Gebete und Impulse
aus dem Pastoralen Raum Soest

 

 

In vielen Kirchen ist es Brauch, dass Menschen in einem Gebetsanliegen eine Kerze anzünden.

Diese Möglichkeit geben wir Ihnen auch auf der Homepage der Abtei Königsmünster. Die Mönche nehmen Ihr Anliegen dann mit in ihr Gebet!

Hier klicken und eine virtuelle Kerze entzünden!

 

 

 

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  #Tragseil

    Glaube verbindet / Kirche trägt / Gott hält -
   
Gedanken zum Durchhalten, Aufatmen, Hoffnung behalten

       Bild: pixabay

 

Liebe Menschen im Pastoralen Raum Soest,
wir führen die Reihe der #Tragseil-Impulse weiter und stellen hier jeweils von Montag bis Freitag einen neuen Impuls online. Diese Impulse sollen Ihnen während der Coronakrise, Hilfestellung und Ermutigung sein. Einige Seelsorger/innen aus dem Pastoralen Team werden ihre individuellen Gedanken in dieser so herausfordernden Zeit mit Ihnen teilen. Sollten Sie zu den Texten Gesprächsbedarf haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, die jeweiligen Daten dazu finden Sie unter jedem einzelnen Denkanstoß.

Wir sind für Sie da!
Ihre Impulsgeber / Impulsgeberinnen

 

 

15.01.2021: #Wie gut, wenn man Freunde hat

 

Bild aus dem Morgenland

 

Ich sage dir:
Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!
(Mk 2,11)

 

 (Bild: P. Cornelius Wanner OSB)

 

So hören wir Jesus heute im Tagesevangelium (Mk 2,1-12) zu einem Gelähmten sprechen.

Ja, wenn das nur so einfach wäre, wenn ich all das, was mich zu Boden drückt, was mich schwer belastet und immer wieder lahmlegt, so einfach auf die Schulter nehmen und damit weggehen könnte.

Manchmal hat mich alles so sehr im Griff, dass ich es aus eigenen Kräften nicht schaffe. Wie gut ist es da, wenn es in diesen Tagen und Zeiten dann Menschen gibt, die mich da im wahrsten Sinne des Wortes tragen. Denen kein Weg zu weit und keine Anstrengung zu groß ist. Die für mich quasi einem anderen aufs Dach steigen, damit mir geholfen wird.

Überlegen wir heute einmal, welche vier Menschen habe ich an meiner Seite, denen ich in dieser Weise vertrauen und auf die ich ganz sicher bauen kann?
Welche vier Menschen würden sich nicht aufhalten lassen durch Hindernisse auf dem Weg und für mich aufs Dach steigen, damit mir geholfen wird?

Ich hoffe sehr, dass uns mehr als nur ein Mensch einfällt, der uns tragen würde und vielleicht können wir heute diesen (vier) Menschen einfach DANKE sagen, dass sie da sind, dass es sie gibt. Vielleicht durch eine kleine Geste, durch einen Anruf oder sonstige Zeichen, die unseren Dank zum Ausdruck bringen.

Denn nachdem er den Glauben derer sah, die ihn auf der Bahre getragen hatten, sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!

Liebe Grüße und einen guten Tag wünscht Ihnen

Pater Cornelius

 

Ihr P. Cornelius Wanner OSB
Tel. 02924 / 9 74 91 52
E-Mail: cornelius.wanner@pr-soest.de

 

 

14.01.2021: #Was menschlich ist... oder: Chapeau, Herr Ramelow!

Kirchrarbach

 

 

Kennen Sie irgendeine berühmte Persönlichkeit der letzten Jahre, die öffentlich zu einem Fehler gestanden hat und zumindest den Versuch unternommen hat, ihn wieder gut zu machen. Ein Politiker vielleicht? Ein Sportler? Ein Schauspieler, ein Musiker?

 




manchmal scheint etwas Menschlichkeit durch… 

(Foto: Andreas Krüger privat)

 

Nein? Dann geht es Ihnen wie fast allen Kommunioneltern. Auch denen stelle ich immer beim Elternabend „Beichte“ diese Frage. Damit will ich für das sensibilisieren, was ich für gut und richtig bei der Beichtvorbereitung der Kinder halte. Und das möchte ich Ihnen heute erzählen.

Zunächst bitte ich die Eltern, ihren Kindern nicht mehr von früheren Erlebnissen zu erzählen. Die Geschichten von dem unnahbaren Mann im dunklen Kasten, der mich aushorcht, sind nun wirklich vorbei! Ich habe sie in 30 Berufsjahren bei keinem Priester je erlebt. Im Gegenteil: die Priester gehen sehr liebevoll mit den Menschen um und haben oft einen guten Rat für das, worüber gesprochen wird, parat.

Dann frage ich beim Elternabend die Eltern, ob es nicht richtig und gut für uns Menschen ist, wenn wir (wenigstens einmal im Jahr) uns selbst einen Spiegel vorhalten und uns fragen, ob wir nicht irgendetwas ändern müssten. Ob nicht irgendwas schief läuft, ob wir noch auf dem Weg sind, den wir eigentlich gehen wollen… Und, ob es nicht absolut menschlich ist, sich selbst gegenüber wirklich ehrlich zu sein.

Ich stelle diese Fragen, weil es mir scheint, dass so eine Haltung heute nicht „in“ ist. Wie oft höre ich: „Ich habe niemanden umgebracht und ich habe nicht geklaut, ich bin doch ein guter Mensch“!
Reicht das zum Menschsein? Wollen wir dazu unsere Kinder erziehen?

Ich jedenfalls nicht! Im Gegenteil: ich möchte helfen, Fehler erkennen zu können, zu ihnen stehen zu können, sie zugeben zu können und den Versuch zu unternehmen, sich zu bessern. So eine Haltung verdient den Namen: „menschliches“ Verhalten. Und dazu will ich mit „meiner“ Beichtvorbereitung gerne einen Beitrag leisten.

Warum schreibe ich das diesmal? Weil ich am letzen Samstag tatsächlich von einem Politiker gelesen habe, der jetzt öffentlich sinngemäß sagte: „ Ich hatte Unrecht und ich habe es falsch eingeschätzt“. Gemeint ist Bodo Ramelow, der dies zu seiner Einschätzung der Schutzmaßnahmen zu Corona sagte. Seine Ansicht sei eine „irrige Hoffnung“ gewesen und die Kanzelerin hätte Recht gehabt. Das sagt in der heutigen Zeit ein Führungspolitiker der Linken. Man muss kein Fan von Herrn Ramelow oder den Linken sein. Aber diese Haltung, und dies öffentlich zu äußern, verdient Respekt.
Und wenn unsere Beichtvorbereitung zu so einer Haltung auch nur einen kleinen Beitrag leistet, dann ist sie alle Mühe wert. Und dann ist auch sie ein Baustein zu mehr Menschlichkeit.

 

Andreas Krüger

 

Liebe Grüße und Danke

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

 

13.01.2021: #Ein neues Jahr: reisefertig und gesegnet?!

Sterndeuter an der Krippe

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,
ich wünsche Ihnen aus ganzem Herzen ein gesegnetes und gutes Neues Jahr 2021.


(Foto: Friedbert Simon/pfarrbriefservice.de)

 

Das neue Jahr hat begonnen, wir sind anders hineingegangen, als wir es gewohnt waren. Der Jahreswechsel war für viele von uns gewöhnungsbedürftig – manche haben es aber auch genossen, dass es in einer sehr ruhigen Form vonstattengegangen ist.

Nun hat das neue Jahr bereits Fahrt aufgenommen, der sogenannte Alltag, der auch anders aussieht als wir es bisher kannten, hat uns wieder.
Und doch: auch in diesem neuen Jahr ziehen alle Wege vom Morgen zum Abend und eben auch durch die Wüsten des Alltagslebens.
Die Hl. Drei Könige, sie haben vor ihrer Reise zur Krippe, ihre Herzen reisefertig gemacht. Wie sieht es mit uns aus – sind wir auch reiseklar?
Können wir zurücklassen – besser: in Gottes Hände legen – was uns im vergangenen Jahr belastet hat? Können wir in Seine Hände geben, was wir nicht vollbringen konnten? Und können wir in Offenheit auf das Neue, das vor uns liegt, zugehen? – alles unter Seinem Segen?

Vieles haben wir uns gegenseitig gewünscht: „vor allem Gesundheit“, war ganz oben auf der Liste. Ja, Gesundheit ist ein hohes Gut – in Pandemiezeiten erst recht. Allerdings tue ich mich immer auch schwer damit: vor allem Gesundheit zu wünschen, – wenn ich auf die Menschen mit bleibenden Krankheiten schaue, auf die durch Unfälle Versehrten, die sich ein neues Leben aufbauen müssen oder auch an die Schwerst- und zum Tode Kranken (wie auch für Ihre An- und Zugehörigen), für die dieser Wunsch schlichtweg ins Leere läuft. Ich werde dann zumindest sehr nachdenklich, denn wenn Gesundheit zum höchsten Gut wird, dann laufen wir Gefahr, dass die Erkrankung zum Mangel, zum Defizit wird. Aber die Erkrankung ändert an der Würde nichts…

Oder: wir haben uns Glück gewünscht. Doch: was ist Glück? Können wir das so eindeutig definieren? In den Gesprächen mit den Menschen, mit denen ich es zu tun habe, stelle ich eben auch fest, dass die Beschreibungen davon, was jemanden glücklich macht, je nach Situation sehr unterschiedlich aus-fallen können – und in manchem Leben ist es auch zur Zeit so dunkel geworden, dass das Wort Glück im Wortschatz nicht mehr vorhanden ist.

Ich selbst fühle mich wohler – und tu das aus fester Überzeugung – ein gesegnetes neues Jahr zu wünschen, weil ich glaube, dass, egal, wie das Jahr für den Einzelnen verlaufen wird, der Segen über diese Zeit ein wichtiger und lebensrelevanter Wunsch ist. Denn der Segen wird uns zugesprochen – er wird uns geschenkt - von Gott - und SEIN Segen ist bleibend. Darin eingeschlossen sind von meiner Seite auch Gedanken, wie sie Jugendliche in diesen Tagen - auch für mich überraschend- als Wünsche formulierten:

- Schau genau hin, da ist manchmal jemand, wie ein Engel, der Dir was Gutes zusagt…
- Erinnere dich daran, welche Aufgabe Du Dir vorgenommen hast, wenn Du müde wirst – und gönne Dir auch Zeiten der Ruhe…
- Wenn wir Schönes erleben wollen, dann kann es unterwegs auch mal schwer werden…
- In einem Gebet heißt es doch auch: Gott segne unser Tun und Lassen! Im Moment ist es wohl vielfach das Lassen. Aber das Tun kommt dann schon wieder…
- Denke daran, es ist gut, ab und zu nichts zu tun und einfach nur zu kuscheln…
- Man sagt ja: An Gottes Segen sei alles gelegen – ich kann das jetzt nicht verifizieren, aber meine Oma ist davon überzeugt – und: Ich kann es auch nicht widerlegen. Warum also nicht auch darauf vertrauen können, dass Gott es gut mit uns meint…

Gott jedenfalls lädt uns ein, uns wie die Könige auf die Reise in dieses neue Jahr zu machen. Sie haben sich auf den Weg gemacht, das göttliche Kind zu finden und sind vertrauensvoll dem Stern – dem göttlichen Licht- und Wegweiser gefolgt. Und Gottes Segen hat sie begleitet, bei allem, was sie erlebt haben. Darum dürfen auch wir darauf vertrauen, dass Gott uns nicht ohne Seinen Segen durch dieses Jahr gehen lässt, wie immer es aussehen und was immer es für uns bereithalten wird. ER ist dabei!

Das eine Wort, das uns zugesagt ist, möge uns begleiten: „Fürchtet euch nicht! – ICH BIN DER ICH BIN DA!“ ER ist da, ER will in uns Fleisch werden, in unseren Sinnen, die wahrnehmen, in unseren Worten, die trösten, in unseren Händen, die helfen. Denn ER ist der HEILAND der Welt.

In Verbundenheit grüßt Sie alle herzlich

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

 

12.01.2021: #Du bist ein Instrument Gottes

 

Cello-Spielerin

 

Es gibt Menschen, die sagen von sich: Ich bin unmusikalisch. Doch ich bin da anderer Meinung.

 

 (Bild: kulturfoto.at in pfarrbriefservice.de)

 


Jede und jeder trägt eine Melodie des Lebens in sich. Und jeder lebt bzw. spielt sie durch sein Leben. Indem wir leben, lassen wir auch die persönliche Individualität klingen. So wage ich den Vergleich und sage: Du bist ein Instrument Gottes!

Und so, wie es unterschiedliche Menschen gibt, so gibt es auch unterschiedliche Instrumente, die unterschiedlich klingen und unterschiedlich gespielt werden.
Fragen wir uns an dieser Stelle einmal selbst: Welches Instrument könnte ich denn sein?
Bin ich vielleicht eine Trompete, die gerne laut spielt, die Signalwirkung hat und auch mal gerne ein Solo versucht?

Oder bin ich doch eher eine Blockflöte? Ein Instrument, das so einfach erscheint und dem man dennoch virtuose Klänge entlocken kann?
Vielleicht bin ich aber auch wie die Percussions-Eier? Sie sind für den Rhythmus, den Takt zuständig, manchmal sorgen sie auch dafür, dass etwas „grooved“.

Ich könnte auch eine Kalimba sein, ein exotisches Instrument, in dem die angespielten Töne nachklingen, das auch nicht so laut klingt.
Oder bin ich ein Kazoo? Das, was hinein gepustet wird, kommt mit einer Veränderung im Klang wieder hinaus.

Als Triangel gebe ich bestimmend den Ton an und verleihe große Schwingungen, ich bin durchdringend.
Oder bin ich doch eine Gitarre? Ob Akkord oder Melodie, jede Saite klingt im Zusammenspiel mit den anderen Saiten. Sie klingt melodisch, aber nicht zu dominant. Sie lässt Raum für andere und ist gerne ein Teil von einem Ensemble.

Es gibt noch so viele andere Instrumente… vielleicht fällt ihnen auch selbst noch etwas ein. Welches Instrument passt zu ihnen, zu mir?
Und so, wie wir als Instrument unsere Lebensmelodie spielen, so begegnen wir anderen Menschen, die auch ihre Melodien spielen. Manchmal passen diese und man kann gemeinsam „musizieren“, mal ist es aber auch ein „Aneinander-vorbei-dudeln“. Da ist es dann besser, wir gehen getrennte Wege.

Wir suchen die Gemeinschaft, gerade jetzt im Lockdown wird das wieder deutlich. Wir suchen andere Menschen, die mit uns gemeinsam im Orchester des Lebens spielen. Mal in Dur, mal in Moll, so wie es gerade zu unserem Leben passt.
Und in der Begegnung mit anderen Menschen begegnen wir auch Gott, bekommt unser Alltag etwas Göttliches, etwas Heiliges.

Beten wir um diese kleinen, heiligen Momente im Alltag:

Das Heilige ist so nahe

Deinen Alltag heiligen
Im Entdecken der göttlichen Entdeckungsspur
In deinem Leben
Heilende Alltagszeichen weisen dir den Weg

Die Kaffeetasse
Die von deiner Sehnsucht erzählt
Zur Ruhe zu kommen

Der Küchentisch
Der von deinem Urwunsch
Nach Verwurzelung und Gemeinschaft geprägt ist

Der Spiegel
Der dich verweist auf das Bedürfnis
Wohlwollendes Ansehen zu erhalten

Zu Segenszeichen werden diese Alltagssymbole
Wenn du im Unscheinbaren
Das Himmlische entdeckst
Deine Vertrauenszeichen offenbaren dir
Gottes Gegenwart
Die uns alltäglich verheißen ist.
                                            Pierre Stutz

So wünsche ich uns allen immer wieder das Erleben gemeinsamer, göttlicher Melodien in unserem Alltag.

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph,
Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

Buchstaben

 

 

Der Tag danach...

 

(Foto: privat)


Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich finde der Tag nach einem besonderen, freudigen Ereignis oder Fest hat einen ganz eigenen Charakter. Zwischen noch spürbarer, nachklingender Freude und irgendwie auch einer Traurigkeit, dass es vorbei ist. Zwischen Festtagsstimmung und Alltagswirklichkeit. Zwischen Auf -und Wegräumen und vielleicht noch dem ein oder anderen Anruf, der besagt: „Schön war`s. Danke nochmals für die Einladung und die schöne Zeit miteinander.“ Dabei müssen es gar nicht die großen Feste sein. Es können auch die Begegnungen im kleinen Rahmen sein, die unseren Alltag durch die gemeinsam verbrachten Stunden und die Dinge, die geschehen sind, in ein anderes helles und lebensbejahendes Licht tauchen. Auch zu Ihnen gehört der `Tag danach`, der Übergangstag – zurück in den Alltag. Dabei sind wir vielleicht ein wenig verwandelt worden und die Erfahrungen, die wir machen durften, haben einen Nachklang in uns, den wir mitnehmen dürfen in den Alltag.

Heute ist der Tag nach der Taufe Jesu. Die Taufe Jesu ist ja ein Anfang, ein Beginn. Der, der sich mit den Menschen in eine Reihe stellt um von Johannes getauft zu werden, macht eine Erfahrung. Jesus erfährt seine Unmittelbarkeit zu Gott. Erfährt, dass ER Sohn ist, geliebt und bejaht. Erfährt, dass sich in IHM Himmel und Erde berühren. Dass das unwiderrufliche JA! der Liebe Gottes auf und in ihm liegt – um für uns erfahrbar zu werden, um auch uns in der Taufe unwiderruflich zugesprochen zu werden.

Und heute, am Tag danach? In mir klingt das Wort JA! sehr nach. Nein, sie haben sich nicht verlesen, oder nicht richtig zugehört, als Sie gestern dem Sonntagsevangelium begegnet sind. Das Wort JA! kommt im Text gar nicht vor. Und doch war und ist mir so, als kam und käme es uns in jeder Zeile, mit jedem Wort entgegen. Ist das vielleicht die Ermutigung, die am Tag danach aufleuchtet? Erkennen, dass auch wir bejahte und geliebte Menschen sind, die das JA! Gottes in sich tragen. Ich glaube ganz fest daran. Und ich glaube auch, dass immer da, wo uns dieses JA! bewusst ist, es aufleuchtet und durch uns hindurchleuchtet in unseren Alltag, in dieses noch junge Jahr, in die Corona Wirklichkeit, die kein Ende zu nehmen schein. In all die Sorgen, Nöten, Ängste und Einsamkeiten und sie in einem anderen Licht aufscheinen lässt.

Aus nichts als ja, ja, ja. ja die Girlande der Liebe miteinander knüpfen, sein, so ähnlich schreibt es die an Krebs verstorbene französische Autorin Christiane Singer in ihrem Buch: Alles ist Leben, an einer Stelle. Vielleicht ein ermutigender Gedanke für 2021. Ja! Vielleicht versuchen wir es doch einfach – gemeinsam, auf all den Wegen und mit den Möglichkeiten (Brief, Telefonanruf, mit den Augen lächeln – oberhalb der Masken, Onlinetreffen usw. usw.) die uns unter den gegebenen Bedingungen machbar sind.

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine Woche mit mindestens einer Handvoll bejahten und bejahenden Momenten und Begegnungen. Und falls die Krippe bei Ihnen noch steht, immer wieder einen Blick direkt zum Jesuskind dem größten JA! Gottes.

Mit herzlichen Grüßen

MNeuhausIhre Martina Neuhaus,
Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

 

08.01.2021: #Botschaft der Sterndeuter

Sterndeuter

 „… zogen sie auf einem andern Weg heim in ihr Land.“
Botschaft der Sterndeuter

(Foto: privat)

 

 

Sie zogen >>auf einem anderen Weg heim in ihr Land<<, so hieß der letzte Satz des Evangeliums vom Fest der Erscheinung des Herrn vor zwei Tagen. An diesem letzten Satz bin ich dieses Jahr hängen geblieben.

Ich stell mir vor, die Sterndeuter haben nicht schweigend den Rückweg angetreten. Sie haben sich vermutlich unterhalten über das, was sie erlebt haben, in Bethlehem wie in Jerusalem.

„Gut, dass wir durchgehalten haben“, mag er Eine gesagt haben. Der Weg zur Krippe, er war ja nicht immer einfach. Und schon gar nicht klar und eindeutig. Spätesten in Jerusalem war die Gefahr groß, aufzugeben.

So ist das häufig im Leben: Wir sind in Versuchung, schnell aufzugeben, gerade dann, wenn es schwer wird, gerade dann, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man sich das vorgestellt hat, gerade dann, wenn man nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Die Sterndeuter machen uns Mut, durchzuhalten, auch dann, wenn wir nicht genau wissen, wie unser Lebensweg weitergeht.

„Gut das wir den Stern vor Augen hatten“ mag der Zweite geantwortet haben. In der Tat, ohne den Stern hätten sie nie das Ziel ihres Weges gefunden. Ein Stern bedeutet Licht in dunkler Nacht.

Wenn es für mich dunkel wird, weil eine Krankheit mich aus der Bahn wirft oder irgend etwas anderes mir schwer zu schaffen macht, was bleibt mir dann an Licht, was bleibt mir dann an Trost und Zuversicht?

Die Sterndeuter mahnen uns, sich rechtzeitig mit dem “Stern unseres Lebens“ zu beschäf-tigen: Was trägt mich, wenn es ernst für mich wird – welcher Glaube, welches Vertrauen, welche Hoffnung? Auf welche Menschen kann ich dann bauen, auf welche Freundschaften und Beziehungen? Ist mein Glaube so etwas wie ein Stern, an dem ich mich festhalten und orientieren kann?

