mich, stets im Vorfeld andere vom Mitmachen zu überzeugen. Für meinen WhatsApp-Status habe ich mich deshalb Anfang August auf die Suche nach einem ansprechenden Motiv zur Werbung begeben und bin bei dem Foto hängengeblieben, das Sie oben bereits entdeckt haben.

 Schauen wir es uns doch einmal etwas genauer an… Zwei Hände – prall gefüllt mit den Gaben der Natur – dominieren die Szene. Gelb, weiß, ein helles grün… Frohe, leuchtende Farben strahlen die Pflanzen aus, eine Freude, die durch die bejahende Geste noch zusätzlich unterstrichen wird. Open-air ist die Aufnahme entstanden, zum Himmel ist scheinbar der ganze Mensch (auch wenn wir nur etwas von ihm erkennen) emporgereckt. Am Bildrand bemerkt der aufmerksame Betrachter noch dunkle Wolken, doch die Blumenpracht scheint sie zu verdrängen, denn direkt über ihr erstrahlt ein tolles Himmelblau. Woran mein eigener Blick zudem hängen blieb, ist die Form, die die Pflanzen durch die Hände erhalten. Ich sehe darin ein Herz.

 Und dabei kam mir der Gedanke an Maria, mit ihr fühlen wir uns bei der Kräutersegnung in besonderer Weise verbunden.  Ein Satz, der mich in ihrer Biografie beeindruckt, lautet: Maria aber bewahrte all das Gehörte in ihrem Herzen und dachte viel darüber nach. (Lukas 2, 19).

 Für mich steht hinter diesem scheinbar lapidaren Satz aus der Weihnachtsgeschichte ein Lebensmotto der Mutter Jesu. Sie kann oft das göttliche Geschehen in seiner Tiefe nicht verstehen, aber sie öffnet ihm ihr Herz, bedenkt es darin und kann so zum Glauben finden. Kein blinder Gehorsam, sondern ein reflektiertes Ja zu Gottes Plan. Insofern kann sie für uns heutige Christen zum Vorbild werden… nicht nur am 15. August.

 Wilde Möhre, Thymian, Salbei, Johanneskraut… Mögen Ihnen all‘ diese Pflanzen Gesundheit und Wohlergehen schenken.

 Und, falls es Ihnen genauso geht wie uns damals in der Briloner Feldflur und Sie eher zu den Biologie-Laien gehören: Vielleicht schlagen sie mal nach, wofür / wogegen alles ein Kraut gewachsen ist. Oder gehen Sie im nächsten Jahr einfach mal mit auf einer unserer Kräuterwanderungen!

 FHecker

Ihre Felicitas Hecker                               

 Gemeindereferentin im PR Soest

 Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 


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