„Und den Geburtsort eines Königs hab ich mir aber anders vorgestellt“ sagte vielleicht schließlich der Dritte. Statt prächtigem Palast in Jerusalem ein armseliger Stall im kleinen Bethlehem als Geburtsort, das ist der Ort, wo die Erlösung beginnt. Seit der Menschwerdung Gottes im Kind von Bethlehem gilt: Jedes Leben hat einen Sinn, gerade auch das schwache und kranke, das alte und behinderte, auch das gebrochene und enttäuschte. Das ist eine gute Botschaft für all diejenigen, die sich in ihrem Leben eher im armen Stall wiederfinden als im Palast. Aber genau da bleibt der Stern stehen, genau da ist Gott, um uns nicht allein zu lassen im Dunkel. Ein Zeichen, das kein Mensch von Gott vergessen ist.

Die Sterndeuter zogen heim in ihr Land, auf einem anderen Weg, so heißt es im Evangelium - Wer Jesus Christus gefunden hat, der verlässt nicht unbedingt seine Heimat und sein bisheriges Leben, aber er kann nun auf einem anderen Weg gehen. Und wie gehe ich weiter? 

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

 

 

07.01.2021: #Eingeladen

Aus den Dörfern und aus Städten,
von ganz nah und auch von fern,
mal gespannt, mal eher skeptisch,
manche zögernd, viele gern,
folgten sie den Spuren Jesu,
folgten sie dem, der sie rief,
und sie wurden selbst zu Boten,
dass der Ruf wie Feuer lief…

(Eugen Eckert)

Kommen Ihnen diese Zeilen bekannt vor? Den Autor habe ich Ihnen bereits verraten. Falls Sie noch unsicher sind, ob Sie den Text schon einmal gehört haben, versuchen Sie ihn nicht zu lesen, sondern singen Sie ihn… Richtig, es ist ein Kirchenlied, das unter den Titel „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ gestellt wurde.


Warum kommt mir nun dieses Lied in den Sinn?


Ich habe mir zunächst das heutige Tagesevangelium durchgelesen, währenddessen bin ich bei einem Satz „hängengeblieben“: Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien (Mt 4, 24).

Vor meinen Augen entstand dabei die biblische Szene: Jesus beginnt seinen Weg.

Er verlässt seine Heimat Nazareth, begibt sich an den See von Galiläa.

Umherziehen – verkündigen – heilen: Dieser Dreiklang bestimmt ab jetzt seinen Alltag. Wie ein Prominenter scheint er auf seine Zeitgenossen gewirkt zu haben. Diesen STAR, den will man / frau doch mal persönlich kennen lernen. So bleibt er auch nicht eine kleine galiläische Berühmtheit, nein, er wird gewissermaßen international: Sein Ruhm reicht bis nach Syrien, Dekapolis, Judäa und sogar noch darüber hinaus. Offensichtlich erweckt er Erwartungen, die er allerdings auch zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllt. Bei Krankheiten ist er nahezu ein Fachmann für alle Fälle – psychischen und körperlichen Leiden kann er ein Ende setzen. Eigentlich kann man in diesen Zeilen schon förmlich spüren, da passiert noch etwas ganz Entscheidendes – so eine Glückssträhne kann doch wohl kaum von Dauer sein! Die Katastrophe scheint sich anzubahnen, die Frage ist nur wann – wie – wo…

Bleiben wir aber doch noch bei diesem „jungen Jesus“. Was für eine dynamis (Dynamik – Kraft) ging von ihm aus!!! Da fragt man sich doch, was er zu verkünden hatte und das beschreibt Matthäus wiederum nur ganz knapp: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. (Vers 17)

Das klingt jetzt nicht nach einem genialen Schachzug der Werbeindustrie. Eher abschreckend wirken diese Worte. Also muss Jesus es tatsächlich durch sein Wesen, seine Menschlichkeit, seine Nächstenliebe geschafft haben, die Menschen zu begeistern. Und dann kann es wie im Lied heißen: Andere „wurden selbst zu Boten, dass der Ruf wie Feuer lief…“ Was für ein tolles Bild!

Läufer, Follow Me

Kann dieses Bild mir genauso gelten? Kann ich ein Bote werden mit meinen einfachen bescheidenen Möglichkeiten? Warum eigentlich nicht? Auch heute gibt es Menschen, die auf Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe warten…

Im Lied heißt es übrigens in der zweiten & dritten Strophe über Jesu Zeitgenossen:

Sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl.

Und dort lernten sie zu teilen Brot und Wein und Geld und Zeit; und dort lernten sie zu heilen Kranke, Wunden, Schmerz und Leid; und dort lernten sie zu beten, dass dein Wille, Gott, geschehe; und dort lernten sie zu leben, dass das Leben nicht vergehe…

Da werden mir im Liedtext doch verschiedene Wege aufgezeigt, wie ich das Evangelium leben kann. Vielleicht probieren Sie heute mal einen aus… (Und bleiben Sie gesund!)

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

06.01.2021: #Der abgeholte Segen

Segensspruch der Sternsinger

 

 

Heute ist das Fest der Erscheinung der Erscheinung des Herrn.

Die Sterndeuter, die Jesus nach ihrer langen Reise finden, sind das Urbild für unsere Sternsinger.

 

 
 
 
 

Normalerweise würden die als Könige verkleideten Kinder in diesen Tagen von Tür zu Tür gehen, um den Segensgruß von der Krippe zu bringen und Spenden für die Aktion Dreikönigssingen zu sammeln. Wie fast alles ist auch die Sternsingeraktion in diesem Jahr anders – eben kontaktlos. Unter anderem hieß es, der Segen kann sich abgeholt werden – in den Kirchen, den Pfarrbüros oder an besonderen Stellen.

Segen abholen – so wie ein Paket, das nicht zugestellt werden konnte? Im zweiten Hören kommt mir das doch befremdlich vor. Es ist natürlich klar, was gemeint ist: der Aufkleber mit dem Segensspruch 20 + C + M + B + 21 kann abgeholt werden, damit jeder ihn selbst an der Haustür befestigen kann. Aber kann der Segen selbst wirklich abgeholt werden? In der Bibel fällt mir nur eine Stelle ein, wo dies geschehen ist und es hat zu nichts Gutem geführt. Jakob hat sich den Erstgeborenen-Segen seines Vaters Isaak unter Vortäuschung falscher Tatsachen abgeholt, d.h. er sei sein Bruder Esau. Genauer gesagt hat er sich den Segen erschlichen.

Was heißt denn Segen? Segen, heißt wortwörtlich „Gutes zusagen“ vom Lateini-schen „benedicere“. Man kann sich selbst nichts Gutes zusagen. Zumindest hat es nicht die gleiche Wirkung, als wenn jemand anderes es sagt. Segen ist immer zuge-sprochen und auch Geschenk. Segen empfängt man als Gabe Gottes – direkt oder durch andere Menschen. Die Sterndeuter gingen als Gesegnete wieder nach Hause, weil sie in der Begegnung mit dem Jesuskind diese wunderbare Zuwendung Gottes zu uns Menschen erfahren hatten. Die Sternsinger bringen den Segen, in dem sie normalerweise den Menschen in ihren Häusern zusprechen, dass Gott auch dieses Jahr, dort wo sie leben, mit ihnen ist. Sie bringen Segen, indem sie das Geld sammeln, mit dem segensreich für Kinder in der Welt gewirkt wird. Auch hier wird Gutes zugesprochen: ihr seid nicht allein in eurer Armut und Hilfsbedürftigkeit! Wir helfen euch und Gott denkt an euch.

Wenn Sie sich also den Aufkleber mit dem Segensspruch in diesem Jahr abholen müssen, weil er nicht direkt gebracht werden darf, dann denken sie beim Befestigen an Ihrer Haustür daran, dass Sie Beschenkte sind. Gott schenkt Ihnen seinen Segen vor allem dort, wo wir Dinge nicht selbst regeln können und er ermutigt Sie, selbst zum Segen zu werden. Oft zeigt sich dieser Segen sehr überraschend, so wie die Sterndeuter der Bibel die Überraschung des neuen Königs fernab der Paläste erlebt haben. In diesem Sinn: Gott segne Ihr Haus und Ihr Leben im Jahr 2021!

Dietmar Röttger

 

Ihr
Dietmar Röttger, Propst
Propst-Nübel-Str. 4
59494 Soest

Tel.: 02921/6710661
Email: dietmar.roettger@pr-soest.de

 

05.01.2021: #Frische nd Zuversicht des neuen Morgens

Morgensterne 

 

 

 

(Foto: Martin Manigatterer in Pfarrbriefservice.de)







Liebe Leserinnen und Leser!
Ich begrüße Sie zum Neuen Jahr.

In einem Lied von Gregor Linßen aus dem Jahre 1990 heißt es im Refrain: „Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde an, in einem neuen Tag, blühe in mir. Halte mich geborgen, fest in deiner starken Hand und segne mich. Segne mich und deine Erde.“

„Segne mich und deine Erde.“ Gute Wünsche, Anregungen und Segenswünsche gibt es auch zu Beginn dieses neuen Jahres wieder.

In den Neujahresansprachen werden wir erinnert, was dazu notwendig ist, damit ein Zusammenleben in unserem Land gut gelingen kann und welche in Haltung und durch welche Taten ein Bestehen der aktuellen Krise gelingen kann.

Im persönlichen Rückblick haben wir vielleicht überleget, welche Erfahrungen wir im vergangen Jahr gemacht haben und welche Anregungen wir für das neue Jahr 2021 als Orientierung oder Vorsatz nehmen möchten.

Biblisch – und vielleicht auch mit Abstand in den Straßen und vor unseren Wohnungen – begegnen uns in diesen Tagen die Heiligen Drei Könige. Die Weisen aus dem Morgenland waren aufgebrochen, weil sie den Stern eines neuen Königs aufgehen sehen hatten. Den Stern eines Königs, des Friedens und Segens für die ganze Welt.

Und so stehen wir mit den Königen noch einmal an der weihnachtlichen Krippe. Wir stehen an dem Ort, wo Gott Mensch geworden ist. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1,14) So umschreibt der Evangelist Johannes die Geburt Jesu.

Pastor Uwe von Raay hat in seiner Predigt am Sonntag (3.1.) den Gedanken, dass das Wort Fleisch wird, über die Geburt Jesu hinausgeführt. Er hat uns Zuhörer eingeladen nachzuempfinden, welches tiefe Vertrauen Gott in uns Menschen setzt.

Durch uns will das göttliche Wort hineinsprechen in das Leben. Durch unserem Handeln in dieser Welt will es Wirklichkeit werden. Lassen wir uns das mal auf der Zunge zergehen, was für eine große Berufung hat Gott uns da zugedacht, und welche Freude könnte uns daraus erwachsen, dass dieser Gott uns für würdig und für fähig hält, sein Wort in dieser Welt auszubreiten und so an seinem Reich mitzubauen.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen tragende Orientierung für das neue Jahr und immer wieder die Frische und Zuversicht des neuen Morgens im alltäglichen Leben.


Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

 

23.12.2020: #Markt und Straßen sind wirklich verlassen

Kirche Albertus Magnus

 Markt und Straßen sind wirklich verlassen

 

 

 

(Foto: privat)

 

„Andreas, jetzt mach noch das Schaufensterlicht aus“, sagte mein Vater an Hl. Abend vor vielen Jahren zu mir. In dem Geschäft meiner Eltern wurde an jedem Hl. Abend bis zum frühen Nachmittag gearbeitet. Wenn dann das Geschäft aufgeräumt, die Kasse gezählt, mit den Mitarbeitern noch ein Sekt getrunken und die Türen abgeschlossen waren, blieb noch eins zu tun: Das Schaufensterlicht musste aus. „Einmal im Jahr muss der Kommerz schweigen und tritt zurück“, war die Meinung meines Vaters. „Es gibt etwas, das ist wichtiger als das Geschäft hier“.

Und tatsächlich, wenn wir dann nachmittags im Dunkeln zur Kirche gingen, war nirgendwo mehr ein Schaufenster beleuchtet. Das einzige Licht kam von der Weihnachtsdeko der Stadt. In unserer Stadt war es eine aus zahlreichen Lampen als große Glocke gestaltete Girlande, die mitten über dem Kump (ein Brunnen) hing, der auf dem Marktplatz stand.

Es war still, es war dunkel und wenn es schneite, dann rieselte der Schnee tatsächlich leise.

Längst vergangen ist das. Wie aus der Zeit gefallen wirkt es heute, wo nicht einmal beim Soester Gloria alles Licht ausbleibt und die Menschen still kommen und gehen – wie es eigentlich sein soll.
Schade finde ich das…

Auf unnatürliche Weise kommt es in diesen Tagen zurück. Nicht mit der Intention von damals. Nein. Und doch ist es auf einmal tatsächlich leiser im Advent. So, wie es in Gedichten und Liedern ausgesagt wird:

„Markt und Straßen sind verlassen“,
der Weihnachtsbaum ist „getreuer Hoffnung stilles Bild“
„Stille Nacht“ könnte es geben

Und ich frage mich, ob wir etwas dazugewonnen haben durch die Art und Weise wie wir heute normalerweise Advent und Weihnachten begehen; - oder ob wir nicht eher jetzt wieder etwas zurückgewinnen, was verlorenen geglaubt war. Ich will auf gar keinen Fall dieses Virus und seine schrecklichen Auswirkungen gutheißen, aber die neue Stille im Advent und an Weihnachten gefällt mir. Ich wünsche uns allen, dass wir es dieses Jahr deutlich spüren: „oh du gnadenreiche Zeit“.

 

Andreas Krüger

Liebe Grüße und Danke

Ihr

Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

 

22.12.2020: #"Auf Herbergsuche"


Liebe Schwestern und Brüder,
steckt man im Umzug, dann ist das ein Gefühl, wie auf Herbergssuche zu sein.
So jedenfalls geht es mir im Moment.
 
 
 
 
 
 

(Foto: Martin Manigatterer/ Pfarrbriefservice)
 

Gott ist auch auf Herbergssuche, für Seinen Sohn, in unseren Herzenswohnungen. Auch in diesem Jahr, auch unter Corona Bedingungen. Maria und Josef sind auf dem Weg nach Bethlehem und werden erleben, dass ihnen Türen verschlossen bleiben, dass sie weiter und weiter geschickt werden, bis am Ende wenigstens das Erbarmen eines Menschen übrigbleibt, der ihnen aber  auch nur noch einen Stall anbieten kann, damit sie wenigstens ein Dach über dem Kopf haben.
Aber noch sind sie auf dem Weg – noch sind auch wir auf dem Weg.
Wir haben Weihnachten noch nicht erreicht. Und so können wir immer noch nach Gelegenheiten suchen, wie wir uns innerlich darauf vorbereiten können, dass das Wunder der Weihnacht - auch in diesem Jahr – auch unter so anderen Umständen, als wir sie kennen, - auch im kleineren Rahmen, bei uns ankommen kann.
Ich wünsche uns allen – und da schließe ich mich ganz bewusst mit ein –
dass das Adventslied im Gotteslob Nr. 233 für uns ein innerliches Gebet
auf den Heiligen Abend zu werden kann:

O Herr, wenn Du kommst, wird die Welt wieder neu.
Denn heute schon baust Du Dein Reich unter uns;
und darum erheben wir froh unser Haupt.
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

O Herr, wenn Du kommst wird es Nacht um uns sein;
drum brennt unser Licht, Herr, und wir bleiben wach.
Und wenn Du dann heimkommst, so sind wir bereit!
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

O Herr, wenn Du kommst, jauchzt die Schöpfung Dir zu,
denn Deine Erlösung wird alles befrein.
Das Leid wird von all Deiner Klarheit durchstrahlt.
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

O Herr, wenn Du kommst, hält uns nichts mehr zurück!
Wir laufen voll Freude den Weg auf Dich zu!
Dein Fest ohne Ende steht für uns bereit.
O Herr, wir warten auf Dich! O Herr, wir warten auf Dich!

Im Sinne dieses Liedtextes wünsche ich Ihnen allen eine frohe Erwartung dessen, der sich aus Liebe zu uns auf den Weg gemacht hat. In unsere innere wie äußere Unbehaustheit – ER hat davor keine Angst!

Ein gnadenvolles Weihnachten wünscht in Verbundenheit
Ihr Pfr. Uwe van Raay
uwe.vanraay@pr-soest.de

21.12.2020: #(Be)-Sinn-liche Weihnachten

brennende Herzkerze

 

 

Noch drei Tage bis Heiligabend, der Advent ist im Endspurt.

 


 (Bild: ©Mammiya / Pixabay.com)

 

Doch durch den Lockdown sind die Tage vor der „Stillen Nacht“, der „Heiligen Nacht“ schon sehr ruhig und besinnlich. Wie mag es da jenen gehen, die gerade einen Angehörigen verloren haben und dann noch unter Coronabedingungen am Grab Abschied nehmen mussten?
Was eh schon schmerzhaft und schlimm ist, wird durch die Gegebenheiten der aktuellen Zeiten noch schwerer. Stille Nacht, bedrückende Nacht? Wie wird das erste Weihnachten, wenn der geliebte Mensch nicht mehr da ist und ich vielleicht sogar keinen anderen einladen kann, der mich in den Feiertagen besuchen und trösten kann?

Bei all der Vorfreude auf das anstehende Geburtsfest Jesu hinterlässt dieser Gedanke doch einen bitteren Beigeschmack. Weihnachten, o du fröhliche Weihnachtszeit… das kann man da nicht einfach so über die Lippen bekommen. Was hilft da, um nicht in Depression zu verfallen?

(Be)-Sinn-liche Weihnachten: Ein Blick auf den Sinn des Festes: Gott wird Mensch, geboren als ein kleines Kind. Ein kleines Licht kommt in die Welt und vertreibt die Dunkelheit.

Ja, und wer so ein kleines Licht im dunklen Raum einmal angezündet hat, der erfährt, dass es die Dunkelheit peu á peu vertreibt; nein, nicht auf einen Schlag, als wenn man den Lichtschalter bedient und das Licht anknipst. Man muss also die Hoffnung und das Vertrauen haben, dass das Licht die Dunkelheit besiegt.
Eine wahrlich sinnliche Erfahrung! Sie zeigt, dass es eine Zukunft gibt, dass es weitergeht, auch wenn das momentan vielleicht nicht vorstellbar ist.

Was kann mir als Trauernder vielleicht noch helfen durch diese Weihnachtszeit? Die Erfahrungen von „sinn-lichen“ Momenten, die mich mit dem verstorbenen Menschen verbinden. Vielleicht Rituale, die man zusammen gepflegt hat oder Gerichte, die man gemeinsam geliebt und gegessen hat.

Das in den Blick nehmen des Verstorbenen und ihn in die Weihnachtszeit mit hineinnehmen. Als meine Mutter starb, da haben meine Kinder einen schönen Weihnachtsstern gebastelt, ihn zu Weihnachten auf Omas Grab gestellt und damit der Oma frohe Weihnachten gewünscht. Weihnachten gemeinsam feiern. Unser Kollege Pater Cornelius kommt ja aus dem Benediktinerkloster in Meschede. Die Architektur der Kirche ist so angelegt, dass es einen Halbkreis gibt, in dem die Lebenden Gottesdienst feiern und hinter der Kirche ist der Friedhof, der andere Halbkreis, der zur Gemeinschaft im Ganzen dazu gehört. So soll es sein, verabschieden heißt nicht, dass die Verstorbenen aus unserem Leben verbannt werden, sondern dass sich die Verbindung zu ihnen verändert. Der Besuch auf dem Friedhof, auch eine sinnliche Erfahrung.

Weihnachten mit sinn-lichen und sinn-haften Eindrücken füllen, das kann Trauernden helfen durch die Feiertage zu kommen. Und in einem Lied von den wise guys wird sehr schön beschrieben, wie ein Aushalten und Begleiten geschehen kann. Man kann den Text auf liebe Menschen beziehen, die Beistand geben oder auch auf Gott, der mit uns aushält. Das ist auch ein Stück der Weihnachtsbotschaft:
„Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.“ (Johannes 12, 46)

Himmel(Foto: Felix Mittermeier / pixabay.com)

Hier der Text von den wise guys:

Sorge dich nicht

Hey, schau nach vorn
Schau nicht zurück
Du weißt: Es geht weiter
Hey schau nach vorn
Trauer und Glück
Sind so oft ein Paar
Bei allem was war
Und wird
Will ich bei dir sein

Ich bin da noch bevor dich der Mut verlässt
Ich bin bei dir und halte dich fest
Ich bin da und zwar sofort
Komm und sag nur ein Wort
Sorge dich nicht
Wenn die Nacht anbricht

Ruhe dich aus, denn du brauchst jetzt viel Kraft und Zeit
Ruhe dich aus, denn der Weg ist noch weit
Es wird dunkel, es wird kalt
Doch wir geben uns Halt
Sorge dich nicht
Wenn die Nacht anbricht

Ich bin da noch bevor dich der Mut verlässt ...

So wünsche ich uns allen, vor allem denen, die momentan trauern müssen, ein be-sinn-liches Weihnachtsfest und die Erfahrung eines kleinen Lichtes in der Dunkelheit.
Bleiben Sie behütet und zuversichtlich!

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph,
Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

18.12.2020: #... einem Stern folgen - den Weg wagen, den er weist!

Stern

 

 

Seit dem 1. Advent

hängt an unserer Gartenhütte dieser Stern.

 

 


(Foto: privat)





Es ist das erste Mal, dass wir in unserem Garten einen solchen Adventsstern haben. Dass er an unserer Gartenhütte hängt, war eher ein Zufall. Mein Mann hatte auf der Suche nach einem passenden Ort, die Möglichkeit eines Stromanschlusses fest im Blick, diesen Stern dort eigentlich nur `zwischengeparkt`…

Eigentlich! Wie sinnstiftend dachte ich, als ich nach Hause kam und der Stern dort hing. Ist vielleicht ein bisschen früh, dass er dort schon seinen Platz eingenommen hat, aber irgendwie auch stimmig.
Seitdem suchen meine Augen immer wieder den Stern. Gerade in der Dunkelheit. Folgt mein Blick, dem sanftem Lichtstrahl, bis er ihn ganz erfasst hat. Er ist da, der Stern, in unserem Garten. Verlässlich und still. Manchmal vom Wind in Bewegung gebracht, hat er seinen Platz eingenommen und erfüllt seine Bestimmung: Er- leuchtet! die Dunkelheit unseres Gartens, unseres Corona Advents, unseres Alltags. Vielleicht war es dieser Stern, der in mir den nachfolgenden Text aufscheinen lies, vielleicht auch ein anderer. Egal, ich würde mich freuen, wenn wir uns innerlich verbunden gemeinsam auf den Weg machen könnten. Gemeinsam den Weg wagen, um unter dem leuchtenden Stern, DEN zu finden, der all unsere Sorgen, Ängste und Nöte in ein ganz anderes Licht tauchen wird.

…einem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Zurückblickend und zugleich aufbrechend.
Unnötiger Ballast ist abgeworfen.
Im Gepäck: Sehnsucht! Um Verheißungsvolles zu finden und zu bewahren.
Bereit Neuland zu erkunden.
Das Ziel vor Augen – am Horizont leuchtend ein Stern.
Ein neuer Morgen? Neues Leben?

… einem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Unterwegs noch andere Menschen.
Auf und mit ihren eigenen Wegen.
Sind auch sie auf dem Weg zur Krippe?
Gemeinsam Kundschafter, Sterndeuter sein,
gerade auf den steinigen Wegstrecken,
die im Licht des Sterns in neuem Glanz aufscheinen.
Und die Um – und Irrwege?
Geben der Entdeckung Raum – der Stern führt! Verlässlich!

… einem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Immer wieder aufbrechen,
mal forsch und mutig, mal zögerlich und tastend,
um neue, andere Wege zu finden und zu gehen.
Eine Karte gibt es nicht,
aber im Herzen leuchtet ein Wort auf – Vertrauen.
Vertrauensvoll gehen, ja. Denn ist nicht alles eingeschrieben,
in jene Hand, die trägt und hält, von jeher und auf ewig?!
Und der Stern? Ist da. Leuchtend und vorn ziehend.

… dem Stern folgen und den Weg wagen, den er weist.
Anerkennen was ist: hinfallen und aufstehen gehören dazu,
zum Menschsein, zum Leben, zum Stern folgen.
Das Licht der Verheißung auch.
Und mitten hinein ein Erkennen:
wir gehen auf eine Ankunft zu.
Gott wird kommen. Gott wird Mensch.
Unter dem Stern, an und in der Krippe –
und in dir und mir.
Bricht Leben neu auf. Wird Menschwerdung geschehen.
Geschieht: das Wunder der Menschwerdung Gottes.
(Martina Neuhaus)

Mit herzlich, besinnlich, adventlichen Grüßen

MNeuhausIhre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

17.12.2020: #Josef - Vertrauen gegen alle Resignation

Barbarazweige

 

Bei den Figuren an der Krippe hat jede(r) so seine(n) Favoriten.
Bei mir ist es der Josef. Er ist mir einfach sympatisch.
Er spielt eine mit entscheidende Rolle in der Weihnachtsgeschichte, wenn auch eher im Hintergrund.

 

(Foto: privat)

 

Josef ist der Mann, der sich in Dienst nehmen lässt, gegen seine Zweifel angeht und immer wieder aufbricht, losgeht. Er glaubt den Träumen und ihrer Botschaft – gegen allen Augenschein, allen Widerständen zum Trotz. Er vertraut und glaubt und handelt. ER bekommt seine Aufgabe, nimmt sie an und erfüllt sie. Er trennt sich von seinen Bildern und Vorstellungen, lässt sich seine eigenen Pläne durchkreuzen.

Alfred Delp hat es mal so gesagt: „ER ist der Mann, der sich eine bergende Häuslichkeit im stillen Glanz des angebeteten Gottes bereiten wollte und der geschickt wurde in die Ungeborgenheit des Zweifels, des belasteten Gemütes, des gequälten Gewissens, der zugigen und windoffenen Straßen, des unhäuslichen Stalles, des unwirtlichen fremden Landes. Er ist der Mann, der ging.“

Es geht darum, den Träumen zu trauen, den Träumen einer besseren, anderen Welt, in der Liebe, Freiheit und Hoffnung lebt. Und es geht darum, dass wir selbst Hoffnungszeichen dieser neuen Welt sind – weil wir hoffen gegen alle Hoffnungslosigkeit, weil wir vertrauen gegen alle Resignation, weil wir glauben gegen alle scheinbare Realität – so wie Josef geglaubt und vertraut hat.

Und alles das hat auch mit mir zu tun:
- Ich bin gefragt, meinen Träumen zu trauen, ihnen eine Gestalt zu geben.
- Ich bin gefragt, mich zur Verfügung zu stellen, mich einzusetzen, mich zu engagieren.
- Ich bin gefragt, mit meinem Leben Zeugnis von der Hoffnung zu geben, die mich erfüllt.

Ich bin gefragt, gerade auch heute in diesen Zeiten, nicht zu resignieren, aufzubrechen und weiterzugehen – aufgrund einer Verheißung dem Leben entgegen.

 

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

16.12.2020: #Erwartung

Kind in der Erwartung

 

In jener Zeit rief Johannes der Täufer zwei von seinen Jüngern zu sich, schickte sie zum Herrn und ließ ihn fragen:
Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? (Lukas 7, 18-19)

 


(Foto: www.pixabay.de)

 

So beginnt das heutige Tagesevangelium. Wie geht es uns persönlich mit dieser Frage? Sind wir auch in der Erwartung auf den, der an Weihnachten zu uns kommen will? Oft ist die Rede vom adventlichen Leben. Die Vorweihnachtszeit soll ja eigentlich die Christen einladen, sich auf das Fest einzustimmen. Äußerlich passiert dies sicherlich sehr oft: In den Familien werden Plätzchen gebacken, die Geschenke werden besorgt, in Gedanken ist man schon bei der Frage: Was sollen wir denn am Heiligen Abend essen? Tatsächlich ist der Monat Dezember von diesen Vorbereitungen und Planungen bestimmt – selbst in diesem Jahr, wo so vieles anders ist.

Doch stellen wir uns in all‘ dem Trubel und der Hektik wirklich die Frage nach ihm, der „kommen soll“?

Vor einigen Jahren fiel mir ein Buch in die Hände mit dem Titel „Der Besuch“. Geschrieben wurde es von dem Engländer Adrian Plass (* 1948), Mitglied der Church of England. In seinen Werken setzt er sich oft mit einem liebevoll-ironischen Unterton mit dem Leben in (s)einer Gemeinde auseinander.

Worum geht es nun ganz konkret in dem Buch „Der Besuch“? Voller Begeisterung steht an einem Sonntag der Pfarrer vor seiner Gemeinde und berichtet mit Stolz in den Augen: Ich habe einen Brief bekommen – von unserem Gründer. Er will uns besuchen! … Tatsächlich erscheint dieser in der Adventszeit eines Morgens im Gottesdienst. Die Erwartung ist groß, doch dieser Besucher entspricht ihr oftmals nicht. Er handelt so ganz anders, häufig absolut gar nicht, wie es die Gemeinde eigentlich (für ihn) vorgesehen hat. Erzählt wird das Ganze aus der Perspektive von Peter, einem frommen Kirchenmitglied, der gerne und viel organisiert. Doch der Gründer lässt sich nicht „durchorganisieren“. Statt sich im Generalvikariat mit den Kirchenoberen zu unterhalten, wendet er sich Kindern zu. Der Gottesdienst ist auch nicht unbedingt „seins“, er geht lieber dahin, wo die Leute sind und besucht spontan die Kneipe gegenüber. Dennoch schafft er es irgendwann, Peter und den anderen Gemeindemitgliedern seine Botschaft der Nächstenliebe zu vermitteln und als ihnen die Augen aufgehen, ist er nicht mehr da…

Bewegt hat mich neben dem Inhalt auch die folgende Aussage des Autors, der einmal im Interview erklärte, dass er das Buch in einem Rutsch heruntergeschrieben habe und später wenig revidiert habe.

In unserem Tagesevangelium heißt es übrigens weiter, dass die beiden Jünger wirklich Jesus aufsuchen und er ihnen sagt: Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt! (Lk 7,22)

Nein, ich persönliche rechne nicht in den nächsten Tagen mit einem Besuch vom Gründer, aber seine Einladung „zu sehen und zu hören“, die gilt vielleicht heute auch uns – im Dezember 2020 in Soest – Möhnesee- Bad Sassendorf.

Und so möchte ich enden mit einem Ausruf, der dem Tagesgebet entnommen ist:

Allmächtiger Gott,
gib, dass wir die Ankunft deines Sohnes mit Freude erwarten.

Ich wünsche uns allen diese adventliche (Vor)Freude und hoffnungsvolle Erwartung!

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

15.12.2020: #Torschluss-Panik?

Türe St. BrunoSeit gestern wissen wir, dass ab Mittwoch, also ab morgen in unserem Land ein harter Shut-Down gilt. Das öffentliche Leben wird wieder stark heruntergefahren und die Läden müssen bis auf wenige Ausnahmen schließen. Gehören Sie zu denen, die ein Stück Tor-Schluss-Panik empfinden und noch kurz vor Tores Schluss Dinge einkaufen wollen? Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsbaum, Kleidung oder sonst irgendetwas, das es bis zum 10. Januar nicht geben wird? Dann wird heute für Sie sehr hektisch sein, wenn sie nicht auf den Online-Handel ausweichen wollen oder können.


Tore schließen sich in den Städten und in der Kirche singen wir, bzw. hören wir jetzt nur noch „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Es ist die Erinnerung im Zugehen auf Weihnachten, dass Gott uns in Jesus neue Lebensmöglichkeiten eröffnet hat. In unseren Kirchen zeigt das besonders schön das Portal der Soester St. Bruno Kirche. Die Vertreibung aus dem Paradies ist der Taufe Jesu auf den beiden Türflü-geln gegenübergestellt. Für Adam und Eva schließt sich die Tür zum Paradies nach dem Sündenfall. In der mythischen Erzählung wird erklärt, warum ein Leben in Mühsal und Sterblichkeit ist das Los des Menschen – der Mensch wollte sein wie Gott. Im Kommen Jesu eröffnet sich dagegen eine Tür zum Himmel, zu einem Leben, das den Tod überwindet. Gott will in Jesus Mensch werden und in der Taufe Jesu im Jordan wird öffentlich: dies ist mein geliebter Sohn, an ihn sollt ihr glauben. Jesus wird deshalb schon in der frühen Theologie der neue Adam genannt.

Dieser Glaube hilft uns sicherlich wenig bei der Schließung der Geschäfte. Dieser Glaube bewahrt uns aber davor, sonst im Leben in Torschluss-Panik zu verfallen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott aus Liebe zu uns Menschen uns in Jesus eine neue Tür geöffnet hat. In der Erfahrung seiner Vergebung und Barmherzigkeit konnten die Menschen glauben, dass es bei Gott nie zu spät ist. Dieser Glaube kann uns innere Ruhe schenken und die Zuversicht, dass Gott immer neue Türen öffnet. Wenn Sie in diesen Tagen Zeit haben, dann machen Sie doch einen Spa-ziergang zur St. Bruno-Kirche und schauen sie sich das Portal einmal genauer an. Lesen Sie den Text von „Macht hoch die Tür“ einmal langsam durch und wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihnen Türen verschlossen haben, dann lassen Sie diese Worte zum persönlichen Gebet werden.

Dietmar RöttgerMit adventlichem Gruß

Ihr
Dietmar Röttger, Propst
Propst-Nübel-Str. 4
59494 Soest

Tel.: 02921/6710661
Email: dietmar.roettger@pr-soest.de

 

 

14.12.2020: #Menschwerdung

Kompass 

Menschwerdung

Auf einer Reise habe ich diese Skulptur fotografiert.

 

(Foto: privat)





Der Umriss eines Menschen, angedeutet durch Buchstaben verschiedener Alphabete. Diese Buchstaben bilden eine offene transparente Hülle. Buchstaben, die Worte bilden können, Worte die Orientierung geben und Sinn stiften für unser Mensch werden.

Das was wir vielleicht zuerst mit dem Begriff „Menschwerdung“ verbinden ist die Menschwerdung Gottes, die im Johannesevangelium so umschrieben wird:

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. (Joh. 1,14)

Das Wort ist Fleisch geworden, Gott ist Mensch geworden in Jesus. Er hat sein irdisches Leben als Baby begonnen, wie jeder Mensch. Er hat durch sein Leben gezeigt, was Gottes Wort in menschlichem Fleisch bewirken kann. Er hat die Kraft, das Wort Gottes lebendig werden zu lassen, als Auftrag an seine Jünger weitergegeben. Da wo Menschen in Jesu Nachfolge leben, wird das Wort Fleisch und verändert die Welt. Da öffnet sich eine neue Zukunft.

Im Sinne des lebendig-werdens müsste sich die grübelnde Skulptur des Menschen aus Buchstaben erheben und unter den Menschen aller Völker und Nationen das Menschsein leben, dem Wort Hände und Füße geben.

In den Nachrichten am Montag 7.12. war kurz ein Schüler der Willy-Brandt-Schule in Warschau zu sehnen. Dieser Schüler einer Schule, an der Kinder und Jugendliche aus vielen Nationen lernen, sagte, er mache die Erfahrung, dass durch das gemeinsame Lernen Verständnis und Gemeinschaft entstehen und er habe den Eindruck, dass in der Berichterstattung über das deutsch – polnische Verhältnis von solchen Erfahrungen viel zu wenig berichtet werde. Als ich das hörte, musste ich an Menschwerdung denken. In der Erfahrung dieses Jugendlichen ist das öffnende, verändernde, befreiende Wort am Werk.

Und das Wort ist Fleisch geworden. Gott schenkt uns Zukunft. Der Beginn dieser Zukunft wird an Weihnachten immer wieder neu gefeiert.

Vielleicht wird Ihnen in diesem Advent auch die Erfahrung geschenkt, dass das göttliche Wort Fleisch wird oder Sie sind selber der Mensch, durch den die Menschwerdung des Wortes geschieht. Ich lade alle ein, wachsam dafür zu sein, denn Advent heißt auf die Ankunft warten, Advent heißt aufmerksam sein dafür, wo Gott Mensch wird; aufmerksam sein dafür, wo das Wunder geschieht, wo ein Licht in den Herzen scheint.

Einen gesegneten Advent wünscht
Detlev Gethmann

Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

11.12.2020: #Wir haben Hochzeitslieder gespielt und ihr habt nicht getanzt

Flötenspieler

 

 

 

Mit wem soll ich diese Generation vergleichen?
Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt,
und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen (Mt 11,16-17)

 

 (Foto: P. Cornelius Wanner  OSB)



Waren Sie schon mal enttäuscht und das nicht nur jetzt in dieser Coronazeit?

Vielleicht denken Sie: Sicher, wer ist das nicht immer wieder einmal?

Und auch die Sätze aus dem heutigen Tagesevangelium (Mt 11,16-19) machen uns bewusst, dass es in unserem Leben wohl nicht ohne Enttäuschungen gehen kann.
Ja, dass Enttäuschungen zu den Erfahrungen zählen, die wir in unseren Leben einfach machen müssen.

Mit Sicherheit sind wir manchmal zu Recht enttäuscht, weil andere unser Vertrauen missbraucht und uns dadurch getäuscht haben. Manchmal sind wir aber auch zu Unrecht enttäuscht von anderen, weil wir etwas von ihnen erwartet haben, was diese gar nicht erfüllen konnten.

Und mit Gott geht es uns da vielleicht ganz ähnlich. Unsere Erwartungen an ihn sind groß und sie gehen bei Weitem nicht immer so in Erfüllung, wie wir es gerne hätten. Auch Jesus konnte die unterschiedlichen Erwartungen, welche die Menschen seiner Zeit an ihn herantrugen, nicht immer erfüllen, und er entsprach auch nicht immer dem Bild des Messias, dass viele Menschen in sich trugen. Und doch wurde er zum Retter und Erlöser. Das heißt für mich: Vielleicht brauchen wir die Enttäuschungen in unserem Leben, vielleicht brauchen wir die Erfahrungen, dass nicht alles nach unserem Kopf gehen muss und kann, und vielleicht erkennen wir dann gerade darin, dass Gott Großes mit uns vorhat.

Die Enttäuschung ist ja auch das Ende der Täuschung
und somit der erste Schritt hin zu etwas Neuem!

Ich wünsche Ihnen heute einen guten Tag

 

Ihr P. Cornelius Wanner OSB
Pastor, Schwerpunkt Möhnesee

Tel. 02924 / 9 74 91 52
E-Mail: cornelius.wanner@pr-soest.de

 

 

10.12.2020: #Goldtaler finden, oder: den Adventskalender geplündern

Abendstimmung

 

 Goldtaler finden, oder:

den Adventskalender geplündert

 

 

 

(Foto: privat)

 

Ich sah es schon am Gesicht der Erzieherin. Irgendetwas war wieder vorgefallen, als ich meinen Sohn vor Jahren im Advent aus dem Kindergarten abholte. Mit (sehr vorsichtig formuliert) äußerst betretener Miene zog sie mich zur Seite und sagte, dass wir mal reden müssten. Was war passiert?

In der Kindergartengruppe gab es im Advent einen Adventskalender und ein Kind durfte jeden Tag ein Kläppchen öffnen. In dem Kläppchen verbarg sich ein Schokoladen-Goldtaler. Nun hatten sich 4 Jungs, als es zum Spielen nach draußen ging, im Gruppenraum versteckt und waren unbemerkt drin geblieben. Klammheimlich hatten sie sich über die Goldtaler im Kalender hergemacht und hatten – nachdem sie gerecht geteilt hatten – alle verputzt. Mein Sohn war dabei gewesen. Natürlich war mir das peinlich. Und auch meinem Sohn sprach das schlechte Gewissen meilenweit aus dem Gesicht.

Innerlich musste ich aber auch schmunzeln. Raffiniert war das schon, was die 4 da ausgeheckt hatten. Zu Hause haben wir dann überlegt, wie wir das wieder gut machen können, und haben eine gute Lösung gefunden.

Warum ich das erzähle? Weil ich mich in diesem „Corona-Advent“ deutlicher als sonst frage, wie ich mir, oder wir uns, die Adventszeit „vergolden“ können. Normalerweise höre ich von fast allen Menschen, dass der Advent purer Stress ist und man halbtot unter den Weihnachtsbaum fällt: Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkte, Hausputz, Krippenspiel- oder Musik üben, Konzerte, Besinnungsandachten, Geschenkekauf, und, und, und…

Dieses Jahr nicht. Immer wieder höre ich sagen: „Das ist wieder ein Advent wie früher.“ Oder: „ Es ist auch sehr schön, im Advent wirklich mal Ruhe zu haben.“ Das kann ich gut verstehen und frage mich: „Warum dann nicht weiter so? Wer bestimmt (mich) denn, dass ich zu all den üblicherweise „wichtigen“ Terminen gehe?“

Ich könnte mir doch den Advent schön machen. Ja, Goldtaler im Advent kann man finden: sich Ruhe gönnen, weniger Geschenke und Termine, einem alten Freund eine Karte schreiben, den Adventskranz anzünden und eine Geschichte lesen oder die alten Lieder singen; sich fragen, wie Gott denn bei mir ankommen könnte.

Wenn man will, dann kann man:

sich den Advent gönnen; Goldtaler finden und sich das Leben versüßen. Dass ich das mal aus dem Kinderschabernack ziehe, hätte ich auch nie gedacht. Auch das ist schon für sich ein Goldtaler.

 

Andreas Krüger

 

Liebe Grüße und Danke

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

09.12.2020: #Gott, richte uns wieder auf!

brennende Kerzen

 

 

"Gott, richte uns wieder auf!"

 

 

 

(Foto: Hans Heindl in pfarrbriefservice)




Liebe Schwestern und Brüder, in diesen Tagen führte ich ein langes Gespräch mit einer älteren Dame: „…die zahlreichen Anordnungen für den Umgang miteinander auch in den alltäglichen Begegnungen draußen – wie drinnen – erschweren die Begegnungen, die gut tun würden. Beim Einkauf wartet man nun draußen vor dem Eingang und eine Ampel zeigt an, wann man eintreten darf. Menschen mit Maske –

die sich mit Abstand anschauen und versuchen, zu grüßen. Das Sich-Mitteilen geschieht nun ohne Worte, der Abstand lässt anderes nicht zu. Sich in die Augen schauen – zunicken, versuchen zu lächeln, wissend, dass das das Lächeln unsichtbar ist…“ im Laufe des Gespräches dann: „Der Ausblick auf die Feiertage gibt ein bisschen Mut inmitten der Trauer – vielleicht finden wir auch in der Angst und der manchmal aufscheinenden Hoffnungslosigkeit ein wenig Glück und Gelassenheit…“

Nach dem Gespräch fiel mir beim Stundengebet ein Psalm auf – und dieser Psalm begleitet mich seither durch den Advent. Die zentrale Bitte des Psalms lautet: „Richte uns wieder auf!“ Ich habe den Psalm auch an die Gesprächspartnerin weitergeleitet, die sich sehr freute und tröstliche Gedanken darin fand. Auch sie wollte versuchen, mit diesem Psalm täglich durch den Advent zu schreiten.

In mir tauchte – auch nach den Gesprächen die Frage auf: Bin ich vielleicht bin ich in diesen Tagen selbst erlösungsbedürftiger, als in anderen Zeiten? Auf jeden Fall kenne ich auch das Gefühl in mir, aufgerichtet werden zu mögen. Und auch, wenn die Psalmen schon alte Gebete sind, so merke ich, dass sie in anderer Sprache, doch ausdrücken, was mein Inneres fühlt, oder sich so sehr wünscht. Gerade jetzt, in dieser für uns alle so anderen Zeit, – die doch aber auch genauso von Gottes Verheißung auf Heil durchdrungen ist, weil Seine Zusage bleibt: ICH bin bei euch alle Tage!

aus Psalm 80:
Ein Zeugnis; Psalm Asafs. Du Hirte Israels, höre, der du Josef leitest wie eine Herde! Der du auf den Kerubim thronst, erscheine… Wecke deine gewaltige Kraft und komm zu unserer Rettung! Gott, stelle uns wieder her! Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet!
… Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her! Lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet!
Einen Weinstock hobst du aus in Ägypten, du hast Völker vertrieben und ihn eingepflanzt. Du schufst ihm weiten Raum, er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt. Sein Schatten bedeckte die Berge, seine Zweige die Zedern Gottes. Seine Ranken trieb er bis zum Meer und seine Schösslinge bis zum Eufrat!
… Gott der Heerscharen, kehre doch zurück, blicke vom Himmel herab und sieh, sorge für diesen Weinstock! Beschütze, was deine Rechte gepflanzt hat, und den Sohn, den du dir stark gemacht!
… Deine Hand sei über dem Mann zu deiner Rechten, über dem Menschensohn, den du dir stark gemacht. Wir werden nicht von dir weichen. Belebe uns und wir rufen deinen Namen an.
HERR, Gott der Heerscharen, stelle uns wieder her, lass dein Angesicht leuchten und wir sind gerettet.

Vielleicht können auch Sie in diesem Psalm ein Licht für sich entdecken, welches Sie begleiten kann und auch Sie aufrichtet – auf dem Weg der Vorbereitung auf SEIN Kommen – auch in 2020! Das jedenfalls wünsche ich Ihnen und uns allen!

In herzlicher Verbundenheit

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

08.12.2020: #Mir geschehe nach deinem Wort!

tanzende Jugendliche

 

 

 

 

 

In Zeiten von hohem Paketaufkommen ist eine Bestellung schon ein Abenteuer.
Lange habe ich gewartet und heute kam sie endlich! an:
Eine Figur von der Künstlerin Susan Lordi mit der Bezeichnung „Engel des Mutes“.

 

 

 

 (Bild: Friedbert Simon in pfarrbriefservice.de)

Wie passend, dachte ich, am 8. Dezember ist doch ein besonderes Fest, an dem es auch um sehr viel Mut geht: Mariä Empfängnis. Der Engel besucht Maria, um ihr die Botschaft zu überbringen, dass sie den Sohn Gottes gebären wird. Ihre Antwort: Mir geschehe nach deinem Wort. (Lk 1, 38)

Welch eine starke Aussage! Mir geschehe nach deinem Wort, ich bin bereit für das, was passiert, was du mit mir vorhast.
Und dich glaube, dass Maria sich nicht wirklich ausmalen konnte, welche Folgen die Botschaft für sie hatte. Aber sie ging das Wagnis ein, sie sagte „JA“ zu dem, was ihr von Gott durch den Engel verheißen wurde. Maria, ein mutige, eine starke Frau!
Durch ihren Mut und ihr Gottvertrauen konnte Gottes Sohn zur Welt kommen. Und somit wird auch deutlich: Frauen sind wichtig in unserem Glauben.
So möchte ich ein Loblied auf Maria singen, die sich unbeirrt mit Gottvertrauen auf den Weg durchs Leben gemacht hat:

Maria

Stark warst du,
obwohl so jung                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  
doch voller Vertrauen in das Ungewisse,                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Engel
das dir verheißen wurde.

Stark warst du,
als Frau, die ein Kind gebären sollte,
in einer Zeit, in der das Kinderkriegen
so risikoreich war.

Stark warst du,
hast dich mit deinem Mann Josef
auf den Weg gemacht,
der dir so schwer wurde.

Stark warst du,
hast trotzdem
dein Kind zur Welt gebracht,
trotz aller widrigen Umstände,
trotz der schwierigen Verhältnisse.

Stark warst du,
denn es war sicherlich nicht leicht,
unter diesen Umständen ein Kind zu bekommen.

 

                                                                  (Susan Lordi: Engel des Mutes)

Stark warst du,
und ich bewundere dich für diesen Mut,
für dieses Gottvertrauen,

für diese Kraft.

Stark werden auch wir sein,
wenn wir wie du
Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft haben können,
auch und gerade in dieser besonderen Zeit.

Stark werden auch wir sein,
wenn wir nicht aufgeben,
auch wenn die Verhältnisse uns dazu locken.

Stark werden auch wir sein,
wenn wir wie du
an das Leben glauben,
wenn wir das Weihnachtsfest dieses Jahr als Chance sehen,
an den Ursprung zu denken:

Die Liebe Gottes kam in die Welt
und möchte durch uns immer wieder
weitergegeben werden.

Vielleicht sehnen wir uns gerade in diesem Jahr nach dieser Liebe und diesem Licht, wo es so schwierig ist, beieinander zu sein. Werden wir kreativ und nutzen andere Wege, uns diese Liebe Gottes gegenseitig weiter zu geben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen weiterhin eine gute Adventszeit, mit vielen kleinen, liebe-vollen Augenblicken.

 

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph,
Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

07.12.2020: #Ein Advent(Montag) mit allen Sinnen

Kerze

 

Gestern an der Kirche.
Eine freundliche Begegnung, die mit dem Satz endete: Ich wünsche dir weiterhin einen besinnlichen Advent.

 

(Foto: www.pixabay)

Und irgendwie kommt in mir der Gedanke auf: Muss ich eigentlich alle meine Sinne beisammenhaben, um besinnlich zu werden und zu sein? Um mich auf die Ankunft Gottes in Menschengestalt vorzubereiten? Haben meine fünf Sinne irgendwie etwas mit einem besinnlichen Advent zu tun, um am Ende das Geheimnis der göttlichen Menschenwerdung, wenn auch nur ansatzweise, zu erfassen? Das lässt sich wohl nicht mal eben beantworten. Aber ausprobieren, erfahren lässt es sich vielleicht. Und so lade Sie herzlich ein, heute mit mir an diesem Montag mal ganz konkret zu werden und einen Adventstag mit allen Sinnen zu erleben. Achtsam wahrnehmen, ob es dadurch wohl irgendwie „besinnlich“ wird. Einfach achtsam gegenüber den fünf Sinnen sein, die unser leibhaftiges Menschensein ausmachen. Ihnen auf die Spur kommen. Diese fünf Sinne: sehen, riechen, hören, schmecken, tasten – bewusst in den Tag einzubauen. Die nun folgenden Impulse sind natürlich inhaltlich und zeitlich völlig austauschbar.

10:00h sehen, mit anderen (Advents-) Augen
Zeit genau hinzusehen. Was sehe ich da an dem Ort, wo ich jetzt bin? Einfach genau hinsehen, vielleicht sogar so, als würde ich all das zum ersten Mal sehen. Sehen meine Augen auch `Advent`?

12:00h riechen – liegt vielleicht Advent in der Luft?
Einfach achtsam riechen. Welche Gerüche nehme ich wahr an dem Ort, wo ich jetzt bin. Welche sind mir angenehm, welche eher nicht. Und liegt vielleicht Advent in der Luft?

14:00h hören – wie tönt der Advent?
Ein Adventslied hören, vielleicht auch zwei. Und nach Innen hören/ lauschen, ob vielleicht auch Gott gerade jetzt für mich ein Ohr hat.

16:00h schmecken - so schmeckt Advent?!
Ein Weihnachtsgebäck, einen Adventstee oder was auch immer schmecken. `Advent` schmecken und mich dem wohligen Gefühl dabei überlassen.

18:00h tasten – Advent will auch ertastet und begriffen werden
Einen adventlichen Gegenstand auswählen (vom Tannenzweig bis zur Krippenfigur ist alles möglich) und wenn möglich mit geschlossen Augen ertasten. Fühlt sich so der Advent an?

Und später dann diesen sinnlich besinnlichen Tag beenden. Vielleicht mit folgenden Gedanken.

Be-Sinn- lich! (er) Advent!

Be-sinn Dich! Mensch.
Gott kommt auf die Erde.

Besinn Dich, Mensch.
Du gehst auf eine Ankunft zu.

Be-sinn dich, Mensch.
Mit all deinen Sinnen.

Be-sinn dich: Mensch.
Gott will Mensch werden!
auch in Dir,
auch mit Dir,
auch für Dich
und durch Dich. Amen!

Mit herzlich, besinnlich, adventlichen Grüßen

MNeuhausIhre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

 

04.12.2020: #Barbaratag

Barbarazweige 

 

 

Barbara-Tag!

 

 

 (Foto: privat)

 

Der Advent ist durchzogen vom Leben einiger bekannter Heiliger, die durch die Dunkelheit dieser Tage hineinleuchten wollen in unser Leben, oft verbunden mit handfesten Traditionen und Bräuchen. Barbara, Nikolaus und Luzia sind wohl die Bekanntesten von ihnen. So sprechen diese Heiligen mit ihrem entschiedenen Leben zu uns: Lass die Dunkelheit nicht Macht gewinnen über dich. Das Leben wartet auf dich. Es zeigt sich jetzt schon, wenn auch noch ganz klein und unscheinbar.

Ihr Leben schien vorherbestimmt: Im dritten Jahrhundert als Tochter eines reichen Kaufmanns geboren, sollte Barbara einen Mann aus angesehenem Haus heiraten. Damit sich zuvor niemand in ihre Schönheit verliebte, schloss sie ihr Vater, wenn er auf Reisen ging, in einen Turm.

Auch wird berichtet, dass er Barbara vom Christentum fernhalten wollte. Das gelang ihm jedoch nicht: Sie tauschte Briefe mit einem Schüler des christlichen Origenes, der sie schließlich, als Arzt verkleidet, taufte. Ihr Vater tobte, als er davon erfuhr, ließ sie verprügeln und foltern, aber Barbara blieb fest: Sie wollte Christin sein. Schließlich wird sie zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich ein trockener Zweig in ihrem Kleid. Sie stellte ihn in ein Trinkgefäß. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte er.

Obwohl es nur Legenden über Barbara gibt, lebt die Geschichte dieser standhaften Frau noch heute. Ihr Name wurde Programm: Barbara bedeutet: Die Fremde, die Wilde, die Andere.
Am 4. Dezember, ihrem Todestag, holen viele Menschen Barbarazweige ins Haus:
„Geh in den Garten am Barbaratag. Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag: Kurz ist der Tag, lang ist die Zeit. Der Winter beginnt. Der Frühling ist weit.... Baum, einen Zweig gib du mir von dir. Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir. Und er wird blühen in seliger Pracht. Mitten im Winter in der heiligen Nacht.“

 

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

 

03.12.2020: #Geht und verkündet

Der Weg

 

In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen:
Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet
das Evangelium allen Geschöpfen! (Mk 16, 15)

 

 (Foto: www.pixabay.de)

Das ist der erste Vers des heutigen Tagesevangeliums. Wann und wo wendet sich Jesus mit diesem Appell an seinen Freundeskreis? Es fällt die Zahl elf auf, so kann man vermuten, dass wir uns in der Zeit nach Ostern befinden. Tatsächlich stammt der Satz aus dem letzten Kapitel des Markus-Evangeliums. Zuvor wurde dem Leser / der Leserin berichtet, dass der Auferstandene zunächst Magdalena begegnet war und dann noch zweien von ihnen. Obwohl es somit mehrere ZeugInnen des Geschehens gibt, reagieren die anderen erstmal abweisend. So muss Jesus sozusagen ein drittes Mal kommen und er scheint den Jüngern wegen ihres Unglaubens gehörig „den Kopf zu waschen“. Und nach diesen harten Worten kommt der Auftrag: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! (Mk 16, 15)

Für die Jünger eine nicht einfache Situation – denke ich mir! Sie müssen erstmal das Erlebte verdauen, selbst das Geschehene begreifen. Doch sollen sie gleichzeitig auch schon „losmarschieren“ und überzeugend verkünden. Zudem noch mit dem ungenauen Ziel: Geht in alle Welt! Wie sollen wir das hinbekommen? – So ähnlich werden Petrus und Andreas, Johannes und Jakobus und die anderen wohl gedacht haben. Ich stelle mir die Situation mal ganz bildlich vor: Die Elf saßen zusammen, sind mehr oder weniger ausgeschimpft worden, erhalten einen Auftrag, der weit über ihre Möglichkeiten hinaus zu gehen scheint, und am Ende heißt es dann auch noch: Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.

Also, jetzt sind sie außerdem noch allein! Ich könnte mir vorstellen, das sorgte bestimmt anfangs für hitzige Diskussionen in der Mannschaft. Wer geht wohin? Wer geht mit wem? Was sollen wir überhaupt sagen (Evangelium? Was ist denn überhaupt relevant gewesen aus der Jesus-Geschichte?)? Wie sollen wir reisen? Will uns überhaupt jemand hören?...

Irgendwie erinnert mich das ganz stark an heute, unsere Situation im Lockdown im Jahr 2020…

• Wie geht denn überhaupt Verkündigung in Zeiten, in denen man sich nicht (wenig) begegnen kann?
• Wo soll man denn anfangen?
• Auch ich stelle mir dir Frage: Was vom Evangelium ist heute relevant für die Menschen?
• Finde ich Mitstreiter in meinem Tun?

Ich schaue mir jetzt nochmals genauer die Perikope des 3. Dezembers an. Was sagt Jesus im Einzelnen? Da bleiben meine Augen an einem Satz hängen:

Sie werden in neuen Sprachen reden! – Sag mal, Jesus, da fühle ich mich von dir ja direkt angesprochen…

Ich merke doch gerade jetzt, dass alte Modelle nicht mehr funktionieren. Eine Camara in St. Patrokli, die die Messe aufnimmt, vorher hätte ich nie darüber nachgedacht. Eine Videokonferenz mit den Kollegen, um sich auszutauschen, das wäre mir auch nicht in den Sinn gekommen. Sich in den Vorgarten eines Altenheims zu stellen, um Texte und Lieder vorzutragen – nein, das stand vor dem März 2020 auch nicht in meinem Programmheft.

Sie werden in neuen Sprachen reden! Für mich gleichzeitig ein Auftrag im Sinne von: Versucht es doch! Geht hin, aber nutzt heute eine andere Straße. Verkündet, aber wählt jetzt neue Worte (und Medien).

Wie es damals den Jüngern gegangen ist, das lässt Markus offen. Aber er schenkt seiner Leserschaft (und damit auch uns) ein „Happy End“: Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

Mit diesem mutmachenden Gedanken wünsche ich Ihnen einen guten Tag!

Bleiben Sie gesund!

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53

 

02.12.2020: #Das Herz in Form bringen

Ton formenBilder helfen uns, innere Wirklichkeiten auszudrücken oder auch darzustellen. Der Prophet Jesaja, der im Advent häufig zu Wort kommt, erinnert das Volk Israel an seinen Ursprung in Gott mit folgenden Worten: „Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.“ (Jes 63,7) In der Lesung am 1. Adventssonntag konnte man diese Worte hören. Jesaja greift damit das Bild aus dem zweiten Schöpfungsbericht der Bibel auf und erinnert daran, dass Gott uns Menschen geformt hat.

Töpfern ist etwas sehr Kreatives – Schöpferisches. Der Ton nimmt langsam unter der Einwir-kung der Hände des Töpfers Gestalt an. Wer es schon einmal versuch hat, wird vielleicht wie ich dabei festgestellt haben, dass das gar nicht so einfach ist. Bis das Gefäß oder die Figur die Gestalt annimmt, die ich mir vorgestellt habe, braucht es oft viele Versuche. Immer wie-der neu formen. Dabei ist es wichtig, dass der Ton geschmeidig bleibt und nicht hart wird.

Genau diese Bild ist es, das mich für den Advent besonders angesprochen hat. Die geprägten Zeiten im Kirchenjahr laden dazu ein, das innere Leben neu in Form zu bringen. Die geistliche Tradition kennt das unter dem Begriff der Herzensbildung. Jesaja verweist dabei auf das har-te Herz, das wieder weich werden soll, damit es Gott neu erkennt. Hierliegt die Voraussetzung für einen inneren Weg: ich muss bereit sein, mich formen zu lassen. Doch wie gelingt es, dass mein inneres Leben neu in Form kommt? Die Tatsache, dass Sie diesen Text gerade lesen, ist schon ein erster Schritt. Vielleicht haben Sie auch einen Adventskalender, der Ihnen jeden Tag ein gutes Wort zum Nachdenken mit auf den Weg gibt. Besondere Herzensbildung geschieht durch Gottes Wort in der Heiligen Schrift, wenn ich es an mich heranlasse und ver-suche zu verstehen. In Zeiten des Gebets, wenn ich mich ganz in die Gegenwart Gottes stelle, formt Gott mein Inneres. Durch echte Begegnung mit anderen Menschen wirkt Gott an mir. Es ist also auch gut, die Menschen um mich herum neu und bewusster in Blick zu nehmen. Im Kern ist es immer wieder die Liebe Gottes, die mein Leben prägen will.

Es lohnt sich, im Advent ein besonderes Augenmerk auf meine Herzensbildung zu legen. Vielleicht gelingt nicht alles sofort. Sicher verändert sich die Form immer wieder. Die Einsicht in geistliche Wege zeigt aber, dass Gott nie aufhört mein Herz und mein Leben zu formen, bis die Gestalt zum Vorschein kommt, die sein Schöpfergedanke in mich hineingelegt hat. Voll-endet wird das Werk wohl erst im himmlischen Advent, wenn ich bei ihm ankomme. Bis dahin kann ich aber schon einmal üben.

Roettger01Mit adventlichem Gruß
Ihr Dietmar Röttger
zu erreichen über dietmar.roettger@pr-soest.de

 

Bildnachweis: LubosHouska, www.pfarrbriefservice.de

 

01.12.2020: #Aus totem Holz wächst ein neuer Trieb

abgeholzste Waldlichtung 

Der Advent kennt viele Symbole und Bilder.

Ein solches Bild ist der Baumstumpf. 

 

 (Foto: pixabay)

 

Viele von uns kennen dieses Bild, denn in unseren Wäldern gibt es mittlerweile sehr viele davon. Beim Propheten Jesaja hören wir, wie Gott selbst noch aus einem bereits abgestorbenen, vermodernden Baumstumpf neues Leben erwecken kann, und er macht damit deutlich, dass er zu keinem Zeitpunkt unseres Lebens uns Menschen verloren gibt.

Vielleicht waren Sie am vergangenen Wochenende im Arnsberger Wald spazieren. Seit dem vergangenen Jahr hat sich durch die Trockenheit und durch den Borkenkäfer das Bild im Wald stark verändert. Überall kann man jetzt viele Baumstümpfe sehen. Der Baumstumpf als Bild steht in unserem Alltag für alles, was auch in uns, in unserem Leben leblos, ohne Saft und Energie, einfach nur noch aussichtslos erscheint. Und da gibt es sicher immer wieder so manches: ob Streit und Spannungen, ob Krankheit und Tod, ob Verletzungen und Enttäuschungen, ob Ausgrenzung und Verleumdung ... Ein Baumstumpf, der einfach für uns und unser je eigenes Leben steht.

Der Prophet Jesaja benützt dieses Bild vom leblosen, toten Baumstumpf für das leidende Volk Israel, das damals im Exil lebte. Es war eine harte, eine sehr schwere Zeit. Sicher haben sich damals viele aus dem Volk gefragt, was kommt da noch alles auf uns zu? Reicht es nicht, haben wir nicht schon genug zu tragen? Müssen wir nicht schon genug leiden? Fragen, die wir in dieser Coronazeit ja auch alle kennen.

Mitten in all diesem Dunkel entzündet der Prophet Jesaja dann ein Licht der Hoffnung (vgl. Jes 11,1-10). Er stellt ihnen und uns ein unglaubliches Bild vor Augen. Eine Vision des Friedens, wo Kalb und Löwe zusammen weiden, der Wolf und das Lamm zusammenwohnen, die Kuh und Bärin sich anfreunden und selbst das kleine Kind ohne Gefahr, am Schlupfloch der Natter spielen kann. Was völlig unmöglich schien, scheint doch möglich, was keiner mehr geglaubt hat, wird doch jetzt wahr. Denn aus dem bereits tot geglaubten Stumpf wächst ein neuer Trieb, wächst neues Leben und so ist dieser leblose Baumstumpf mehr als nur ein Bild für unser Leben, sondern zugleich ein Bild der Hoffnung. Die Vision des Friedens kann und wird wahr werden, wenn jeder von uns, wenn ich selbst mitmache und alles für den Frieden tue. Am besten, ich fang gleich heute bei mir an und dann bei und mit denen, die mit mir leben und arbeiten, die mit mir beten und glauben. Denn wenn wir trotz aller Stümpfe in unserem eigenen Leben an das Blühen glauben und wir uns immer wieder neu um das Blühen bemühen, dann ist und wird Advent – Ankunft des Herrn. Dann wird allen Menschen Gottes Heil zuteil, ganz so, wie wir es in einem Adventslied besingen (GL 221).

Eine gute Adventszeit und heute einen schönen Tag

 

Pater Cornelius

 

 

Ihr P. Cornelius Wanner OSB
Pastor, Schwerpunkt Möhnesee

Tel. 02924 / 9 74 91 52
E-Mail: cornelius.wanner@pr-soest.de

 

30.11.2020: #Bereitet dem Herrn den Weg!

Kompass 

 

Bereitet dem Herrn den Weg!

Der Advent hat begonnen.

 

(Foto: Pfarrbriefservice.de)

 

Jedes Jahr machen wir uns wieder auf Weg. Wir bereiten uns auf Weihnachten vor. Jedes Jahr werden wir erinnert, uns neu auszurichten. Mir kommt dabei immer Johannes der Täufer in den Sinn.

In meinem heutigen Impuls wende ich mich an ihn. Und gleichzeitig lade ich alle, die den Text lesen ein, zu überlegen, was der Advent ihnen bedeutet.

Ihr Gemeindereferent Detlev Gethmann

Lieber Johannes,
ich danke Dir dafür, dass du mich jedes Jahr im Advent wieder mit einfachen und eindringlichen Worten rufst: „Bereitet dem Herrn den Weg“.

Dein Rufen sagt mir: Der, den meine Seele liebt, will zu mir kommen und ich kann zu ihm kommen. Jedes Jahr lässt Du mich darüber nachdenken, wie ich mein Leben gestalte. Ein Nachdenken, das mir vieles bewusst macht: Die Freunde die ich genießen kann, die Arbeit, die ich tue.
Das Leben das ich lebe, blüht auf, wenn ich diesem Ruf folge. Ich kann Liebe, Frieden und Hoffnung als Gottes Geschenk in meinem Leben entdecken. Johannes, Dein Ruf macht mir Mut, auch schwere Zeiten zu bestehen und schweres zu tragen.

In mir klingen die Lieder des Advent. In mir wird die Freude auf die Zeit der Vorbereitung wach.

Lieber Johannes, ich wundere mich, dass ich mich immer wieder rufen lassen muss, dass ich diese Erinnerung immer wieder brauche. Um so dankbarer höre ich deinen Ruf: Bereitet dem Herrn den Weg.

wünscht Ihnen Ihr
Gemeindereferent Detlev Gethmann

Pater Cornelius

 

 

Gemeindereferent Detlev Gethmann
Gemeindereferent

Telefon: 02921 67106-71
E-Mail: detlev.gethmann@pr-soest.de

 

 

27.11.2020: #Wackel-Jesus

Wackel-Jesus 

 

Mein "Wackel"-Jesus

 

(Foto: privat)

 

Er stand auf dem Geburtstagstisch, schon ein paar Jahre her,
in ´nem Gewand so hell, wie Sand der Wüste.
Ich mußte lachen, denn mir war sofort klar,
wer mich mit diesem Wackel-Jesus grüßte.

Hätte mir wer erzählt, dass es so´n Wackel-Jesus gibt,
dachte ich, der will mir ´n Bären aufbinden.
Es gibt ihn wohl! Und ich wußte, nur die Leiterrunde kann
so ein Spaßgeschenk für mich finden.

Ich habe den freundlichen Kerl von Anfang an
zum Partner erklärt und ins Herz geschlossen,
er steht auf meiner Fensterbank und so habe ich
tatsächlich Jesus als Hausgenossen.

Er steht da ganz egal was für ein Wetter ist.
Immer freundlich, die Hand segnend erhoben!
Bleibt immer gleich, auch wenn es dunkel ist,
nur bei Sonnenschein, da er kann er sich austoben.

So gibt er mir ´ne Lehre, wenn´s bei mir mal trübe ist.
Gott ist nicht weg, er ist nur nicht aufdringlich.
Hält seine Hand als Segen über mich.
Ich will das glauben, ist´s auch noch so kindlich.

Und denke, wo er die Stellung hält, da mach beruhigt Rast,
da bleibt das Schlimmste vor den Toren.
Es kann nichts passier'n, denn wer so´n Wackel-Jesus hat,
ist noch nicht ganz erwachsen, ganz verloren!

Ich tausch den Wackel-Kerl für keinen andren ein,
auch nicht als Abschied von den Kindertagen!
Mit ihm auf meiner Fensterbank bin ich nicht allein.
Ich weiß, ich muss mich nicht allein durchschlagen.

Dazu gibt es auch eine Melodie und wenn Sie mögen, schreiben Sie mir eine Mail, dann maile ich Ihnen gerne auch das Lied!

Andreas Krüger

 

Liebe Grüße und Danke

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

26.11.2020: #Blick auf...!

2020 11 21-Novemberstimmung 

 


Blick auf...!

 

(Foto: privat C.E.)

Wir haben Christkönig gefeiert und in der Natur herbstet es sehr. Sie macht sich auf den Weg in die nächste Jahreszeit – in die Zeit, die wir normaler Weise als die lichtvolle Zeit bezeichnen – eigentlich!
Doch in diesem Jahr kommt vielen Menschen der Blick auf diese Zeit sehr anders, komisch, ungewohnt, mit gemischten Gefühlen, getrübt – vor.

Beim Propheten Jesaja finden wir das tröstende Wort: „Blick auf und schau hin, und du wirst das Licht sehen! Und du wirst strahlen, dein Herz wird beben und sich weit öffnen.“ (Jes 60,1-6)

Was die Menschen Herbst nennen, zeigt uns aber auch, bei genauem Hinsehen, bereits Spuren neuen Lebens. Schauen wir uns die herabgefallenen Blätter, z.B. eines Ahorns genauer an – in ihren vielfältigen Farben – dann kann man daran oft schon die neukommende Knospe erkennen. Ein wortloses Zeugnis der Hoffnung auf neues Leben im Frühjahr. Stellt man dieses Blatt dann ins Wasser, wird das große bunte immer brauner, die Knospe aber entwickelt sich bereits weiter. Neues Leben – HOFFNUNG –, die uns von Gott her zuruft: „Fürchte dich nicht, auch wenn der Weg beschwerlich ist!“

Wir können IHN bitten, dass ER uns hilft, in unserem Vertrauen auf IHN – trotz aller Widrigkeiten – nicht zu erlahmen. Wir können IHN, der uns zusagt: „FÜRCHTE DICH NICHT! ICH KENNE DICH! ICH HABE DEINEN NAMEN IN MEINE HAND GESCHRIEBEN- DU BIST MEIN!“ bitten, dass ER unser Streben nach Gemeinschaft, nach gegenseitigem auf uns achten, nach einem echten Miteinander, auch im Glauben – mit seiner himmlischen Kraft und seinem Heiligen Geist wohlwollend begleiten möge.

Erinnern Sie sich vielleicht, liebe Schwestern und Brüder, wie ich mich erinnere? In unseren Kindertagen hatte ein rotglühender Abendhimmel eine Bedeutung. „Seht mal, das Christkind backt wieder“ – hörten wir als Kinder von unseren Großeltern oder den Eltern. Und in der Regel wurde dann am nächsten Tag auch selbst die Bäckerei daheim begonnen, und wir durften dabei helfen, z.B. den Teig durch die Formen zu drehen, die dann in vielfacher Weise auf dem Backblech landeten, und natürlich auch – von uns schon vorher als Teigmasse genascht wurden. Auf den Fensterbänken kühlte das Gebäck dann aus. Und dann passierte es, dass am nächsten Morgen nur noch ein Plätzchen auf dem Boden. Das hatte dann der hilfreiche Engel „beim Einpacken verloren“ – oder hatte er es als Belohnung für uns Helfer absichtlich dagelassen, damit die Vorfreude in uns wachsen konnte?

Vielleicht kann uns der Blick in den Himmel dabei sogar helfen: Wenn der Abendhimmel rot leuchtet – und wir uns zurückholen lassen, wenn wir Rückschau halten, wenn wir den Tag oder die Woche bewusst Revue passieren lassen… Wenn wir zu unseren Aufgaben, zu unseren Konflikten, zu unseren eigenen Widersprüchen, aber auch zu unseren Liebenswürdigkeiten zurückkehren… Wenn wir so, hoffend und glaubend auf diesen Himmel schauen… Könnten wir dann erfahren, dass Gott uns mit seinem Frieden beschenken möchte? Mit einem Frieden, den die Welt nicht geben kann, einem Frieden, der uns ermöglicht, unseren eigenen Weg und auch die momentane Situation anzunehmen und sie dennoch, im Rahmen der Möglichkeiten, zu gestalten?

Blicken wir auf! Eröffnen wir uns selbst die Möglichkeit, das Licht zu sehen. ER ist da, ER lässt es für uns leuchten, damit wir nicht mutlos werden, damit wir weiter versuchen zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

Mein Gott, mein Erlöser, mein Heiland, mein König – bleibe bei mir!
Fern von DIR müsste ich welken und verdorren. Zeigst DU DICH mir wieder, blühe ich auf in neuem Leben, wie eine Knospe, die bereits unter dem welken Blatt beginnt, das neue Leben zu spüren.
DU bist das Licht, die nicht verlöschende Flamme, der leuchtende Himmel. Und vom Glanz DEINES Lichtes beschienen, kann ich selbst zum Licht werden, um anderen zu leuchten.
Ich bin nur wie ein Glas, durch das DU dem Anderen scheinst. Lass mich DEINE Wahrheit verkünden – nicht so sehr durch viele Worte, sondern durch die stille Kraft der tätigen Liebe und des Gebetes…
Führe DU uns auch durch das Schwere dieser Zeit, wandle unsere Schwäche in Kraft und geh mit uns! Vor allem aber segne uns, heute und jeden Tag neu- Amen (frei nach J.H. Kard. Newman; in Gotteslob 8,2)

In herzlicher Verbundenheit und mit dem Wunsch: blicken Sie auf und bleiben Sie behütet! grüßt

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

 

 

 

Durch ein Statusbild wurde ich aufmerksam auf die „Jerusalema Dance Challenge“

 

 (Foto: pixabay)

Was das ist? Ich musste erstmal googlen, und da fand ich ganz viele Tanzvideos.

Seit mittlerweile einigen Monaten geht diese Challenge rund um die Welt und bewegt Menschen. Der Künstler DJ Master KG, ein südafrikanischen DJ und Musikproduzent, hat diesen Ohrwurm im Frühjahr geschrieben. Ein Beat, bei dem man sich bewegen muss, wenn man ihn hört. Der Text ist ein Gebet auf Zulu, in dem es um Hoffnung geht, Hoffnung auf das himmlische Jerusalem. Auch wenn man Zulu nicht versteht, die Musik und der Gesang der Sängerin Nomcebo Zikode, rühren einen an.

Angefangen hat das Ganze wohl mit einer Gruppe Angolaner, die sich beim Tanzen des Liedes „Jerusalema“ gefilmt hatte. Und da im Lockdown Bewegung oft zu kurz kam, wurde daraus eine Challenge und das Ganze ging viral auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. Das Tolle an dem Tanz ist, dass man gut Abstand halten kann und dennoch gemeinsam tanzt. Und das kommt unserem menschlichen Bedürfnis nach Gemeinschaft doch sehr entgegen.

Und so scheint es so zu sein, dass die Menschen ihrer Hoffnung auf Besserung in den Zeiten der Pandemie durch diesen Tanz Ausdruck verleihen. Der Tanz macht sie gut gelaunt und beschwingt, der Tanz lässt sie spüren, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind und gemeinsam etwas tun können. Und wer weiß, vielleicht ist dieser Tanz auch Gebet, das die Hoffnung auf eine gute Zeit nach Corona ausdrücken möchte.

Mich hat diese „Jerusalema Dance Challenge“ jedenfalls sehr berührt, denn von dem Lied und den Menschen geht eine Kraft und ein Optimismus aus, die wir gerade jetzt sehr gut gebrauchen können. Und das Lied wird schnell zum Ohrwurm, bei dem man die Füße nicht mehr stillhalten möchte.

Kleiner Tip von mir: Schauen sie sich im Internet bei youtube unter dem Stichwort „Jerusalema challenge“ mal so einige Videos an: Ob Pflegepersonal, Mitarbeiter am Flughafen, Ordensleute, afrikanische Kinder, … da sind so viele tolle Menschen, die Optimismus verbreiten. Lassen sie sich auch anstecken!
In diesem Sinne: Bleiben sie bewegt und zuversichtlich!

 

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

24.11.2020: #Zwischen den Zeiten!

Schaf

 

 

(Foto: www.pixabay)

 

Zwischen den Zeiten! Vom schon, aber noch nicht! und einem Schaf.

Geht es Ihnen auch so? Ich finde diese Woche zwischen Christkönig und dem 1. Advent hat so einen ganz eigenen Charakter. So lange wie ich denken kann, empfinde ich sie äußerlich wie auch innerlich als eine Art Zwischenzeit, also als eine Woche, die zwischen den Zeiten liegt.

Am Beginn das Christkönigsfest. Was für ein (Kirchenjahrs)Ausklang, der verkündet, dass Christus, der Herr über den gesamten Kosmos ist. Manchmal spüre ich die Kraft dieser unendlichen Zusage und dass wir Menschen alles, wirklich alle Hoffnung, alles Vertrauen in IHN, das Alpha und Omega setzen können. Dass in IHM und seinem Königreich, das Leben und nicht der Tod das letzte Wort hat. Manchmal spüre ich sie aber auch nicht.

Am Ende der Woche dann der erneute Beginn und das gleich in doppelter Hinsicht. Der Beginn des neuen Kirchenjahres, also somit Jahreswende, Kirchenneujahr und der Beginn der Adventszeit. Wir sagen euch an den lieben Advent…

Und dazwischen? Zwischen Novembergrau und Adventsgedanken? Wenn ich einen Gedanken benennen müsste, der in dieser Woche in mir schwingt, dann lautet der: schon, aber noch nicht!
Schon möchte ich die ersten Lichter aufstellen, aber ich mache es noch nicht, lasse der Dunkelheit noch ihren Raum.

Schon möchte ich den Adventskalender hervorholen und vielleicht sogar schon einen ersten Blick reinwerfen. Einen ersten Text lesen, aber ich tue es noch nicht. Lasse der Vorfreude ihren Raum.
Schon möchte ich die ersten Plätzchen backen, damit der vertraute Geruch das Haus durchströmt. Aber auch das tue ich noch nicht. Lasse die Tradition, wir backen erst ab dem 1. Advent bestehen.
Schon möchte ich… aber ich tue es noch nicht.

In diesem Jahr schwebt das `schon, aber noch nicht`, noch mehr als all die Jahre über, unter, hinter und vor mir. Und gibt mir irgendwie auch einen verlässlichen, ja vertrauten Rahmen. Denn der Blick in den Advent 2020 ist so ganz anders als all die Jahre.

Und brauchen wir Menschen nicht genau deshalb die Traditionen, Rituale, Feste des Kirchenjahres, damit wir Halt und Sicherheit erfahren in all dem Wandel, den Unsicherheiten und Veränderungen, in all dem `schon, aber noch nicht`, das zu unserem Leben gehört. Damit wir uns festmachen an und in diesem menschfreundlichen Gott, dessen Menschwerdung wir in ein paar Wochen feiern. Daran wird auch Corona nichts ändern. An der Form wie wir feiern - schon, an dem geheimnisvollen Geschehen der Menschwerdung Gottes - nicht!

Am vergangenen Sonntag hat mich das Christkönigsfestes und das Evangelium schon sehr berührt. Interessanter Weise bin ich aber an einer ganz anderen Stelle hängen geblieben und sie beschäftigt mich noch immer. Bei Ezechiel (34,11-12.15-17) haben wir gehört, dass Gott sich wie ein Hirte um seine Schafe sorgt und kümmert. Sie retten, weiden, sich ausruhen lassen will. Die Verlorenen sucht, die Vertriebenen zurückbringt, das Verletzte verbindet, das Kranke kräftigt. Nein, neu ist das Gottesbild vom Hirten nicht. Ob es noch zeitgemäß ist mag jede und jeder für sich selbst entscheiden…

Und schon haben meine Füße mich in den Keller getragen.
Eigentlich bleibt, seitdem die Kinder aus dem Haus sind, die Kiste mit den Krippenfiguren bis kurz vor Weihnachten im Regal. Noch ist ihre Zeit nicht gekommen. Und in dieser Woche zwischen den Zeiten schon mal gar nicht. Dieses Jahr ist es anders. Eben habe ich in ihr gekramt und ein einziges Schaf herausgeholt. Es steht jetzt neben mir, auf meinem Schreibtisch, in dieser Zwischenzeit und trägt eine Botschaft in sich, in die ich hoffentlich in den nächsten Wochen immer weiter vertrauensvoll hineinwachse.

In herzlicher Verbundenheit

MNeuhausIhre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

Schraube

 

 

 

 

 

(Foto: privat)

Zuhause bei mir im Keller suchte ich in der letzten Woche nach Gewindeschrauben, um so zwei Bretter miteinander zu verbinden. Mit dem Gewinde kann ich die Schraube in ein passendes Gegenstück, die Mutter, hineindrehen. Die offizielle Bezeichnung lautet: „Hohlschraube mit Innengewinde zur Aufnahme eines Schraubenbolzens“. Wie auch immer, wenn ich Schraube und Mutter ineinander drehe, dann entsteht dadurch eine sehr stabile Verbindung. Wenn ich die beiden Teile ineinander drehe, merke ich sofort; Das passt.
Manchmal kommt es aber auch vor, dass das Gewinde beschädigt ist. Dann habe ich vielleicht mit dem Hammer drauf geschlagen oder mit der Zange zu fest zugepackt. Dann lässt sich, obwohl die Größe passt, die Mutter nicht anschrauben. Mit Gewalt geht da auch nichts.

Es gibt Situationen, da merken wir sehr schnell: Es passt. Erster Tag an der neuen Arbeitsstelle. Wir werden freundlich aufgenommen und spüren: Es passt. - Wir betreten einen Raum und schon bei der Begrüßung merken wir: Es passt. - Ein neues Projekt mit einem neuen Team. Nach der ersten Besprechung ist das Gefühl da: Es passt. – Du lernst einen Menschen kennen und spürst die gleiche Wellenlänge: Es passt. Da gewinnt das Leben an Fahrt.
Und meine Verbindung zu Gott? Kann ich da auch sagen: Es passt.

Andererseits merken wir auch schnell, wenn es nicht (mehr) passt. Wir fühlen uns nicht wohl und merken, dass es hakt. Wir fühlen uns fehl am Platz.
Suchen sie sich heute eine kleine Schraube mit Mutter und stecken sie sie für eine Woche in ihre Hosen- oder Jackentasche. Zur Erinnerung. Achten sie in dieser Woche auf Situationen, in die geraten, ob sie passen. Freuen sie sich dran. Genießen sie die Situation, wenn die Teile zusammenpassen und das Gefühl
der Harmonie.

Und wenn es nicht passt, wenn es hakt: Liegt es an mir, dass es nicht passt? Kann ich etwas dafür tun, dass die Situation passend wird?
Mit meinem Gott in Verbindung, in Harmonie zu sein, kann nicht nur dem heutigen Tag das Gefühl geben: Es passt. Es tut gut. Auch da gewinnt das Leben an Fahrt.

Das sie oft das Gefühl haben: Es passt – das wünsche ich ihnen.

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubert.feldmann@pr-soest.de

 

 

 

20.11.2020: #Mal aus der Rolle fallen...

Du hast dich schuldig gemacht. Einfach das Brot aus der Speisekammer mitgehen lassen. Es ist doch gedacht für die feinen Herrschaften, die adligen Gäste, die großen Jagdgesellschaften! Wie kannst du nur? Überhaupt, was gibst du dich mit dem niedrigen Volk ab? Du bist die Landesfürstin, die Gräfin, nicht die Sozialarbeiterin.

Wie kannst du nur?

Du bist hübsch, ein richtig attraktives Mädchen und adelig zudem. Das klingt nach Karriere. Der passende Mann ist bereits auserkoren. Aber anstatt dich ihm als liebevolle Frau zu widmen, bekehrst du ihn noch zu dieser neuen Religion. Wie kannst du nur? Nach seinem Tod machst du weiter, führst andere zu diesem Christus. Trotz Drohungen und Verbote hörst du einfach nicht auf, von ihm und seinem Wirken zu erzählen, seine Botschaft zu verkündigen…

Wie kannst du nur?

Haben Sie bereits eine Ahnung, welche Frauen ich Ihnen gerade vorgestellt habe? Richtig, Elisabeth von Thüringen, an die wir gestern gedacht haben, war die erste. Der Name der zweiten ist Cäcilia, an die wir am Sonntag denken.

Heute ist der 20. November. Wir stehen also genau „zwischen den beiden Frauen“. Haben sie uns etwas zu sagen, obwohl sie bereits im 13. bzw. 3. Jahrhundert verstorben sind? Gibt es etwas, das sie verbindet? Mir fällt ein gemeinsames Stichwort ein und das heißt Mut!

Ich stelle mir gerade einmal vor, Elisabeth und Cäcilia würden sich begegnen.

2020 11 10 Maedchen

Cäcilia: Meine blaublütige Herkunft? Meine Möglichkeiten, das war mir egal…

Elisabeth: Da ging es mir genauso. Was nutzte mir mein Geschmeide? Wenn ich aus dem Fenster der Wartburg geschaut habe, blickte ich doch Tag für Tag in hungernde, ausgemergelte Gesichter! (Foto: Pixabay.de)

Cäcilia: Schade, dass meine Zeitgenossen oft nicht erkannt haben, dass es auf andere Werte ankommt.

Elisabeth: Auch hier kann ich dir nur zustimmen. Brot aus den Speisekammern zu nehmen, das bescherte mir wenig „Fans bei Hof“.

Cäcilia: Doch eine Sache hat mich getragen, eine Unterstützung habe ich bekommen. Mein Mann Valerianus hat mein Handeln und meine Einstellung mitgetragen.

Elisabeth: Unsere dritte Gemeinsamkeit. Und ich habe schon gehört, auch du hast deine große Liebe verloren, wie ich meinen Ludwig.

Cäcilia: Aber die glückliche Ehe hat dich und mich stark gemacht, mich hat sie vor allem zur Gottesliebe geführt…

Elisabeth: … und mich zur Nächstenliebe!

Cäcilia: Schön, dass sich die Menschen heute noch an uns erinnern. Nach uns werden bis heute viele Mädchen und Frauen genannt.

Elisabeth: Jetzt verblüffst du mich aber. Bei mir ist das eine klare Sache: Neben Elisabeth denke ich an Lisa, Isabell, Lilly, Lia und Bettina. Aber bei dir???

Cäcilia: Stimmt. Cäcilia ist etwas selten geworden. Aber Silke und Silja – das sind meine modernen Kurzformen.

Zwei Frauen, die aus ihrer Rolle fielen, das war ihnen gemeinsam. Angedacht war für sie jeweils die Position der vornehmen Ehefrau. Hier sind beide „ausgebrochen“. Nicht aus Trotz, sondern aus Liebe zu Gott und dem Nächsten.

Wo kann ich aus meiner Rolle fallen? Diesen Impuls möchte ich Ihnen heute mit in den Tag hinein geben…

Bleiben Sie gesund!

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

 

19.11.2020: # Brot und Rosen

Brot und RosenEs gibt diese „Iconic Moments“, diese Ereignisse, die für eine Person bildgebend werden und für etwas in ihrem Leben stehen. Bei Willy Brandt zum Beispiel ist das der Kniefall am Denkmal des Warschauer Ghettos, in dem sich seine Ostpolitik ausdrückte. Bei Helmut Kohl finde ich einen solchen Moment in der Handreichung mit dem französischen Präsidenten François Mitterand über den Gräber von Verdun, in der die deutsch-französische Aussöhnung sichtbar wurde. Auch bei Heiligen haben wir diese „Iconic Moments“. Die Mantelteilung des heiligen Martin mit dem Bettler vor den Toren von Amiens zählt dazu, aber auch für die heutige Tagesheilige, die heilige Elisabeth von Thüringen finden wir dieses Bild, in dem ihr Lebensthema gebündelt wird: das sogenannte Rosenwunder, bei dem Elisabeth, als sie bei ihrer Hilfe für die Armen von ihrem Schwager ertappt wird, in ihrem Korb statt des vermuteten Brotes nur noch Rosen vorfindet.

Brot und Rosen sind seitdem die Attribute die Künstler der heiligen Elisabeth bei Darstellungen als Erkennungszeichen in die Hände gegeben haben. Es sind Zeichen, die den Kern ihrer gelebten Nächstenliebe ausdrücken. Brot steht für das Leibliche, die Nahrung gegen den physischen Hunger. Die Rosen versinnbildlichen das, was die Seele braucht, den Hunger nach Liebe, der gestillt werden. Beides hat Elisabeth als junge Landgräfin verkörpert: die materielle Hilfe für das Volk in Armut rund um die Wartburg, aber auch die menschliche Zuwendung. Ihr Herz war angerührt von der schlimmen Situation der Menschen. Später in Marburg wurden beide Seiten noch einmal sichtbar, als sie ein Hospital aufbaute und sich der Krankenpflege widmete: Heil für Leib und Seele der Menschen.

Für mich ist Elisabeth dadurch eine Frau, die mich erinnert, dass beides in der Nachfolge Jesu aus dem Geist der Liebe zusammengehört. Körperliche Not und der Hunger nach Liebe brauchen beides Hilfe, Zuwendung und das Zeugnis gelebter Nächstenliebe. Materielle Hilfe ohne Liebe lindert zwar Not, aber hilft nur bedingt zum Leben. Nur tröstenden Worte (auch wenn sie ehrlich gemeint sind), die körperliche Not ignorieren, helfen auch nur bedingt zum Leben. Brot und Rosen – beides braucht der Mensch, weil wir von Gott her Leib und Seele sind. Das zeigt die Krankenschwester, die nicht nur die Tabletten verteilt, sondern ehrlich den Patienten fragt, wie es ihm geht. Das zeigt der Schuldenberater bei der Caritas, der sowohl einen Finanzplan entwickelt, aber gleichzeitig dem Klienten zeigt, dass er trotz Schulden etwas wert ist. Das lebt die Eine-Welt-Gruppe, die Spenden für Projekte sammelt, aber sich auch für das alltägliche Leben in Afrika interessiert und in Kontakt mit den Menschen ist.

Brot und Rosen – Leib und Seele. Ein echtes Leitbild für gelebte Nächstenliebe liegt in diesem „Iconic Moment“ der heiligen Elisabeth. Doch manchmal sind wir selbst nicht die Helfenden, sondern die Bedürftigen. Dann ist es gut zu erkennen, wo mein wirklicher Hunger liegt, damit ich nach der richtigen Nahrungsquelle Ausschau halte und entdecke, wo Gott sich durch den Nächsten zuwendet.

Roettger2Es grüßt Sie herzlich Ihr Propst Dietmar Röttger
zu erreichen über dietmar.roettger@pr-soest.de

 

18.11.2020: # Das tue ich für mein Leben gern

Licht 

 

Das tue ich für mein Leben gern!

 

 

(Foto: www.pixabay)

Wie geläufig ist diese Redewendung noch? Ich denke, dass noch viele wissen was damit gemeint ist. Das tue ich für mein Leben gern heißt, das tue ich am liebsten, das tue ich bereitwillig, mit Freude, mit Lust und Liebe, mit Vergnügen, von Herzen. „Für mein Leben gern“, steht für Lebendfreude, dafür, dass es gelingt, den Mut zu finden sich selber treu zu bleiben, sich Freude zu gönnen und dafür einzustehen, was im Leben wichtig ist.


Diese Lebensfreude sehen wir auch bei Jesus, bis dahin, dass mache seiner Zeitgenossen und seine Gegner ihm den Vorwurf machten: „Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und ihr sagt: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!“ (Lk 7,34) Wir können diese Aussage als der Hinweis darauf lesen, dass sich Glaube und Lebensfreude nicht ausschließen. Jesus hat für sein Leben gern gelebt und überall, wo dem Leben etwas entgegen stand, hat er helfend z.B. durch seine Heilungswunder den Blick auf das Leben geöffnet und mahnend z.B. durch die Bergpredigt, den Blick für das Leben geschärft, für das Leben und wahre Lebensfreude.


Wir sind eingeladen dieser Spur zu folgen. Auch und gerade in diesen Zeiten kann das heißen:


♦♦♦ Entdecken, was ich für mein Leben gern tue und auch tun.
♦♦♦ Entdecken, wo andere Menschen Freude erleben und sich mit ihnen freuen.
♦♦♦ Entdecken, wo bei anderen der Freude etwas entgegensteht und behutsam fragen, was ihnen helfen könnte oder auch mal mit einer unerwarteten Reaktion das Eis brechen.
♦♦♦ Entdecken, wo in meinem Leben der Freude etwas entgegensteht und wo ich ein offenes Ohr, Beratung und Hilfe brauche und mutig um Hilfe bitten: den Freund, die Angehörige, eine Seelsorgerin oder einen Seelsorger.

Die Erfahrung, dass Sie von Gott getragen sind, dass der Glaube und die Gemeinschaft der Kirche trägen

Pater Cornelius

 

 

 

wünscht Ihnen Ihr
Gemeindereferent Detlev Gethmann

 

 

17.11.2020: # Gott schenkt dir sein Herz

- Gedenktag der Hl. Gertrud von Helfta -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: P. Cornelius Wanner OSB  

 

Gott schenkt dir sein Herz

Schon viele Jahre liegt diese Plakette aus dem Kloster Helfta auf der Fensterbank in meinem Zimmer im Kloster und sie erinnert mich jeden Tag daran, dass egal, was der Tag auch mit sich bringen mag, Gott bei mir ist, denn er schenkt mir sein Herz.

Als ich vor einigen Jahren im Kloster Helfta in der dortigen St. Gertrud Kapelle war, hat mich ein Glasfenster sofort in seinen Bann gezogen. Die hellen und warmen Farben, die in diesem Fenster leuchteten, und die tiefe, innige Beziehung, die dieses Fenster vermittelte. In diesem Fenster stehen sich die Hl. Gertrud und Jesus gegenüber. Sie schauen sich an, schauen sich tief in die Augen und man erkennt die innige Verbundenheit der beiden, sodass nur mehr ein Herz sichtbar ist.

Die Hl. Gertrud schreibt in ihren Aufzeichnungen selbst:

„Als ich am Abend zum Gebet niederkniete,

dachte ich plötzlich an die Worte des Evangeliums:

Wer mich liebt, der hält sich an mein Wort;

mein Vater wird ihn lieben,

und wir werden zu ihm kommen

und bei ihm Wohnung nehmen (Joh 14,23).

Da fühlte mein Herz, dass du angekommen

und in mir gegenwärtig warst.“

(Gertrud von Helfta)

Gertrud fühlte in ihrem Herzen diese Liebe Gottes auf überwältigende Weise und diese Erfahrung ließ in ihr die Gedanken reifen, dass Gott so sehr Liebe ist, dass er in überströmender Liebe alles erschaffen hat und er sich immer wieder dem Menschen zuwendet und ihm sein Herz schenkt.

Gertrud war wichtig zu sagen, dass Gott auf uns Menschen zugeht und er sich danach sehnt, dass wir Menschen seine Liebe erwidern.

Fragen wir uns heute:

- Wie viel Platz räume ich Gott in meinem Leben ein?

- Welche Zeiten und Augenblicke waren in meinem Leben geprägt von der Gegenwart Gottes?

- Kann ich auch sagen: Da fühlte mein Herz, dass du angekommen und in mir gegenwärtig warst?“

 

Ich wünsche uns heute einen guten Tag

und die Erfahrung, dass Gott uns sein Herz schenkt

 

 

Ihr P. Cornelius OSB

Zu erreichen unter Telefon: 02924 / 9749 152

 

 

16.11.2020: # "lame duck"-Gefühle


 

 

In den letzten Tagen hörte ich immer wieder, dass der scheidende amerikanische Präsident im Moment eine „lame duck“, eine lahme Ente, sei. Er könne im Prinzip nicht mehr regieren, weil er kaum noch etwas regeln dürfe, obwohl er noch Präsident bis zur Machtübernahme des neuen Präsidenten ist.

„Da geht es mir ja ganz ähnlich“, dachte ich. Alles, was ich als Seelsorger normalerweise tun kann, kann entweder gar nicht mehr sein, oder nur per Telefon, oder sonstwie digital. Keine echte Treffen mit Gruppen, mit Leitern von Aktionen oder Gruppen, mit Jugendlichen, mit…

Ich gestehe, das geht mir auf die Nerven und schlägt mir auf´s Gefühl. Lame-duck, lahme Ente, ja so fühle ich mich und vielleicht geht es Ihnen ähnlich.

Nur bin ich so, dass ich dabei nicht stehenbleiben will und mich in Selbstmitleid ergehe. Das liegt mir nicht und das will ich nicht. Deshalb plane und mache ich weiter: Telefonate, Briefe, Postkarten, mails und whattsapp um Kontakt zu halten; - Kirche mit Feuer, Adventsandachten auf den Dörfern, Weihnachtsmesse in einer riesigen Halle, und anderes mehr. Natürlich machen wir Seelsorger das. Wir sind ja für die Menschen da.

Aber das Gefühl will nicht verschwinden…

Und während ich darüber nachdenke, fällt mir ein, dass es Jesus und seinen Freunden in seinen letzten Wochen und vor allem mit seiner Gefangennahme und seinem Tod, vielleicht ähnlich ging: es ging nichts mehr. Nirgendwo war Hoffnung zu sehen. Petrus geht wieder fischen, 2 andere Freunde zurück in ihr Heimatdorf nach Emmaus. Schön war´s, - aber jetzt ist es vorbei.

Ich finde das tröstlich: wir glauben nicht an einen „Strahlemann-Gott“, der durch irgendeinen Zauber alle Probleme und alles Leid weg wischt. Nein, wir glauben an einen, der unser (manchmal blödes) Schicksal selbst mitgemacht hat. Er kennt es.

Und ich hoffe und will glauben: auch mich, mit meinem „lame-duck“-Gefühl.

Nachher, viel später erst, haben die Freunde Jesus so erlebt, dass ihnen „Hören und Sehen verging“. Na ja, so was Dolles erwarte ich nicht. Aber ein Licht am Ende des Tunnels oder im Tunnel, das wäre schon was. So wie der Anruf von Anke, der mich erreicht, während ich diesen Text schreibe.

Danke, Anke! Das war ein Licht im Tunnel.

 

Liebe Grüße und Danke,

Andreas Krüger, Gem.ref. im PR-Soest

Im Tabrock 9, 59494 Soest

02921 3690388

 

13.11.2020: # Fürchte dich nicht!

2020 11 10-Novembertag 


Liebe Schwestern und Brüder,
da, wo wir nicht mehr weiter-wissen, da hält Gott eine Zusage für uns bereit: „Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir. Ich bin dir immer einen erhellenden Schritt voraus!“

 

(Bildquelle: "Novemberstimmung" privat)

 

NOVEMBER – ein Monat, der es in sich hat. Seit Kindertagen sind mit dem November Dunkelheit, Regen, das Gedenken an die Toten, die Opfer von Kriegen und an die Novemberprogrome verbunden. Wir stehen mitten in der Herbstzeit, im Abschiednehmen, nicht nur von warmen Tagen. Trauer wird in der frühen Dunkelheit noch stärker empfunden – trotz mancher Spuren von Wachstum unter dem herabfallenden Laub.

In der Pandemie, die uns gefangen hält, werden die Klagen derer lauter, die sich einsam fühlen. Alle sind angehalten, zu lernen, mit sich verändernden Situationen umzugehen – ob jung, ob alt. Können wir neu lernen, Umgänge zu finden? Es fällt uns nicht leicht. Seit dem Ende des II. Weltkrieges sind mehr als 3 Generationen vergangen, in denen wir in unserem Land kein Unheil erleben mussten und in Frieden leben durften. Vielleicht haben wir ein Stück verlernt, was es heißt, selbst von besonderen Situationen betroffen zu sein.

Viele Menschen auf dieser Welt – in anderen Regionen – haben immer schon mit Extremen leben müssen. Das war für uns, auch wenn wir sicher viel geholfen haben, dennoch immer weit weg. Jetzt ist es hier – hier bei uns – und wir können nicht weglaufen.

Aber: Wir dürfen vielleicht neu SEHEN LERNEN – sehen, was der andere gerade braucht – sehen, was wir selbst wirklich brauchen – das Wichtige vom Unwichtigen trennen – und vielleicht auch manchen Ballast abwerfen? Und uns vielleicht auch ganz neu fragen:

Was ist das Glück und was ist die Not des anderen?
Was ist mein Glück? Und was ist meine Not?
Woher kommt das Wort des Trostes
– für den anderen? – für mich?

 

Leonardo da Vinci hat einmal gesagt: „Wer heute nur tut, was er gestern bereits getan hat, der bleibt auch morgen, was er jetzt ist!“
Wollen wir einfach bleiben, was wir jetzt sind?

Oder, könnten wir uns einen Perspektivwechsel vorstellen, in die Richtung, die Blaise Pascal vorschlägt – gerade in dieser Zeit, gerade in unserem Umgang auch mit der Pandemie:
„Es ist nicht auszudenken, was GOTT aus den Bruchstücken unseres Lebens machen könnte, wenn wir sie IHM gänzlich überlassen würden?“

Ja, wenn wir IHM auch und gerade unsere eigenen Schwächen, an denen wir nicht selten schwer zu tragen haben, hinhalten würden, damit ER sie zum Leuchten bringen könnte? Noch in diesem Monat wird der Advent 2020 beginnen. Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Die Zeit, in der uns von Woche zu Woche ein göttliches Licht mehr leuchtet, damit wir den Weg zur Krippe finden. Und über dem Advent – und das in diesem Jahr bestimmt nicht weniger -, steht das Prophetenwort aus Jesaja:
„Denkt nicht mehr an das, was früher war; seht, ich mache etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein – merkt ihr es nicht? Ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste!“ (Jes. 43,18-19)

Gott jedenfalls ist sich nicht zu schade, auch in unsere Wüste hinabzusteigen, um SEIN NEUES unter uns einzupflanzen. „Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir! Ich bin dir immer einen erhellenden Schritt voraus!“

Der November, er lädt uns ein, liebe Schwestern und Brüder, mit seinen Eigenheiten, Spuren neuen Lebens zu entdecken!
Ja, denn auch der November lädt uns zum VERTRAUEN ein – und auch zum Gebet, für uns und für andere:

„Lebendiger Gott,
du lässt Menschen, die leiden nicht allein.
Schreibe mir ins Herz, dass du bei mir bist.
Öffne mir die Augen für dein Mitgehen.
Wecke in mir die lebendige Hoffnung,
dass deine Liebe siegt.“
(aus dem Jugendkreuzweg 2008)


In herzlicher Verbundenheit und weiterhin mit dem Wunsch, bleiben Sie behütet (!) grüßt herzlich

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

 

12.11.2020: # Leben - Kann Spuren von Gott enthalten

„Nichts ist beständiger als der Wandel.“ Kluge Worte, aber bisweilen doch sehr anstrengend und Kräfte zehrend. Wandel, das ist die große Überschrift, die seit einigen Monaten über allem steht. Wandel, weil es so, wie bisher, nicht geht. Wir werden zu Erfindern, müssen vieles in unserem Zusammenleben neu denken, weil das Bewährte so nicht mehr möglich ist. Und das ist oftmals mit großen Anstrengungen und manchmal auch mit Frust verbunden, wenn etwas geplant wurde und wieder verworfen werden muss. Ach, wie schön wäre da eine Konstante in all den Wandlungen und Veränderungen dieser besonderen Zeit… Eine Konstante, wer oder was kann das sein?

Wenn es äußerlich nicht möglich ist, Stabilität zu erreichen, dann sollten wir im Innern schauen. Was gibt mir innerlich Stabilität und Halt? Auf welche Einstellungen und Leitsätze kann ich mich innerlich verlassen? Ist mein christlicher Glaube so etwas, wie ein „Fels in der Brandung“? Kann ich einem Gott vertrauen, der gesagt hat: Ich bin da? Wo spüre ich etwas von dieser Zusage? Wo erlebe ich etwas von diesem dem Menschen zugewandten Gott? Im heutigen Evangelium hören wir: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es! oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.“ (Lk 17, 20b-21)

Schauen wir also mit offenen Augen in unsere Welt, in unsere Umgebung, in unseren Alltag und entdecken vielleicht: Kann Spuren von Gott enthalten! Dies bitte nicht als Warnhinweis verstehen, sondern als Verheißung. Kann Spuren von Gott enthalten; nämlich dann, wenn ich Menschen begegne, wenn ich tiefgreifende Erfahrungen mache, wenn ich kleine, himmlisch schöne Momente erlebe…

Machen sie sich auf die Suche, sammeln sie die Spurenelemente von Gott in ihrem Alltag ein, sie können sehr nahrhaft sein, vitaminreich, vital, sprich lebenswichtig sein und unser Leben stärken in diesen unsicheren Zeiten.

Gerade in der dunkleren Jahreszeit brauchen wir nicht nur Vitamin D, sondern auch Vitamin G, damit wir unser Inneres stärken können.

Viel Freude beim Einsammeln der Nährstoffe und bleiben Sie dabei gesund und zuversichtlich!

© 2020 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

11.11.2020: # St. Martin mal anders - wir teilen das Licht!

 

 

 

 

 

 

 

 

Image: Superbass / CC-by-sa 4.0 / Quelle: Wikimedia Commons In: Pfarrbriefservice.de

Es ist Mittwochmorgen Anfang September. Um 8:00h treffen sich die kath. Kitaleitungen mit mir zu einem kreativen Austausch. Es duftet nach frischem Kaffee, die Sonne lacht, die Stimmung ist sehr lebendig und inspirierend. Es scheint fast so, als wäre die hl. ruach (der Hl. Geist) selbst mit im Raum.

Innerhalb kürzester Zeit entwickeln sich vielfältige Idee. Wie unter den Corona Bedingungen die religionspädagogische Arbeit, das Feiern der Feste im kirchlichen Jahreskreis gelingen kann. Der Blick geht hin zu St. Martin. Schon zu dem Zeitpunkt ist klar, dass es die vertrauten Martinsumzüge und Feiern nicht geben wird. Aber wie kann es dann gehen? Martin steht doch für Teilen, für Zuwendung, für Gemeinschaft und scheint nicht durch Martin und gerade in seinem Handeln das `Licht Gottes´ auf?

Der Kaffee duftet weiter, die Inspiration steigt. St. Martin steht fürs Teilen: den Mantel, die Brezel. Und was ist, wenn wir es in diesem Jahr mit dem Licht mal genauso machen? Wir teilen das Licht! Falls das bei dem Sonnenlicht möglich ist, scheint der Raum bei dieser Idee noch mehr zu leuchten.

In kurzer Zeit sind erste konkrete Ideen im Raum, die durch einen Werkstattnachmittag mit Erzieherinnen unserer acht kath. Kitas im PR Soest weiterentwickelt wurden. Die Leitidee – wir teilen das Licht begann bereits da zu leuchten.

Durch den Novemberlockdown musste die ein oder andere Aktion nochmals angepasst werden. Zugleich erscheint aber genau vor dem Hintergrund das eigentliche Tun, die Idee des Lichtteilens noch wesentlicher zu werden und zu sein. Und so werden seit Montag, natürlich besonders heute am 11.11. und die ganze Woche hindurch Lichter an unterschiedlichste Orte oder zu einzelnen Menschen gebracht, damit sie dort leuchten. St. Martin halt mal anders – wir teilen das Licht. Neben den unterschiedlichen Kitaaktionen haben die meisten Kitakinder in diesem Jahr gleich zwei Laternen gebastelt! Eine damit sie Zuhause und in der eigenen Familie leuchtet und eine zum weiterschenken. Erst im Nachhinein haben wir entdeckt, dass die Sternsinger des Kindermissionswerks in diesem Jahr zum `Teile dein Licht`- St. Martin in Corona Zeiten aufrufen. Was für eine Freude mit einer solchen Aktion über Städte und Landesgrenzen hinaus miteinander verbunden zu sein. Der Soester Anzeiger hat bereits von unserer Aktion berichtet. Auch das Erzbistum hat mit der Aktion `ein Lichtermeer zur Martins Ehr` zu einer St. Martins Aktionswoche aufgerufen, und lädt u.a. ein bis zum 12.11. Laternen ins Fenster zu stellen und so leuchten zu lassen.

Und während beim Schreiben dieser Zeilen mein Blick für einen kleinen Moment nach draußen in die Herbstsonne geht, kommt mir noch ein weiterer Gedanke in den Sinn.

Wir Christinnen und Christen folgen dem, der von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12). Bei der Taufe wird uns genau dieses zugesagt: Empfange das Licht Christi, damit es in deinem Leben leuchte und du als Kind des Lichts lebst. Und bei Matthäus (5,14-16) lesen wir, wie Jesus uns auffordert, das Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern auf den Leuchter, damit es allen leuchtet, die im Hause sind.

In diesen Zusammenhang gestellt, so spüre ich, bekommt die Martinsaktion des Lichtteilens der Kitas nochmals eine andere Tiefe, eine andere Leuchtkraft und stellt eine Verbundenheit her. Ja, dieser will ich mich trotz oder vielleicht gerade in diesem so ganz anderen November anvertrauen. Dem Novembergrau und der Dunkelheit das Licht einer leuchtenden Laterne entgegenhalten. Dieses kleine, bunte Licht, das genau diese Botschaft in sich trägt.

Vielleicht ist Ihnen ja beim Lesen dieser Zeilen ein wenig leuchtender ums Herz geworden und Sie haben Freude bekommen mitzumachen und heute mit dem Nachbarn, den eigenen Kindern, dem Bäcker oder wer auch immer Ihnen gerade in den Sinn kommt - ein Licht zu teilen. Das ist auch noch über den 11.11. hinaus möglich, da bin ich mir sicher.

In herzlicher, lichtvoller Verbundenheit

Ihre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

10.11.2020: # Der Herbst -

Feste von Dank, Verbundenheit und Rückschau

Auch die letzten etwas wärmeren und sonnigen Tage in der vergangenen Woche können es nicht verdecken: Wir sind längst mitten drin im Herbst.

Für mich ist es immer eine „Übergangszeit“, eine Zeit des Überganges in eine andere Zeit in uns, in die Zeit der Ruhe, die Brachzeit, in andere Räume in uns. Der Herbst steht auch für Ja-sagen zu dem, der ich bin – in der Bereitschaft, nach dem Sommer des Lichtes nun in Herbst und später dem Winter auch meiner Schattenseite zu begegnen.

Sehr erwachsene Fähigkeiten in uns werden angesprochen: Bilanz ziehen, Ernte beurteilen, Rückschau halten, unser Verbundensein mit der Erde spüren, mit unserm Sterben, Vergänglichkeit und Tod und unserer ursprünglichen Würde. Das sind die Themen dieser Zeit.

Thema der Feste im Herbst ist also die Rückschau: Auf das in diesem Jahr oder überhaupt im Leben Erlebte, Erreichte, die „Ernte“ auch im übertragenen Sinn, auf den Ertrag der Berufs- und Familienarbeit, der Leistungen in der Gesellschaft oder für einen selbst.

Wir halten auch Rückschau in die Vergangenheit zu denen, die vor uns gegangen sind, auf unsere Toten, bei Gedenktagen wie Allerseelen oder dem Totensonntag.

Rückschau gönne ich mir auch auf meinen Weg, den ich gekommen bin, und die Frage der Neuorientierung, wie es weitergehen soll ( Buß- und Bettag) und auf die Vorbilder, die vor uns gelebt haben (Allerheiligen).

Der ganze Herbst bis zum Beginn der Adventszeit ist also von dieser Rückschau geprägt und beschäftigt sich mit unsern Verbundenheiten in all den angedeuteten Dimensionen.

Und ich brauche diese Tage im November, an denen es manchmal so gar nicht richtig hell werden mag, an denen bei Schmuddelwetter der Blick aus dem Fenster schon leicht melancholisch werden lässt. Aber es ist auch die Zeit, in der die Vorfreude auf die Tage des Advents in mir zu wachsen beginnt, in der die Sehnsucht nach Licht und Wärme in mir neu lebendig wird. Es ist so eine Art >Pufferzeit< zwischen den letzten Herbsttagen und der Kaffeestunde am Adventskranz mit der ersten brennenden Kerze.

So sehr ich den Sommer mag;  es ist gut, das es in diesem oben beschriebenen Sinne diese Zeit des Herbstes gibt. Ich hoffe, sie tut auch ihnen gut.

Ihr Gemeindereferent

Hubertus Feldmann

zu erreichen über hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

09.11.2020: # Jeder Tag in Licht und Schatten

Der 9. November ist in unserem Land emotional sehr unterschiedlich besetzt. Seit 1938 ist er verbunden mit den Bildern brennender Synagogen und besonders dunklen Stunden in unserer Geschichte. Der durch die Nationalsozialisten angeordnete Terror gegen die jüdischen Gemeinden in dieser Nacht führt uns bis heute in Gedenkfeiern und -gottesdiensten immer noch vor Augen wie zerstörerisch Hass und politischer Fanatismus sind. Seit 1989 ist dieser Tag aber auch ein Gedenken der Freude und des Sieges von Freiheit und friedlicher Revolution. Die Bilder der Menschen, die in Berlin auf der Mauer Fahnen schwenken und Freudentränen vergießen sind gleichermaßen in unserem geschichtlichen Gedächtnis und verbreiten immer noch ihr Licht.

Heute ist also ein Tag mit Erinnerung von dunkelsten Schattenseiten und Lichtmomenten in der deutschen Geschichte gleichermaßen. Aber ist es nicht das, was wir tagtäglich erleben? Die Gleichzeitigkeit von Licht und Schatten im Leben? In der medialen Wahrnehmung der Welt gibt es einen eindeutigen Hang zu den Schattenseiten. Die Fülle an Nachrichten über Terroranschläge, Corona-Tote, Erdbeben und andere Katastrophen lässt den Lichtmomenten oft kaum eine Chance. Diese Ereignisse, wo es Ärzten gelungen ist, Leben zu retten, wo wirtschaftliche Hilfe auch ankommt und Mut macht, wo Kinder und Jugendliche in Schulen und Kitas versucht wird inmitten der Pandemie ein Stück Normalität zu leben. Ja, beides ist da, an jedem Tag, nicht nur in den Medien, sondern auch im persönlichen Leben.

Ich selbst spüre oft dieses Wechselbad der Gefühle dabei. Als wir Anfang letzter Woche Corona-bedingt unsere Pfarrheime wieder schließen mussten, was mir sehr schwergefallen ist, bekam ich gleichzeitig die Nachricht von meiner Cousine, dass sie ihr drittes Kind bekommen hatte. Hier Schatten – dort Licht. Diese alltäglichen Beispiele kann sicher jeder für sich persönlich weiterführen. Nicht immer bekomme ich diese Gegensätze zusammen.

Wie hilft mir dabei der Glaube? Ich darf glauben, dass von Gott all diese widersprüchlichen Empfindungen und Geschehnisse umfangen sind. Damals im Studium habe ich in der Philosophie des Nikolaus von Cues von Gott als der „Coincidentia Oppositorum“ gehört – dem Zusammenfall aller Gegensätze. Was in der Welt auseinanderfällt, das ist in Gott eins, selbst wenn unser Verstand das nicht begreifen kann. Dieser Gedanke hat mich schon immer fasziniert und mir auch gezeigt, dass ich als Mensch die Grenzen meines Verstehens immer wieder annehmen muss. Gleichzeitig darf ich darauf vertrauen, dass in Gott ein tiefer Zusammenhang und Sinn gegeben ist.

Trostreich ist auch die Erkenntnis in Psalm 139: für dich, Gott, ist auch das Dunkel nicht finster; die Nacht scheint so hell wie der Tag und die Finsternis so strahlend wie das Licht. So wünsche ich mir das es jeden Tag gelingt, die Schatten nicht zu verdrängen, mich aber nicht von ihnen bestimmen zu lassen, das Licht zu sehen, das in meinem Leben aufscheint und mich daran zu nähren und dabei alles Ungelöste Gott zu überlassen.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Propst Dietmar Röttger

zu erreichen über dietmar.roettger@pr-soest.de

 

 

04.11.2020: # Auf diese Steine können Sie bauen 

Ich hoffe, liebe Leserin, lieber Leser, Sie erwarten jetzt keinen Bausparvertrag von mir, wenn Sie nach dieser Überschrift neugierig geworden sind… 😊 Richtig, es war ein Werbeslogan, der durch Wortwahl und Melodie im Kopf hängen geblieben ist. Ich fand es vor einigen Jahren recht pfiffig, als ich diese Überschrift in der Lokalzeitung las. Auch hier ging es nicht um Firmenwerbung, sondern der Redakteur hatte mit dieser Parole unsere damalige Erstkommunionfeier überschrieben.

Wir sind lebendige Bausteine der Gemeinde! – Das war im Vorfeld als Motto der Kommunionvorbereitung ausgewählt worden. Mir als Gemeindereferentin war es ein Anliegen, dass dieses Bild auch mit „Fleisch gefüllt“ wird. So galt es, im Laufe des Vorbereitungsweges immer mal wieder Ansätze zu finden, um das Thema ins Bewusstsein der Mädchen und Jungen zu rücken.

Und dann kam der November… Schule – Kirche – Friedhof, alles im Dorf fußläufig nebeneinander gelegen. Und so wollte ich auch mit den Kindern einmal das (natürlich nicht ganz einfache) Thema „Tod“ ansprechen. Mit Blick auf den Stein-Gedanken kam mir dann eine Idee: Ist es nicht im Judentum ein Brauch, auf die Gräber der Verwandten, Angehörigen und Gönner einen Stein zu legen? Ich erinnerte mich daran, wie mir meine Eltern früher erzählt haben, dass in meiner Heimatstadt Warstein mal eifrige Firmlinge als Sozialprojekt unseren jüdischen Friedhof säubern wollten und sie dabei – natürlich unwissentlich – die Steine wegwarfen… Diese Überlegungen gingen mir also durch den Kopf und ich dachte, bevor ich etwas falsch mache, frage ich einfach beim Zentralrat der Juden nach. Interessanterweise konnte man mir hier keine eindeutige Antwort nach der Bewandtnis der Steine geben. Verschiedene Deutungen stehen im Raum: In der Wüstenzeit sollten sie verhindern, dass Tiere sich an den Toten zu schaffen machen; sie können jedoch auch als Sinnbild für die Ewigkeit der Seele interpretiert werden. Eine Erklärung hat mich persönlich besonders berührt: Wenn ich als Nachkomme an dem Grab meiner Vorfahren einen Stein ablege, zeige ich damit, dass ich, das, was er oder sie Gutes im Leben getan – oder direkt gesagt: aufgebaut – hat, fortsetzen möchte. Ich baue weiter an den fruchtbaren Ideen und guten Taten meiner Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunde. Was für ein tolles Bild!

Mit dieser Erkenntnis ging ich dann zu meiner Kommuniongruppe. Wir tauschten uns zunächst im Pfarrheim über Tod und Auferstehung aus. Danach führte uns der Weg zum nahegelegenen Friedhof, jedes Kind hatte einen Stein in der Hand. Weil es ein kleineres Dorf war, durften die Kokis, deren Familiengrab sich hier befand, uns allen die Gruft zeigen. Bei manchen entdeckte ich einen richtigen kleinen Stolz in den Gesichtszügen, dass sie uns führen durften. Sie legten dann ihren Stein bei der Oma, dem Opa oder einem anderen Verwandten ab.

Der Nachmittag ist mir persönlich ans Herz gegangen und ich habe die Kinder eingeladen, wenn sie zu Hause Zeit finden, mal für ihren Angehörigen ein persönliches Gebet aufzuschreiben – vielleicht auch gemeinsam mit den Eltern und Geschwistern. 

 

 

(Bild: pixabay)

Berührt Sie diese Vorstellung auch? Ich baue weiter an dem, das meine Ahnen mir hinterlassen haben. Was habe ich von ihnen in Erinnerung? Welche schönen Erlebnisse verbinde ich mit ihnen? Was haben sie mir selbst für mein Leben mitgegeben? Kann ich selbst davon etwas meinen Kindern oder anderen weitergeben? Mir geht es jetzt nicht um Menschen mit berühmten Vorfahren (Menschen, die einen großen Namen tragen), sondern eher um das Schlichte. Herzliche Gesten, die Sie übernommen haben, wertvolle Traditionen, die Sie weiterpflegen…                         

Auf welche Steine können Sie bauen?

Ihre Felicitas Hecker                               

Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

Gerne nutze ich auch nochmals die Gelegenheit allen, die sich für das Thema „Tod und Leben“ interessieren, unsere Broschüre „Novemberprojekt“ zu empfehlen. Sie liegt in den Kirchen zur Mitnahme aus.   

 

28.10.2020: # RISIKO - und doch: sie fliegen wieder!  

In dieser herbstlichen Zeit, da es zu wintern beginnt, wird die Welt stiller – alles um uns herum wird farblos und blass…Da ist es an der Zeit, die Melancholie dieser Zeit zu über-winden, sich selber leise und treu zu sagen, was der Glaube uns sagt -da ist eine

 

 

 

 

 

 

(Bildquelle: pixabay)

Zeit, das Wort des Glaubens gläubig zu sprechen: Ich glaube an die Ewigkeit Gottes, die in unsere Zeit – in meine Zeit hineingekommen ist. Unter dem ermüdenden Auf und Ab der Zeit wächst schon heimlich das Leben, das keinen Tod mehr kennt…“ (Karl Rahner).

Mit Gott leben, im Glauben leben – ja überhaupt zu leben, hat immer auch mit Risiko und Unwegbarkeit zu tun. Leben ist Risiko. Glauben ist Risiko.  Doch schon Hermann Hesse hat ermutigend geschrieben: „Riskiere Dich!“ Diese Aufforderung könnte auch von den Kranichen kommen. Diese Vögel, die in Asien ein Symbol für Frieden, Heilung, Neubeginn, Wandel und neues Leben bedeuten. Man faltet sie aus Papier und legt sie auf die Altäre – weil jedes Falten eines Kranichs, ähnlich wie in der orthodoxen Tradition der Ikonenmalerei, mit einem Gebet verbunden  –  und somit ein spiritueller Akt ist.

Und wer in Asien Menschen in Gefahr weiß, faltet noch heute einen Kranich für sie. Das besondere an einem Kranichzug ist dabei: KEINER FLIEGT ALLEIN! Immer wird abgestimmt einer zum Zugvogel, der für eine gewisse Zeit sich an die Spitze setzt, der die Kraft hat, und auch den Mut zu führen. Doch immer ist auch die Frage im Zug: Wer löst ihn ab? Die Vögel verlassen sich aufeinander – sie kennen ihr Ziel, weil es wie ein ewiges Gesetz in ihnen ist. Jeder fliegt dabei mit und in der Kraft des anderen und lässt sich tragen und führen. KEINERE FLIEGT ALLEIN!

Kranichzüge sind nicht nur schön anzusehen – oft hören wir sie ja schon lange, bevor wir sie mit den Augen überhaupt wahrnehmen können. Und dann sind sie da, in ihrer V-Formation, wie eine Pfeilspitze am Himmel – Kraniche auf ihrem Rückflug in die Brutgebiete.

Und wenn man die Möglichkeit hat, ihnen etwas länger beim Flug zuzusehen, dann erkennt man die Ablösung an der Spitze. Nicht einer allein – alle bilden eine Gemeinschaft und aus der Gemeinschaft heraus übernehmen immer wieder andere Vögel die Verantwortung der Führung. Die trompetenartigen Rufe als Warnung, als Kontaktsuche, als Freudenschreie – sie lassen die bewundernden Menschen auf die Straße laufen und den Himmel absuchen. Glücksvögel nennt man sie auch – schon 800 vor Christus sind erste Aufzeichnungen bekannt – Symbol für Frieden, Wachsamkeit und Klugheit. Sie haben einen Nachtkompass, dem sie auch in der Dunkelheit folgen und verfehlen ihre Route nicht. Den anstrengendsten Teil hat immer der Kranich, der die „Spitze“ bildet – auf bestimmte Rufe hin, die anzeigen, dass er müde wird, wird er aus der Gruppe von einem anderen abgelöst. Sollte ein Fluggefährte kraftlos zu Boden gehen müssen, weil er verletzt oder altersschwach ist, gehen immer zwei oder drei mit ihm hinunter – und sie bleiben so lange bei ihm, bis er wieder zu Kräften gekommen - oder verstorben ist. Erst dann fliegen sie mit einem anderen Schwarm weiter.

Welch ein wunderbares Bild auch für uns Christen – auch für uns, als Gemeinden. Wie schön wäre es, wir würden unser Christenleben vor Ort innerlich wie einen Kranichflug begreifen und in die Tat umsetzen.

Wir könnten darum beten – in der Einstellung des Dichters: Riskiere dich mit Deinen Talenten für das Reich Gottes!, bleib nicht in  deinen bequemen Gewohnheiten stecken – vor allem, gib auch  deine Schwächen in die Hand dessen, der dich verwandeln kann – ER, der ICH BIN DA! :

„Herr, lass uns hier und in unserem Alltag immer wieder Deine Nähe spüren. Schenke uns Deine Kraft – und wenn wir draußen zu den Menschen gehen, lass uns erkennen, was sie brauchen. Komme all unserem Tun zuvor und segne es – aber auch unserem Lassen und Ausruhen. Und führe Du zum guten Ende, was wir nicht beenden können. Begleite uns mit Deinem Segen – Du, der Gott, der sich bis auf das Äußerste für uns riskiert hat, riskiert bis zum Kreuz. Du, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen“

In herzlicher Verbundenheit und weiterhin mit dem Wunsch, bleiben Sie behütet (!) grüßt herzlich

Ihr Pfr. Uwe van Raay

 

 

21.10.2020: # Fang das Licht!    

Fang das Licht!

Vielleicht kennen Sie den Schlager? Karel Gott hat ihn gesungen. Ein Lied über das Einfangen von guten Momenten und Erfahrungen, ein Lied über das Vertrauen auf jemanden, der mit einem geht.

Hier geht es zum Text und Lied!

Man könnte meinen, Karel Gott kennt die Geschichte von der Feldmaus Frederick und seiner Mäusefamilie. Auch dort geht es im übertragenen Sinne darum, dass wir Menschen mehr brauchen als Essen und Trinken. Während alle Mäuse für den Winter Nüsse, Beeren und Stroh sammeln, sammelt Frederick Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Und als im Winter die Vorräte zuneige gehen, da fragen die Mäuse Frederick danach und als er ihnen von den Sonnenstrahlen, den Farben und schönen Wörtern erzählt, da wird ihnen ganz warm ums Herz und die Mäusefamilie rückt näher zusammen und verlebt einen schönen Winter.

Ja, es geht nicht nur um die primären Bedürfnisse im Leben: satt, warm und gekleidet zu sein. Es gibt auch diesen Hunger nach innerer Wärme, nach Liebe und Zuneigung, nach Gesellschaft und Gemeinschaft. Es ist eine zutiefst menschliche Sehnsucht, die gerade in Zeiten, in denen die Coronazahlen wieder steigen und die Maßnahmen wieder strikter werden, auf die Probe gestellt wird.

Auch wir als christliche Gemeinschaft merken diesen Mangel, wenn wir uns nur auf Abstand Gottesdienst feiern können, wenn wir uns Gedanken über andere Formen von christlichem Miteinander machen. Da geht es darum, Lösungen zu finden, kreativ zu sein, innovativ zu denken und Möglichkeiten zu eröffnen. Und wenn das nicht weiterbringt, dann haben wir diesen Vorrat an guten Erinnerungen, den wir nutzen können. Aber bitte nicht als Vertröstung nach dem Motto „Ach früher war doch alles viel besser!“ Das tröstet nicht, das vertröstet nur.

„Für das Vergangene Danke, für das kommende Ja“, diese Haltung ist da sicherlich konstruktiver. Die Mäusefamilie hat ja auch nicht der vergangenen Dinge nur nostalgisch gedacht, sondern diese Erinnerungen haben geholfen über den Winter zu kommen. Die Mäuse haben sicherlich auf den Frühling gewartet, wo das Leben wiedererwacht, wo sie wieder in der Natur alles machen konnten, was für ihr Leben wichtig war. So wird es uns auch hoffentlich nach der Corona-Pandemie gehen. Aber bis dahin dürfen wir uns, wenn es uns mal nicht so gut geht, auch an den Sonnenerfahrungen und schönen Erlebnissen in unserem Leben erfreuen, denn sie ernähren unsere Seele.

Also machen wir es wie einst Karel Gott:

Fangen wir das das Licht und halten wir es fest!
Für die Tage, an dem die Hoffnung uns verlässt
Und glauben wir, dass es für uns keine Wunder gibt
Dann vergessen wir nicht, dass da jemand ist, der uns liebt!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch sonnige Herbsttage, innen wie außen!

© 2020 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

 

13.10.2020: # Ich war von Gott überwältigt worden und ich bin es noch!   

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

Ich bin von Gott überwältigt worden und bin es noch! (Zitat Madeleine Delbrêl)


Liebe Leserinnen und Leser,

gestern, am 13.Oktober war der Todestag von Madeleine Delbrêl. 1964 ist sie im Alter von 60 Jahre in Ivry-sur-Seine gestorben.

Mit Blick auf Madeleine und meiner ersten intensiven „Begegnung“ mit ihr, wage ich mal fast ähnlich zu formulieren. Je mehr ich in den vergangenen Jahren zu ihr gelesen habe, ihr quasi näher und näher gekommen bin, umso mehr bin ich von Madeleine, ihrem Weg und ihrer Spiritualität überwältigt worden und bin es noch. Jedes Mal aufs Neue. Und auch jetzt, würde ich SIE, liebe Leserinnen und Leser am liebsten einladen, sich mit mir zu treffen und gemeinsam dieser Frau, ihrer Spiritualität, ihren Gotteserfahrungen, ihrem Leben und darin letztlich Gott zu begegnen.

Was für eine Frau, was für ein Lebensweg.

Von der bekennenden Atheistin zur Mystikerin. Der alles verwandelnden Moment, als sie sich entschließt zu beten und als Suchende von Gott gefunden wird. Sie studiert nicht Theologie, sondern Sozialarbeit. Täglich dem Evangelium ein Wort entreißend, ist sie zeitlebens unmittelbar mit und zu den Menschen auf dem Weg - in der Armut des ganz banalen Lebens/ Alltags. Mitten in einer völlig säkularisierten und kommunistischen Umgebung. In der Haltung absichtsloser Präsenz, mit der Liebe als einziger Aufgabe im Gepäck– Gott einen Ort sichern wollend.

Madeleines Kraftquelle – Gott selbst, das Gebet und das Evangelium. Und damit meint sie mehr als das Buch. Im Evangelium begegnen wir (nicht nur aus ihrer Sicht) letztlich Christus selbst. Täglich neu kann dieses geschehen.

Vielleicht mögen Sie es ihr in den kommenden Tagen ja mal nachmachen. Das Evangelium an einer beliebigen Stelle aufschlagen, lesen und sich von einem Wort, einem Satz finden lassen, der sie dann durch den Tag begleitet. Fais parait! Mach´s genauso! (Zitat Madeleine; Juni 64) kommt mir dazu in den Sinn.

Madeleine Delbrêl., ihr Leben, ihr Weg machen mir Mut, immer wieder. Auch und gerade in dieser Zeit, dieser Welt, dieser Kirche. Zum Abschluss habe ich einige meiner Lieblingsgedanken, Impulse von Ihr angefügt. Auch diese können Tagesimpulsgeber und Wegbegleiter sein.  Und wer weiß, wenn dieser und / oder ihr Evangeliums Wort sie dann durch den Tag begleitet – vielleicht treffen Sie ja Gott. Werden suchend von IHM gefunden.

  • Absichtslos präsent
  • In der Armut eines ganz banalen Lebens
  • Liebe ist unsere einzige Aufgabe
  • Lasst euch finden!
  • Insel der göttlichen Anwesenheit sein
  • Gott einen Ort sichern

In herzlicher Verbundenheit

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

07.10.2020: # Grenzüberschreitendes Beten...

 

 

 

 

 


(aus: pixabay.de)

 


Heute ist der 7. Oktober. Im kirchlichen Heiligenkalender steht für diesen Tag: Maria vom Rosenkranz / Gedenktag unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Sagt Ihnen dieses Fest etwas?
Ich selbst kann mich zumindest daran erinnern, dass ich im Alter der Erstkommunion noch den Rosenkranz gelernt habe, dass er zuweilen in der Familie (meist sonntags abends) gebetet wurde. Frühere Generationen haben ihn sicherlich viel öfter in ihren Händen gehalten, dabei der Gottesmutter ihre persönlichen Sorgen, ihren Dank und ihre Bitten anvertraut oder auch Nöte der Welt in das Gebet hineingelegt. In unseren Gemeinden ist es zudem üblich, dass sich Gläubige zum Rosenkranzgebet zu festen Zeiten versammeln. So gilt auch einmal an dieser Stelle ein herzlicher Dank all denjenigen, die diese Andachten vorbereiten, aber auch allen, die „einfach nur kommen“! Sie – lieber Leser, liebe Leserin – lade ich natürlich ein, diese Angebote wahrzunehmen und sich in die Gebetskette einzureihen oder auch einmal still für sich – Zuhause, unterwegs, bei einem Spaziergang – mit Maria ins Gespräch zu kommen.
Ich vermute, dass ein Gefühl Menschen über Jahrhunderte hinweg Trost und Hoffnung gespendet hat, das Gefühl, dass da eine Frau ist, die zuhört, die schlicht da ist. Und zwar für alle menschlichen Lebenslagen! Denn so interpretiere ich die Tatsache, dass es die schmerzhaften, aber auch die freudenreichen Geheimnisse gibt… Darin betrachten wir das Leben Jesu in Freud und Leid, stets aus der Perspektive Mariens, die mitfühlend diese Wege mitgegangen ist.
Gläubige öffn(et)en durch die Aneinanderreihung der Ave Maria`s der Gottesmutter ihr Herz. So habe ich mich übrigens für genau dieses Foto am Anfang des Textes entschieden, denn hier können wir gut diese Form erkennen: Wir können es als Herz des Beters / der Beterin deuten, das sich im Gebet suchend an sie wendet, aber natürlich auch als großes Herz Mariens, wenn wir sie als Mutter – als Schwester – als gute Freundin anreden. Und in dieser besonderen Gabe ist sie eine Person, die über die Jahrhunderte wirkt und nicht an Bedeutung verliert… An den Bewegungen unserer Zeit erkennen wir, dass auch moderne Frauen sie als Vorbild sehen, sie um Rat fragen und sich unter ihren Schutz stellen. Ganz unterschiedliche positionierte Menschen beten somit zu ihr und das führt mich zu der Lesung des heutigen Tages (Apg 1,13-14), die den Titel trägt: Die betende Urgemeinde!
13 Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Auch hier sitzen doch recht unterschiedliche Charaktere zusammen: der hitzköpfige Simon Petrus, der zweifelnde Thomas, der vermutlich eher sanftmütige Johannes und eben auch viele Frauen. Vielleicht können wir diese Gebetsgemeinschaft auch heute noch als Orientierungspunkt nutzen, gerade in einer Zeit, in der so Vieles in der Kirche im Umbruch ist. Das gemeinsame Gebet scheint grenzüberschreitend zu sein…

Schließen möchte ich mit einem kleinen Gruß an alle Mädchen und Frauen, die den Namen Rosalie tragen: Gottes Segen zum Namensfest! Denn heute ist auch Euer Tag… 😊

 


Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest
Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

 

30.09.2020: # Alles hat seine Zeit!

 

 

 

 

Impuls kann gerne zugesandt werden!

 

23.09.2020: # Die Sonnenblume und was wir von ihr lernen dürfen

 

Liebe Leser*innen,

in den letzten Wochen durften wir einen wunderschönen Spätsommer genießen. Die Sonne hat uns mit ihrer Wärme und ihren wohltuenden Lichtstrahlen verwöhnt. Die frühen Hochkulturen verehrten die Sonne als Gottheit. Durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welch positive Wirkung Wärme und Sonnenlicht auf unsere Psyche haben. Bei Sonnenschein sind wir vitaler und entspannter; unsere Laune steigt.

In den Blumengeschäften, auf den Wochenmarktständen, an Feldrändern und auf Wiesen begegnet uns derzeit eine Blume, die zu diesem Spätsommer gehört wie keine andere: Die Sonnenblume. Majestätisch überragt sie mit Ihrer Größe die anderen Pflanzen. „Gott wie zahlreich sind deine Werke, sie alle hast du mit Weisheit gemacht“ (Psalm 104), fällt mir spontan ein, wenn ich diese botanische Schönheit betrachte. Klug streckt sie ihren Blütenkopf der Sonne entgegen, denn nur so kann sie ihre kleinen grünen Knospen in ein leuchtendes Gelb verwandeln und zum Erblühen bringen.

Zurück zu uns Menschen: Was ist, wenn die Sonne in den kommenden trüben Herbsttagen verschwindet und unser getankter Lichtvorrat der letzten Tage sich zu  Ende neigt? Oder übertragen gesprochen: Was ist, wenn uns das Leben mal wieder mehr oder weniger aus der Bahn wirft?

Es gibt da jemanden, der Hilfe anbietet, indem er von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12). Große, beeindruckende Worte des Jesu von Nazareth sind das. Er möchte uns also in der Dunkelheit Hoffnung geben. Doch gelingt ihm das? Können wir diese von Liebe geprägte Zusage annehmen?

Wenn ich mit einem WhatsApp-Emoji antworten sollte, würde ich das wählen, welches nachdenklich die Augenbraue nach oben ziehend gen Himmel schaut. Denn es braucht erstmal eine Entscheidung, um dieses Geschenk annehmen zu können, ein Ja oder Nein. Und dann braucht es noch was, nämlich gemachte Erfahrungen auf unserem Weg durch das Leben, die uns das so theoretische Bibelwort auch tatsächlich spüren lassen. Diese passieren nicht von heute auf morgen. Es gibt keinen Schaltknopf, der das von Jesus beschriebene Licht des Lebens mal eben einfach so anknipst. Vielmehr sind Zeit und Geduld gefragt, damit die Freundschaft und Beziehung zu Gott wachsen können und wir seine Leuchtkraft erkennen. Ein Prozess, der uns oft einiges zumutet und abverlangt.

Die Sonnenblume hat sich intelligent entschieden. Sie streckt ihren Kopf der Sonne entgegen, damit sie ihre Pracht entfalten und wunderschön gelb leuchten kann. Doch wie ist es mit uns? Neigen wir unser Gesicht Gottes Wärme zu, um gut und getröstet durch die jahreszeit- oder lebensbedingten grauen Tage  zu kommen?

Ich möchte Sie dazu von Herzen ermutigen, denn es lohnt sich.

 

Ihre Ute Paschedag

Gemeindeassistentin im Pastoralen Raum Soest

 

Zu erreichen unter: Telefon 02921/6710672 oder eMail ute.paschedag@pr-soest.de

 

16.09.2020: # Selig sind die Humorvollen und Weisen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: pixabay)

Impuls kann gerne zugesandt werden!

09.09.2020: # Die Kraft des Betens

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

 

 

Liebe Maria,

am 08.September denken wir jedes Jahr an Deinen Geburtstag. Ich mag Geburtstage, auch Deinen. Besonders als Kind mochte ich ihn. Als Schülerin des Mariengymnasiums in Arnsberg hatte ich dann immer schulfrei und welches Kind freut sich darüber nicht.

Geburtstage finde ich gut. Nein, schon lange nicht mehr `nur` wegen der Geschenke. Ich finde, sie laden immer ein, ein wenig inne zu halten, zurückzuschauen und auch nach vorn.

Mein Geburtstag ist erst in ein paar Monaten, ich habe somit noch etwas Zeit. Warum mir aber Deiner in diesem Jahr so bewusst geworden ist und ich ihn so achtsam wahrgenommen haben, tja?  Vielleicht liegt es daran, dass durch Corona, diese weltweite Pandemie und auch noch andere weltpolitische und ökologische Themen unser menschliches Leben schon sehr ins Wanken geraten ist.

Wie bei Dir, dachte ich am 08.09. morgens beim Blick in mein Tedeum. Als mir der Satz ins Auge sprang, dass Du und Dein JA!  eine wesentliche Bedeutung in der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen hast. (So ähnlich stand es da.) Und meine Gedanken gingen von ganz alleine zu Deiner Begegnung mit dem Engel. Der Verkündigung, dass Gott Großes mit Dir vorhat, und Deine berechtigte Frage: Wie soll das geschehen?

Und dann Dein Ja! Kein Masterplan, keine große Konzeptentwicklung. Kein - `da muss ich erstmal ein paar Coachingstunden machen, um die verschiedenen Aspekte meiner Entscheidung zu überdenken.` Du hast einfach JA! gesagt und von da an ist in Deinem Leben kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Auch der Realitätsschock folgte ja unmittelbar. `Danach verlies Dich der Engel. ` Solange wie ich denken kann, kommst Du mir an der Stelle immer besonders nah. Wenn ich zu etwas Ja gesagt habe, kenne ich im Anschluss manchmal durchaus den Gedanken, mich wie von allen guten Geistern, von allen Engeln verlassen zu fühlen. Oder zumindest ist der Blick dann so verstellt, dass ich sie nicht mehr `sehe`. Hast Du Dich auch so gefühlt? Und trotzdem hast Du den Ruf Gottes angenommen, bejaht. Bist Deiner Berufung gefolgt. Sind Geburtstage nicht auch eine Gelegenheit sich immer mal wieder der Frage nach der Zustimmung, der eigenen Berufung, dem persönliche Ja! zu stellen? Ich kann Dir sagen, auch in 2020 ist Frausein, Christin sein in der Kirche immer wieder eine echte Herausforderung und Entscheidung.

Und braucht es nicht immer wieder auch stärkende, mutmachende Begegnungen um auf dem Weg zu bleiben? Deine Begegnung mit Elisabeth kommt mir in den Sinn. Bestimmt erinnerst Du Dich. O.k., komische Frage. Wie könnte frau eine solche Begegnung je vergessen. Dieses geisterfüllte Aufeinandertreffen von euch beiden Frauen, das in Deinem Magnificat endete. Welch` einzigartige, bedeutsame lebensrelevante Begegnung. Wow. Vielleicht ist auch das eine Geburtstagsfrage: Welche Begegnungen haben mir im vergangenen Lebensjahr Perspektiven eröffnet? Mich dankbar erkennen lassen: da hatte wohl Gott `seine Finger im Spiel`.

Ach Maria, Corona hat unser Leben sehr verändert. Seit März 2020 sind wir herausgefordert unser Leben, unsere Begegnungen, unseren Alltag, unser menschliches Miteinander immer wieder neu und achtsam auszuloten. Neben Angst, Unsicherheit, ungewohnten Verhältnissen von Distanz und Nähe und vielen Fragen entsteht gleichzeitig mit Kreativität und Einfallsreichtum auch viel – Gutes! Neues!

Dazu kommt mir doch gerade noch ein Gedanke, ein Satz, ja eine Aufforderung von Dir:

Was ER euch sagt, das tut. (Joh2,5) Ja! Du hast erkannt, dass den Menschen etwas Wesentliches gefehlt hat, auf dieser Hochzeitsfeier in Kana. Dass Reserven aufgebraucht waren. Dafür bist Du sogar in die Auseinandersetzung mit Deinem Sohn gegangen. Ich will die Geschichte gar nicht wieder aufwärmen. Aber diesen Impuls, Deine Aufforderung damals an die Diener, heute für mich, für uns mitnehmen, in meinen (Corona) Alltag. Konkret bedeutet das ja, nach Innen lauschen, beten, mich anvertrauen – IHM und seinem Wort. Das berührt, aufhorchen lässt und lebensbejahende und lebensrelevante Perspektiven eröffnet, mitten im Leben, egal wie die äußeren Umstände auch sind. Danke dafür.

Liebe Maria, ich bin sehr froh und dankbar, dass Du, als der Engel vor Dir stand JA! gesagt hast. Das wollte ich Dir immer schon mal sagen und da scheint mir Dein Geburtstag doch genau der richtige Anlass zu sein.

Deine Martina

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

02.09.2020: # Die Kraft des Betens

2020 08 26 Beten

 

 

  

 

 

 

Vor längerer Zeit hatte ich einmal im (zu dem Zeitpunkt noch getrennten) Pfarrbrief in der Ausgabe für Bad Sassendorf ein Zitat als Einstieg in meine Gedanken genutzt: „Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten.“ Zugeschrieben wird es dem ehemaligen Vorsitzenden des DDR-Ministerrates, Horst Sindermann. Anlass dieses Satzes waren die Erfahrungen der Montagsdemonstationen, die schließlich im Fall der Mauer und der deutschen Einigung mündeten.

Warum kommt mir dieses Zitat gerade jetzt wieder in den Sinn?

Es rührt daher, weil es mir selbst kürzlich wieder begegnete in einem ganz anderen Zusammenhang. In der Ausgabe unserer Kirchenzeitung „Der Dom“ vom 23. August führte Claudia Auffenberg (Chefredaktion) ein Interview mit Priorin Irene Gassmann, die zu Beginn ihrer Aussagen direkt an diese Leipziger Montagsgebete anknüpft. Irene Gassmann, dieser Name wird den meisten von Ihnen nichts sagen, auch mir war sie bis dato unbekannt. Doch ihr „Projekt“ zieht weite Kreise: das sogenannte Donnerstagsgebet.
Die Priorin steht einem Benediktinerinnenkloster (Abtei Fahr/ Schweiz) vor. Wie viele in der katholischen Kirche machten sich die Ordensschwestern Gedanken über die Situation der Kirche. Die Missbrauchsfälle haben auch sie betroffen gemacht und vor allem nachdenklich – nachdenklich über die Machtstrukturen in der Kirche. Obwohl sie selbst als Priorin ja durchaus eine „gute Stellung“ in der katholischen Kirche einnimmt, fiel es ihr vor allem in dieser Coronazeit ins Auge: Ohne Mann (Priester) ist bei uns Vieles nicht machbar. Keine Sakramente, keine Beichte, keine Eucharistiefeiern… Und das, obwohl es gerade in der Krise die Zuwendung Gottes durch die Sakramente mehr denn je gebraucht hätte. Mitten in die Zeit des Lockdowns fiel ausgerechnet unser Hochfest: die Kar- und Ostertage 2020. Wie an vielen Orten hat sich auch das Kloster Gedanken über die Ausrichtung der Heiligen Woche machen müssen und so entstanden neue Formen der Liturgie – einfacher, aber nicht weniger berührend (so das Empfinden der Priorin).

Langfristig ist aus diesen Ideen – auch in Vernetzung mit anderen Theologinnen und kirchlichen Mitarbeiterinnen – das sogenannte Donnerstagsgebet entstanden. Von der Schweiz aus zog es (wie erwähnt) Kreise, die rasch die Landesgrenzen überschritten. Es erreichte das Erzbistum Paderborn und irgendwann auch uns direkt in Soest. Uns (Foto s. o.) hat diese Idee begeistert und wir laden ein, sich in diese Gebetskette einzureihen.

2020 08 24 kfd1Am 3. September starten wir um 18.30h in der Heilig Kreuz Kirche in Soest das Gebet, das die Kraft der Veränderung, Glaubwürdigkeit, Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit in den Blick nehmen will. Jeden ersten und dritten Donnerstag ist es offen für alle, die sich für dieses Thema interessieren. Gebet – Austausch – Begegnung: Diese drei Worte stehen über den abendlichen Treffen. Geben Sie diese Termine gerne untereinander weiter!!!

Die damaligen DDR-Bürgern haben sich friedlich, solidarisch und auf Gott vertrauend auf den Weg gemacht und… Was ist daraus geworden? Für mich ein Beispiel, das zur Nachahmung einlädt. Lasst es auch uns angehen, mit Gebeten zu verändern… Schritt für Schritt!!!

 

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

26.08.2020: # Für wen aber hälst Du mich?

2020 08 25 Jesus

 

 Für wen aber hälst Du mich?

 

 

(© Photo: Privat)

 

Morgens in einem Seminar. Wir steigen ein in den Tag mit einem spirituellen Impuls. Es geht um folgenden Bibeltext:

Das Christusbekenntnis des Petrus und die Zusage Jesu: 16,13–16

„13 Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? 14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. 15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Für wen aber hältst Du mich? Vielleicht ist es gut, sich diese Frage mal wieder zu stellen. Wir haben es jedenfalls getan. Sehr unterschiedlich waren die Wahrnehmungen, sehr unterschiedlich die Blickwinkel, sehr unterschiedlich die Christusbeziehungen. Ja, der Glaube lebt von Beziehung. Wir haben es in den vergangenen Monaten gesehen, was passiert, wenn Begegnung in Beziehung nicht mehr möglich ist. Aber es geht nicht nur um die Begegnungen in der Gemeinschaft mit anderen, die zu unserem „Stall“ dazu gehören, es geht auch und zu allererst um die Beziehung zu dem, auf den das alles gegründet ist, Jesus Christus. Wie sieht es da aus? Was antworte ich, wenn ich ganz persönlich gefragt werde: Du, Sonja, für wen hältst Du mich? Und da der Glaube eine Dynamik hat und Beziehungen auch immer in Bewegung und Veränderung sind, kann die Antwort immer wieder anders aussehen. Wir sind nicht irgendwann damit fertig, sondern wir machen uns immer wieder neu auf die Suche nach Antworten. Meine Antwort heute Morgen war folgende: Jesus, Du bist für mich ein „engelhaftes Vorbild“ für gelingendes Leben. Ein Engel ist ein Mensch mit Herz. So möchte ich auch unterwegs sein, als Mensch und als Christin. „Wohin du auch gehst, geh mit deinem Herzen.“ (Konfuzius). Vielleicht nehmen sie sich auch mal eine kleine Auszeit und denken mal darüber nach, was sie antworten würden auf die Frage Jesu: „Du, …, für wen hältst Du mich?“

Ich wünsche Ihnen dabei gute Gedanken und wertvolle Erkenntnisse. 😉                                                                                                                                                                
© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

19.08.2020: #


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